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Robominds: „Wir machen Roboter smart“

Eigentlich sind Industrieroboter nichts Neues – solche, die selbstständig sehen, verstehen, greifen und sich koordinieren können aber schon. Das Münchner Startup Robominds bringt ihnen genau dies bei und arbeitet so mit an der Zukunft von Industrie 4.0. Wir haben mit den Gründern gesprochen.

Munich Startup: Wer seid Ihr und was macht Ihr? Stellt Euch bitte kurz vor!

Robominds: Wir sind die Robominds-Gründer Tobias Rietzler (29), Elektroingenieur mit einem Studium der Elektrotechnik an der TU, und Andreas Däubler (33), ausgebildeter Softwareentwickler und Autodidakt. Zu Studienzeiten lebte Tobi in einer WG mit seiner Cousine – da sie und Andi ein Paar sind, blieben gemeinsame Abende mit unzähligen Ideen (und Bieren) nicht aus und so entstand unter anderem die Robominds-Idee. Eines ist sicher: Ideen gehen uns nicht aus.

Munich Startup: Welches Problem löst Euer Startup?

Robominds: Wir machen Roboter smart – und damit die Industrierobotik zukunftsfähig für sämtliche Unternehmensgrößen. Weil Roboter mit unserer Software selbstständig sehen, verstehen, greifen und sich koordinieren können, entfallen lange Einlernzeiten – und koordinatenbasierte Robotik sowieso. Unsere Lösung kann problemlos ganze Prozesse erlernen, zum Beispiel bei der Kommissionierung: Von der Auftragsbearbeitung, über die Wegplanung, bis hin zur Steuerung des Roboterarms und des Vision-Systems läuft am Ende alles automatisiert ab. Vor allem für KMUs wird damit die viel besprochene Industrie 4.0 vom Buzzword zur Realität.

Munich Startup: Aber das gibt’s doch schon längst!

Robominds: Nein, nicht in dieser Tiefe und Breite. Wir sind sicherlich nicht die einzigen, die in dieser Richtung forschen und arbeiten, tun dies jedoch unabhängig von Roboter- und Komponentenherstellern und deren Schnittstellen. Unsere Robobrain-Suite können quasi alle in ihr Produktions- oder Logistikumfeld integrieren, (fast) unabhängig davon, wie das Unternehmen bislang diesbezüglich aufgestellt ist.

Munich Startup: Gab es bereits einen Punkt, an dem Ihr beinahe gescheitert seid?

Robominds: Life is a highway – da kommt auch mal was von rechts und links. Wir konzentrieren uns aber in erster Linie darauf, uns nicht abdrängen zu lassen. Ein verlässlicher Investor und gute Expertenkontakte sind dabei wahnsinnig hilfreich.

Konstantes Wachstum mit Luft nach oben

Munich Startup: Wie laufen die Geschäfte?

Robominds: Wir sehen konstantes Wachstum, aber natürlich auch Luft nach oben. Außerdem haben wir es schon ins Museum geschafft: Im Deutschen Museum steht am Anfang des Jahres ein Cobot, ein kollaborierender Roboter. Die können auf engem Raum mit Menschen zusammenarbeiten, nicht so wie herkömmliche Industrieroboter. Gebaut habt den zwar eine dänische Firma, wir haben aber die Software geschrieben und dem Roboter so beigebracht, wie Greifen geht.

Munich Startup: Wie schätzt Ihr den Startup-Standort München ein?

Robominds: Münchens große Stärken sind für uns seine Attraktivität für Talente und die starke Rolle Bayerns in Wirtschaft, Forschung und Netzwerk. Wirtschafts- und Forschungsverbände sind stark und auch die Mitarbeitersuche ist für uns hier relativ problemlos. Klar, in puncto Investments schaut man gerne mal neidvoll über den großen Teich und für Büromiete & Co. gibt es sicherlich günstigere Standorte – insgesamt sind wir aber aus Überzeugung und von Herzen Münchner und wirklich richtig gerne hier.

Munich Startup: Früh aufstehen oder die Nacht durchmachen?

Robominds: Andi steht früh auf, Tobi macht die Nacht durch – und unser Team ergänzt sich da ähnlich gut. Außerdem legen wir Wert auf guten Kaffee für alle.

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2013 über das Digital Business. Schwerpunkt des studierten Politikwissenschaftlers sind die Verknüpfung von On- und Offline-Kanälen in Marketing und Handel sowie der Wandel am Point of Sales und die Digitalisierung des Einzelhandels. Nun freut er sich auf die Münchner Startup-Szene mit ihren kreativen Köpfen.

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