© jcomp / freepik

Corona-Novemberhilfe und weitere Neuerungen

Mit der Novemberhilfe können Unternehmen, die von den Schließungen im Zuge der Pandemiebekämpfung betroffen sind, 75 Prozent ihres Vorjahresumsatzes erstattet bekommen. Zudem wurden die Überbrückungshilfen bis in den kommenden Sommer verlängert.

Als die Bundesregierung Ende Oktober die neuen Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie verkündet hatte, versprach sie auch neue Hilfen für die Wirtschaft. So sollten unter anderem die von den temporären Schließungen betroffene Unternehmen, Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen eine außerordentliche Wirtschaftshilfe erhalten, um sie für finanzielle Ausfälle zu entschädigen. Als „Novemberhilfe“ können diese seit dem 25. November beantragt werden. Sie erhalten bis zu 75 Prozent des durchschnittlichen Umsatzes vom November 2019. Für Soloselbstständige, neu gegründete Unternehmen und Gastronomiebetriebe gibt es Sonderregelungen

Wie auch bei der Überbrückungshilfe müssen diese Anträge von einem Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigten Buchprüfer oder Rechtsanwalt geprüft und eingereicht werden. Davon ausgenommen sind Soloselbstständige mit Elster-Zertifikat und einer maximalen Förderung von 5.000 Euro. Die IHK für München und Oberbayern übernimmt wieder die Bearbeitung der Anträge.

Bayern Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger erklärt:

„Für zehntausende Betriebe im Freistaat ist die Novemberhilfe der dringend benötigte Rettungsanker. Viele Gastronomen, Hoteliers, Kinos und Fitnessstudios sitzen seit Wochen ohne Umsätze auf dem Trockenen. Jetzt für Liquidität zu sorgen hat also höchste Priorität. Unternehmen erhalten gleich bei Antragstellung umgehend eine erste Abschlagszahlung in Höhe von bis zu 10.000 Euro.“

Verlängerung der Überbrückungshilfe

Allerdings machte die Bundesregierung deutlich, dass diese Wirtschaftshilfen nur im November und Dezember ausgezahlt werden. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier als auch Kanzleramtschef Helge Braun erklärten, dass es auf Dauer nicht finanzierbar sei, 75 Prozent der Umsatzausfälle zu erstatten. Bereits im Januar sollen „zielgenauere Hilfen“ folgen, so Braun. Altmaier und auch Bundesfinanzminister Scholz sehen im neuen Jahr die Überbrückungshilfen im Mittelpunkt.

Diese sind nun bis 30. Juni 2021 verfügbar, nachdem die EU-Kommission eine Verlängerung der wegen COVID-19 geänderten beihilferechtlichen Grundlagen genehmigt hat. Die für die Hilfen in Bayern zuständige LfA gab bekannt, alle ihre Corona-Maßnahmen zu verlängern. Zu den Hilfen, die dadurch nahtlos weiter beantragt werden können, zählen der LfA-Schnellkredit mit einer Haftungsfreistellung von 100 Prozent, der Corona-Schutzschirm-Kredit, der Corona-Kredit für Gemeinnützige, der Universalkredit mit einer 80-prozentigen Haftungsfreistellung, die LfA-Bürgschaften mit einem Bürgschaftssatz von bis zu 90 Prozent sowie der Akutkredit.

Zum Schnellkredit, der für Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern ausgelegt ist, erklärt Aiwanger:

„Die kleinen Unternehmen brauchen und erhalten nach wie vor schnell und unbürokratisch Hilfe, um durch die Krise zu kommen. Seit Einführung des Produkts wurde der LfA-Schnellkredit an knapp 5000 kleine Unternehmen in Bayern zugesagt. Mit den Zusagen ist ein Darlehensvolumen von insgesamt über 200 Millionen Euro verbunden.“

Ärger um Verzögerungen

In Wirtschaftskreisen ärgert man sich währenddessen über die langsamen Prozesse bei der Bearbeitung der Hilfen. So erklärte etwa Achim von Michel, Landesbeauftragter für Politik im Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) Bayern:

„Es kann nicht sein, dass Unternehmen bis Dezember auf finanzielle Hilfen für Umsatzverluste im September warten müssen.“

Und weiter:

„Während im Frühling bei den Soforthilfen trotz der Neuartigkeit der Situation schnelle und unbürokratische Bemühungen zu beobachten waren, wirkt es mittlerweile so, als hätte die schnelle Auszahlung der Hilfen an existenzbedrohte Unternehmen nicht mehr die allerhöchste Priorität.“


Alle Informationen zur Novemberhilfe hat das bayrische Wirtschaftsministerium hier zusammengetragen. Informationen zur Soforthilfe findest Du hier und zur Überbrückungshilfe hier.

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2013 über das Digital Business. Schwerpunkt des studierten Politikwissenschaftlers sind die Verknüpfung von On- und Offline-Kanälen in Marketing und Handel sowie der Wandel am Point of Sales und die Digitalisierung des Einzelhandels. Nun freut er sich auf die Münchner Startup-Szene mit ihren kreativen Köpfen.

Ähnliche Artikel

Überbrückungshilfen Wachstumsbedingungen

News

 

Überbrückungshilfe III: Neuer Corona-Zuschuss für betroffene Unternehmen

Die Corona-Überbrückungshilfe III wurde erweitert. Unternehmen, die besonders stark von Corona betroffen sind, können einen Zuschuss zu ihren Fixkosten erhalten.

So stark hat Corona den Alltag digitalisiert digitale

News

 

So stark hat Corona den Alltag digitalisiert

Die Pandemie hat digitalen Technologien in Deutschland zu einer deutlich größeren Verbreitung verholfen, so das Ergebnis einer Befragung von 1.002 Personen ab…

Corona-Hilfen Gründungsgeschehen

News

 

Neuerungen bei den Corona-Hilfen

Mit den steigenden COVID-19-Fallzahlen und sich erneut verschärfenden Maßnahmen rücken auch wieder neue Corona-Hilfen für die Wirtschaft in den Fokus der Politik.…

Bayernfonds

News

 

Bayernfonds genehmigt: 46 Milliarden Euro Corona-Hilfen

Nachdem die EU grünes Licht für den Bayernfonds gegeben hat, können nun Unternehmen mit Finanzierungsbedarf ihre Anträge einreichen. Der Fonds umfasst insgesamt…

Überbrückungshilfe

News

 

Corona-Überbrückungshilfe für KMU kommt

Um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise für kleine und mittlere Unternehmen erträglicher zu gestalten, hat der Bund nun den Weg für die…

Münchner Wirtschaft Investments in Bayern legen zu

News

 

So stark hat Corona die Münchner Wirtschaft getroffen

Die Landeshauptstadt München hat den Jahreswirtschaftsbericht 2020 vorgelegt. Darin finden sich erste Zahlen, welche Branchen der Münchner Wirtschaft besonders hart von der…

Säule II

News

 

Corona-Hilfen: Warten auf Säule II verschreckt Investoren

Inzwischen hat das am 1. April von Bundesfinanzminister Olaf Scholz angekündigte 2-Milliarden-Hilfspaket für Startups an Kontur gewonnen: So besteht das Programm aus…

Soforthilfe Corona

News

 

Erste Zahlungen der „Soforthilfe Corona“ bereits erfolgt

Wie das bayerische Wirtschaftsministerium mitteilt, begannen die ersten Auszahlungen der „Soforthilfe Corona“ nur zwei Tage nach Ankündigung des Programms. Der Großteil der…