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415.000 Jobs: Studie zeigt Beschäftigungseffekte deutscher Startups

Wie viele Arbeitsplätze hat die Startup-Szene in Deutschland bisher geschaffen? Dieser Frage ging der Bundesverband Deutsche Startups in einer Studie nach. Das Ergebnis: Bereits heute arbeiten mehr als 415 000 Menschen bei Startups und Scaleups in der Bundesrepublik. Und viele weitere sind indirekt von ihnen abhängig.

Laut der Studie „Für ein Wirtschaftswunder 2.0 – Wie Startups und Scaleups den deutschen Arbeitsmarkt beflügeln“ soll das aber nur der Anfang sein. Denn aus Sicht der Autoren ist ein direkter Beschäftigungsanstieg von 415.000 auf 974.000 bis zum Jahr 2030 möglich. Dafür müsste allerdings der Anteil der Startup- und Scaleup-Mitarbeiter an der Gesamtbeschäftigung auf ein ähnliches Niveau wie aktuell in Großbritannien ansteigen. Gelänge es hingegen, den Anteil noch weiter zu steigern, etwa auf das Niveau von Startup-Nationen wie den USA, würde dies die Schaffung von mehr als 3 Millionen neuen Jobs in Deutschland bedeuten, so die Studie.

Die aktuell 415.000 Beschäftigten verteilen sich dabei auf die verschiedensten Sektoren. So sind mit 76.000 die meisten von ihnen in dem von der Studie als „Konsumgüter“ zusammengefassten Bereich zu finden. Mit 46.000 die zweitmeisten Arbeitsplätze stellt der Sektor „Transport & Reisen“, knapp gefolgt von 45.000 Jobs in „Medien & Marketing“. Die größten Wachstumsraten – von 2018 bis 2020 gemessen – können jedoch andere Bereich aufweisen. Hier liegt mit 83 Prozent der „Fintech“-Sektor auf Platz 1, gefolgt von „Bildung“ mit 77 Prozent. Den dritten Platz teilen sich die Bereiche „Transport & Reisen“ und „Unternehmenssoftware“ mit je 68 Prozent Wachstumsrate.

Insgesamt 1,6 Millionen Jobs dank Startups und Scaleups

Neben den direkt bei Startups entstandenen Jobs weist die Studie zudem darauf hin, dass zahlreiche weitere Arbeitsplätze indirekt von den Jungunternehmen abhängig sind. Dabei legen die Studienautoren ihren Berechnungen den Faktor 3 zugrunde, basierend auf Zahlen aus den USA. Somit habe die Startup-Szene zusätzlich zu den 415.000 direkten Jobs weitere 1,2 Millionen Stellen indirekt geschaffen, insgesamt also rund 1,6 Millionen Arbeitsplätze.

Die Studie wurde von der Unternehmensberatung Roland Berger zusammen mit der Internet Economy Foundation (IE.F), dem Bundesverband Deutsche Startups und der Deutsche Börse  erarbeitet.

Friedbert Pflüger, Vorsitzender der IE.F sagt:

„Die Relevanz des europäischen Startup- und Scaleup-Ökosystems für unsere Volkswirtschaft wird immer wieder beschworen. Doch nun haben wir schwarz auf weiß, welche Rolle das Startup- und Scaleup-Ökosystem für unseren Arbeitsmarkt, unsere Wettbewerbsfähigkeit und den Erhalt unseres Wohlstandes insgesamt spielt. Diesen Jobmotor müssen wir unterstützen, damit Deutschland sein enormes Potential voll entfalten kann. Wir sollten unsere französischen Nachbarn zum Vorbild nehmen, und Startups und Scaleups zur obersten Priorität in der Politik machen.”

Und Christian Miele, Vorstandsvorsitzender im Bundesverband Deutsche Startups, ergänzt:

„Die Studie zeigt, Startups sind eine Job-Rakete. Das muss für eine neue Bundesregierung Ansporn sein, Deutschland zu einer Startup-Nation zu machen. Startups müssen ganz oben auf die politische Agenda und ChefInnen-Sache werden. Bereits in den ersten 100 Tagen muss deutlich werden, dass die Stärkung von Startups oberste Priorität hat.”

„Wir brauchen in Deutschland eine neue Wahrnehmung der Startup- und Technologie-Szene“

Hanno Renner, Gründer und CEO von Personio, kommentierte die Studie im Rahmen der öffentlichen Vorstellung:

„Wir brauchen in Deutschland eine neue Wahrnehmung der Startup- und Technologie-Szene: Von ‚netten‘ Innovationstreibern, von denen die ‚richtige‘ Wirtschaft lernen kann, hin zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige der Zukunft. In den USA und China sind schon viele der wertvollsten Unternehmen Tech-Startups, die erst in den letzten 2,5 Jahrzehnten gegründet worden sind. In Deutschland und Europa ist das auch möglich und es ist nötig, um Wohlstand und Arbeitsplätze zu sichern.”

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2013 über das Digital Business. Schwerpunkt des studierten Politikwissenschaftlers sind die Verknüpfung von On- und Offline-Kanälen in Marketing und Handel sowie der Wandel am Point of Sales und die Digitalisierung des Einzelhandels. Nun freut er sich auf die Münchner Startup-Szene mit ihren kreativen Köpfen.

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