© KfW-Bildarchiv / Thorsten Futh

KfW-Gründungsmonitor: Zahl der Gründungen legt wieder zu

Zum ersten Mal seit 5 Jahren hat die Gründungstätigkeit in der Bundesrepublik wieder zugenommen. Dies geht aus dem KfW-Gründungsmonitor für das Jahr 2019 hervor. Auch der Ausblick für 2020 war positiv, jedoch änderte dies die Corona-Krise.

Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 605.000 Existenzgründungen — 58.000 bzw. 11 Prozent mehr als noch 2018. Dabei stieg die Zahl der Nebenerwerbsgründungen um 85.000 auf 377.000 während die Zahl der Vollerwerbsgründungen um 27.000 auf 228.000 abnahm und so auf einen neuen Tiefpunkt abrutschte. Der konjunkturelle Wachstumseffekt konnte hier anders als im Vorjahr sowohl die Sogwirkung des Arbeitsmarkts als auch den seit 2014 anhaltenden Negativtrend überkompensieren, so die KfW. Die Gründerquote, also der Anteil von GründerInnen an der Bevölkerung im Alter von 18–64 Jahren, stieg somit minimal auf 1,2 Prozent (2018: 1,1 Prozent).

Diese positive Entwicklung hatte sich bereits 2018 angekündigt: Sanken die Zahlen der Existenzgründungen zwischen den Jahren 2016 und 2017 noch um rund 17,11 Prozent, lag der Rückgang 2018 bei nur noch 2 Prozent. Diese deutliche Verlangsamung des Negativtrends wurde von der KfW auf die positive gesamtwirtschaftliche Entwicklung 2018 zurückgeführt. Zugleich nahm 2018 die Zahl der Gründungsplanungen weiter zu, was sich dann in den Zahlen für 2019 bemerkbar machte. Die Daten für 2019 legen einen erneuten Anstieg der Gründungsplanungen nahe, was ein positives Signal für die Gründungstätigkeit 2020 wäre.

Wie wirkt sich die Corona-Krise aus?

„Die Gründungstätigkeit in Deutschland hat 2019 erstmals seit 5 Jahren wieder angezogen. Für das Jahr 2020 wird sich zeigen, ob angesichts der großen Sorgen, die die Corona-Krise besonders für Selbständige mit sich bringt, ein Plus bei Notgründungen oder ein Minus durch den Abbruch von Gründungsplänen überwiegen werden“,

sagt Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie in Deutschland erwartet die KfW, dass dieses Jahr die Zahl der Notgründungen steigen wird, ähnlich der Entwicklung während der Finanzkrise. Unter dem Eindruck der existenzbedrohenden Lage, in der sich viele Selbstständige durch die aktuelle Krise befinden, werden aber vermutlich deutlich mehr Gründungspläne aufgegeben als üblich. Welcher Effekt letztlich überwiegen wird, bleibe jedoch abzuwarten. Köhler-Geib erklärt weiter:

„Staatliche Liquiditätshilfen und Unterstützung für Kurzarbeit helfen Unternehmen und Selbstständigen erst einmal weiter. Auch ist es ermutigend zu sehen, wie viele Selbstständige sich in der Not neu erfinden und ihre Geschäftsmodelle den akuten Herausforderungen anpassen. Entscheidend ist aber, dass alle mit ihrem Verhalten dazu beitragen, den gegenwärtigen Ausnahmezustand so kurz wie möglich zu halten, dann werden umso mehr diese Krise überstehen.“

Über den Gründungsmonitor

Der KfW-Gründungsmonitor ist eine repräsentative, seit dem Jahr 2000 jährlich durchgeführte Bevölkerungsbefragung zum Gründungsgeschehen in Deutschland. Hierzu werden etwa 50.000 in der Bundesrepublik Deutschland ansässigen Personen im „gründungsrelevanten“ Alter von 18 bis 64 Jahren telefonisch befragt. Der vollständige Bericht mit allen Ergebnissen zum Gründungsgeschehen im Jahr 2019 steht noch aus.

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2013 über das Digital Business. Schwerpunkt des studierten Politikwissenschaftlers sind die Verknüpfung von On- und Offline-Kanälen in Marketing und Handel sowie der Wandel am Point of Sales und die Digitalisierung des Einzelhandels. Nun freut er sich auf die Münchner Startup-Szene mit ihren kreativen Köpfen.

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