© Alaljojo

Alaljojo: „Wassersportlern ein einmaliges Erlebnis bieten“

So wie man bei Ikea seine Möbel im Karton kauft können Wassersportler bei dem Startup Alaljojo ein Do-it-yourself-Kit für Windbaords kaufen. Im Interview erzählen uns die Gründer, was ihren Ansatz besonders macht und wie sie den Wassersport weiter revolutionieren wollen.

Munich Startup: Wer seid Ihr und was macht Ihr bei Alaljojo? Stellt Euch bitte kurz vor!

Alaljojo: Wir sind Al, Al und Jojo vom Ammersee in Herrsching. Wir bauen DIY-Windsurfboards die man entweder zu Hause craften kann, oder in einem unserer Workshops mit einem Crafting Coach.

Munich Startup: Welches Problem löst Euer Startup?

Alaljojo: Mehrere: In erster Linie wollen wir leidenschaftlichen Wassersportlern ein einmaliges Erlebnis bieten, endlich ihr eigenes High Performance Board zu bauen – für viele Windsurfer ist das ein Traum, der jetzt einfach und innerhalb von 3 Tagen umsetzbar ist.

In zweiter Linie bieten wir ein Custom Design, auch das zahlt auf die Product Experience ein: denn nicht nur das Visual Design ist frei wählbar, sondern auch z.B. funktionale Aspekte wie die Position der Fußschlaufen oder die Foil-ready-Option. Das heißt, unser Board bietet eine einfache Möglichkeit bei geringerem Wind ein sog. „Foil“ anstatt der Finne zu verwenden. Das hilft bei geringerem Wind trotzdem Speed auf das Brett zu bekommen, somit bist du flexibler wann und wo du zum Windsurfen gehen möchtest.

Munich Startup:  Aber das gibt’s doch schon längst!

Alaljojo: Leider nicht in der Einfachheit! Das besondere an unserem Konzept ist der 9 Step Plug & Play„-Approach, der für die Stabilität und Performance des Boards optimiert ist.

Alaljojo setzt auf Nachhaltigkeit

Dahinter steckt eine Hohlbauweise die dir in 9 Schritten ermöglicht, ein Board zu shapen. Wir gehen weg vom Styroporkern, der wenig nachhaltig auf die richtige Form geschliffen werden muss. Unseren Willi musst du dir mehr wie einen Steckbaukasten wie bei einem Billy-Schrank von Ikea vorstellen. Genau wie bei den Schweden kommt in einer braunen Kiste (fast) alles was du für den Aufbau brauchst.

Damit sorgt dieser Ansatz für eine hohe Usability beim Shaping, so dass man keine speziellen Werkzeuge (z.B. Fräsen, Vakuum-Pumpe etc.) benötigt.

Munich Startup:  Gab es bereits einen Punkt, an dem Ihr beinahe gescheitert seid?

Alaljojo: Wir betreiben Alaljojo als Sidepreneurs neben unseren Haupttätigkeiten. Daher ist Zeit unser knappstes Gut. Auf der einen Seite ist das natürlich eine Einschränkung, der wir mit viel Disziplin und Fokus entgegentreten. Auf der anderen Seite haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich dadurch unsere Produktqualität verbessert: Wir arbeiten jeden Schritt hochkonzentriert und haben dennoch Pausen, in denen wir einzelne Entscheidungen reflektieren können. Sich in dieser Phase Zeitdruck zu machen wäre Gift. Ein glücklicher und begeisterter Kunde ist für uns mehr wert als fünf zufriedene.

„Hohe Übertragbarkeit auf den weiteren Wassersportmarkt“

Alaljojo

Munich Startup:  Wo möchtet Ihr in einem Jahr stehen, wo in fünf Jahren?

Alaljojo: Wir sind aktuell mit einem Freestyle Board auf dem Markt. Im nächsten Jahr werden wir weitere Board-Modelle herausbringen. Wir sehen aber ebenfalls eine hohe Übertragbarkeit auf den weiteren Wassersportmarkt. Gleichzeitig freuen wir uns darauf, das Workshop-Konzept auch auf Spots und Surfcamps auszurollen.

Ein Schwerpunkt unseres zukünftigen Handelns ist der kontinuierliche Ausbau unseres Nachhaltigkeitskonzepts – mit unserer Hohlbauweise konnten wir bereits auf den Styroporkern verzichten – in einer ganzheitlichen Betrachtung gibt es aber noch viele spannende Herausforderungen die wir angehen wollen.

Darüber hinaus haben wir viele weitere Ideen, den Wassersport zeitgemäßer und attraktiver zu gestalten als er heute ist.

Munich Startup:  Wie schätzt Ihr den Startup-Standort München ein?

Alaljojo: Als waschechte Münchner lieben wir München und das Alpenvorland mit seinen vielen Seen und Flüssen.

Der Austausch und das Angebot des Münchner Ecosystems aus vielen cleveren Startups, mit starken Gründern und erstklassigen Hochschulen ist perfekt. Ohne der TUM z.B. und dem Makerspace wären wir noch lange nicht da, wo wir sind.

Gleichzeitig wünschen wir uns natürlich ein bisschen mehr Risikoappetit auf Seiten der Corporates und VCs.

Munich Startup:  Isar oder Englischer Garten?

Alaljojo: Am Liebsten am Ammersee! Aber wir lieben das Surfen am Eisbach genauso wie eine ausgedehnte SUP-Tour auf der Isar. Wir leben da wo andere Leute Urlaub machen und sind jeden Tag dankbar dafür!

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2013 über das Digital Business. Schwerpunkt des studierten Politikwissenschaftlers sind die Verknüpfung von On- und Offline-Kanälen in Marketing und Handel sowie der Wandel am Point of Sales und die Digitalisierung des Einzelhandels. Nun freut er sich auf die Münchner Startup-Szene mit ihren kreativen Köpfen.

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