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In 3 Schritten zu mehr Nachhaltigkeit im Startup

Um einen Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft zu leisten, verfolgen immer mehr Startups das Ziel, klimafreundlicher zu handeln und zu wirtschaften. Welche Maßnahmen müssen sie hierfür am ehesten ergreifen, um schnell erste positive Ergebnisse zu erzielen? Heba Aguib, Chief Executive Respond, erläutert drei wichtige Schritte auf dem Weg zum nachhaltigeren Startup. Ein Gastbeitrag.

Wenn GründerInnen sich ihrer Verantwortung gegenüber der Klimakrise bewusst werden, haben sie bereits die Grundvoraussetzung für die eigene nachhaltige Transformation gelegt. Denn nur mit einem entsprechenden Problembewusstsein und dem daraus folgenden Willen zu positiven Veränderungen kann der Weg zu mehr Nachhaltigkeit geebnet werden. Dies bezieht sich nicht nur auf die Führungsebene, sondern auch auf sämtliche Mitarbeitende des Startups. Daher sollte als allererstes im gesamten Team die Mission klar kommuniziert und sichergestellt werden, dass alle an Bord sind und später auch bei Schwierigkeiten verlässlich an einem Strang ziehen. Ist dies grundlegend geklärt, kann es mit folgenden wichtigen Schritten losgehen.

1. Schonungsloser Blick auf den eigenen CO2-Fußabdruck

Damit klar wird, an welchen Stellen sich am besten ansetzen lässt, sollten als erstes die Bereiche des Startups definiert und unter die Lupe genommen werden, welche die meisten CO2-Emissionen verursachen. Für solch eine grundlegende CO2-Analyse der Geschäftsprozesse stehen zahlreiche unterstützende digitale Tools und Anbieter bereit, wie etwa das Startup Plan A, das sowohl Unternehmensdaten als auch öffentliche Daten aus staatlichen oder wissenschaftlichen Quellen mit einbezieht. Dies ist besonders wichtig für Startups, da deren Geschäftsmodelle oftmals sehr neu sind und von den Regelungen des Gesetzgebers, wie dem GHG Protocol, noch nicht komplett erfasst sind.

Ein Großteil der Emissionen von Startups entsteht dabei zumeist im Scope 3. Dieser bezieht sich auf alle indirekten Emissionen, die in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens entstehen, während Scope 2 indirekte Emissionen aus der Erzeugung von eingekauftem Strom, Dampf, Wärme und Kälte umfasst und Scope 1 alle direkten Emissionen aus eigenen oder kontrollierten Quellen wie zum Beispiel der Unternehmensflotte beschreibt.

2. Emissionen reduzieren

Nachdem die emissionsintensiven Unternehmensbereiche identifiziert wurden, können entsprechende Reduktionsziele definiert werden. Wie diese genau aussehen, hängt letztlich von jedem einzelnem Startup ab. Ein klares und einfaches Einsparpotenzial haben jedoch alle gemeinsam: die Wahl eines Ökostromanbieters. 46 Prozent der erzeugten elektrischen Energie in Deutschland stammt heute bereits aus erneuerbaren Quellen, sodass ein Bezug von komplett „grünem” Strom für Startups kein großes Problem mehr darstellt und den CO2-Fußabdruck bereits erheblich senken kann.

Weitere schnell umsetzbare Maßnahmen sind ein nachhaltigerer Umgang mit Ressourcen im Büro – vom achtsamen Strom- und Papierverbrauch bis zu vegetarischen Geschäftsessen – oder eine nachhaltige Mobilität der Mitarbeitenden. Hier sollte vor allem bei Geschäftsreisen wenn möglich auf Flüge verzichtet und stattdessen die Bahn genutzt werden. Doch auch der tägliche Arbeitsweg der Mitarbeitenden kann durch Anreize wie einen Zuschuss für ein Monatsticket des Öffentlichen Nahverkehrs oder auch ein Dienstfahrrad in nachhaltigere Richtungen gelenkt werden. Wichtig ist gerade auch die Berücksichtigung von Energiefressern, an die man eventuell im ersten Moment vielleicht nicht denkt, beispielsweise ausgelöst durch die IT-Infrastruktur. So ist die Wahl von klimaneutralen Servern sinnvoll, um den CO2-Fußabdruck des Unternehmens zu minimieren.

3. Die gemeinsame nachhaltige Mission nach innen und außen kommunizieren

Aus dem letztgenannten Punkt ergibt sich auch ein weiteres wichtiges Aufgabenfeld: die Ansprache und Mitnahme des gesamten Teams. Damit dieses nicht nur am Anfang motiviert wird, sondern auch auf lange Sicht bei der Stange bleibt, sollten erreichte Ziele und Maßnahmen klar und positiv an alle Mitarbeitenden kommuniziert werden. Besonders nachvollziehbare Zahlen und Daten machen hierbei die gemeinsamen Erfolge greifbar und stärken die Selbstwirksamkeit im Team, die dringend benötigt wird, damit alle beharrlich auf dem Weg weiter voranschreiten.

Genauso wie nach innen sollten auch Kommunikationsmaßnahmen nach außen für den Klimaschutz genutzt werden. Hierbei geht es weniger um die Verlautbarung erreichter Klimaziele – auch wenn diese natürlich mit erwähnt werden können –, sondern hauptsächlich um das öffentliche und politische Eintreten für nachhaltige Themen und Veränderungen im gesamten Wirtschaftssystem. Die eigene nachhaltige Unternehmenskultur bietet hierbei den Ausgangspunkt, um sich mit gleichgesinnten Unternehmen und PartnerInnen zusammenzutun und sich gemeinsam für einen systemischen Wandel hin zu einer nachhaltigen Zukunft einzusetzen.