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Crunchtaste: „Die Lebensmittelbranche ist mit hohen Auflagen und Regeln versehen“

Granola gilt als gesunde Alternative zu herkömmlichem Müsli und ist unter Foodies besonders in den USA sehr beliebt. Aber auch in Deutschland kommen immer mehr Menschen auf den Geschmack. Das Münchner Startup Crunchtaste will den Trend für sich nutzen. Crunchtaste-Gründerin Laura Kniggendorf stellt sich unseren 7 Fragen.

Munich Startup: Wer seid Ihr und was macht Ihr? Stellt Euch bitte kurz vor!

Laura Kniggendorf: Ich bin Laura, 27 Jahre alt und wohne seit drei Jahren in München. Ursprünglich komme ich aus der Nähe von Frankfurt und habe in Heidelberg und Frankfurt Politikwissenschaft studiert. Derzeit arbeite ich hauptberuflich als Projektmanagerin im E-Commerce Business. Meine Marke Crunchtaste habe ich im letzten Jahr ins Leben gerufen. Meine Leidenschaft für das Backen sollte nicht mehr nur Freunden und Familie zugutekommen, sondern ich wollte auch viele andere Menschen damit beglücken. Die Idee des Granolas entstand durch mehrere USA-Reisen. In den Staaten ist Granola schon lange Zeit ein großer Trend und gerade unter den Foodies sehr beliebt. In Deutschland ist es noch relativ wenig verbreitet, was sich derzeit ändert. Ich bin zudem kein Fan von tausend Zusätzen in Lebensmitteln, was gerade bei Müsli oft der Fall ist: Es sind unzählige Dinge hinzugesetzt (vor allem Zucker!), die man nicht braucht oder die ungesund sind. Dem wollte ich entgegenwirken: Ich entwickelte Rezepte, die ohne raffinierten Zucker auskommen und keine künstlichen Aromen beinhalten. Nach der positiven Resonanz aus dem Testesser-Kreis, entschied ich mich dazu, das Granola zu verkaufen und launchte meinen Onlineshop www.crunchtaste.de.

Crunchtaste nutzt Agavendicksaft statt Zuckerzusatz

Munich Startup: Welches Problem löst Euer Startup?

Laura Kniggendorf: Crunchtaste bietet eine gesunde Alternative zu den Müsli-Produkten aus dem Supermarkt. Viele Menschen, die sich zunehmend mit gesunder Ernährung auseinandersetzen, finden in den Supermarktketten kein Granola oder Müsli, das ohne Zuckerzusatz oder sonstigen Zusätzen auskommt. Das Granola von Crunchtaste wird ausschließlich mit Agavendicksaft in geringen Mengen gesüßt, sodass auch Veganer auf ihre Kosten kommen. Es enthält nur natürliche Zutaten und kann bedenkenlos genossen werden. Zudem ist Granola in Deutschland noch nicht sehr weit verbreitet. Crunchtaste füllt diese Lücke mit hochwertigen und besonderen Produkten und macht es jedem sehr einfach, sein Frühstück aufzupeppen.

Munich Startup: Aber das gibt’s doch schon längst!

Laura Kniggendorf: Klar, was gibt es nicht? Allerdings sind den bestehenden Granolas häufig viele Zusätze, insbesondere weißer Zucker, hinzugesetzt. Auf diesen kann locker verzichtet werden! Häufig sind die Produkte aus dem Supermarkt durch ihren Zuckerzusatz sogar viel zu süß im Geschmack. Ich kann versprechen, dass unser Granola nichts mit dem aus dem Supermarkt zu tun hat — es schmeckt besonders (gut), ist super knusprig und besteht nur aus natürlichen Zutaten.

Munich Startup: Was waren bisher Eure drei größten Herausforderungen?

Laura Kniggendorf: Gerade die Lebensmittelbranche ist mit hohen Auflagen und Regeln versehen. Zunächst ist es schwierig den Überblick zu bekommen: Was darf ich überhaupt produzieren? Wo darf ich produzieren? Wo darf ich verkaufen? Wie müssen die Produkte gekennzeichnet sein? Es gibt unzählige Fragen dieser Art, die zu Beginn beantwortet werden müssen. Eine riesige Herausforderung war es auch, eine geeignete Backstube zu finden. Wir haben viele Cafés und Restaurants kontaktiert, meistens erfolglos. Die Backstube, die wir anfangs benutzen durften, stand uns plötzlich nicht mehr zur Verfügung und die Suche ging wieder von vorne los.

„Es kommt ja niemand vorbei und fragt dich nach deinem Granola“

Eine der schwersten Herausforderungen ist es, die richtigen Kunden anzusprechen. Es kommt ja niemand vorbei und fragt dich nach deinem Granola. Die Zielgruppe zu definieren, die richtigen Leute anzusprechen und zu entscheiden, über welche Kanäle man die Kommunikation am effizientesten gestaltet, ist nach wie vor ein großes Thema.

Munich Startup: Wie laufen die Geschäfte?

Laura Kniggendorf: Wir sind nach wie vor sehr klein und stecken im Aufbau der Marke. Seit unserem Launch haben wir aber viel positives Feedback bekommen und viele Kunden als Wiederkäufer gewonnen. Es ist schön zu sehen, dass das Produkt bei den Menschen ankommt und angenommen wird. Darauf bauen wir nun weiter auf.

Munich Startup: Wie schätzt Ihr den Startup-Standort München ein?

Laura Kniggendorf: München ist eine äußerst innovative und vielseitige Stadt. Für Startups bietet München eine Menge Möglichkeiten. Es gibt viele unterschiedliche Menschen, die offen für Neues sind und die Bereitschaft haben, Dinge zu testen und auszuprobieren. Gerade das internationale Publikum kennt Granola bereits aus der Heimat oder von Reisen und ist unseren Sorten gegenüber sehr aufgeschlossen. Das haben wir zum Beispiel bei unserem Besuch im Google-Büro gemerkt. Das Interesse an qualitativ hochwertigen Lebensmitteln ist in München im deutschlandweiten Vergleich sicherlich hoch, was uns ebenfalls hilft. Für Startups im Allgemeinen wird in München eine Menge getan. Manchmal würde ich mir noch etwas mehr Unterstützung für Food-Startups wünschen, insbesondere bei der Bereitstellung von allgemeinen Informationen.

Munich Startup: Früh aufstehen oder die Nacht durchmachen?

Laura Kniggendorf: Ganz klar früh aufstehen! So hat man mehr vom Tag und kann diesen nach Lust und Laune gestalten: Neben der Erledigung von Pflichten ist auch noch Platz für andere Dinge.

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2013 über das Digital Business. Schwerpunkt des studierten Politikwissenschaftlers sind die Verknüpfung von On- und Offline-Kanälen in Marketing und Handel sowie der Wandel am Point of Sales und die Digitalisierung des Einzelhandels. Nun freut er sich auf die Münchner Startup-Szene mit ihren kreativen Köpfen.

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