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Wie Münchner Startups die Gastronomie verändern

Der Fachkräftemangel trifft die Gastronomie besonders hart: Bayernweit können rund zwei von drei offenen Stellen in der Branche nicht besetzt werden. Können Startups hier aushelfen? In Episode 53 des Munich Startup Podcasts suchen wir nach passenden Lösungen von Münchner Startups.

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Mit der angekündigten Umgestaltung des Noma, dem „besten Restaurant der Welt“, erregte Mitbesitzer und Küchenchef René Redzepi Anfang des Jahres die Aufmerksamkeit der internationalen Presse. Als Gründe für seine Entscheidung führt er gegenüber der New York Times nicht nur die problematischen Arbeitsbedingungen für viele Angestellte in der Spitzengastronomie und eine damit verbundene „Krise der sozialen Nachhaltigkeit“ an. Auch eine durch die Corona-Zwangspause in der Gastronomie verstärkte Personalkrise habe zu seinem Entschluss geführt.

Diese Personalkrise betrifft allerdings nicht nur die Spitzengastronomie, wie etwa der Blick in das österreichische Gastbewerbe zeigt. Und auch in Bayern bleiben viele Stellen unbesetzt. Laut BR liegt bei der Stellenüberhangquote, also dem Anteil der unbesetzten Stellen, Würzburg bundesweit auf Platz 1. Demnach können in der Region 83,6 Prozent der offenen Stellen in der Gastronomie nicht besetzt werden. In der bundesweiten Rangliste folgen dann die bayerischen Regionen Passau mit 82,9 Prozent und Weiden in der Oberpfalz mit 80,8 Prozent. In München ist die Situation hingegen deutlich entspannter, hier liegt die Quote bei nur 5,5 Prozent. Die Landeshauptstadt ist damit aber die Ausnahme: der bayernweite Durchschnitt liegt bei 62,5 Prozent.

Digitale Lösungen für die Gastronomie

Können Startups hier Abhilfe schaffen? Sie können zumindest dabei helfen, die Arbeit in Restaurants effektiver und auch arbeitnehmerfreundlicher zu gestalten, wie etwa Ordercube zeigt. Das Unternehmen hat einen kleinen Würfel entwickelt, der, auf Restauranttischen platziert, gängige Kerzengläser ersetzt und gleichzeitig neue Funktionen ermöglicht. So kann über den Würfel nicht nur die Bedienung an den Tisch gerufen oder und bezahlt werden, er liefert auch wertvolle Daten über die Servicequalität eines Restaurants und hilft so, die durchschnittliche Wartezeit oder die Auslastung zu optimieren. Wer hinter Ordercube steckt, hört Ihr ab Minute 4:50.

Allo (ab Minute 7:35) hat es sich wiederum zur Aufgabe gemacht, kleinen Restaurants bei ihrer Digitalisierung zu helfen. Hierzu will das Startup Tools für Restaurants in seiner Plattform gebündelt anbieten und so „kleinen Restaurants das technologische Niveau von McDonald’s und Starbucks zugänglich machen“, wie es auf der Webseite des Unternehmens heißt. Im Jahr 2020 gegründet konnte das junge Unternehmen erst im vergangenen Dezember eine Finanzierungsrunde über 1,4 Millionen Euro abschließen.

Die Sache mit dem Trinkgeld

Trinkgeld ist ein entscheidender Einkommensfaktor, nicht nur in der Gastro, sondern im Servicebereich generell. Doch durch die immer größere Verbreitung der Kartenzahlung stellt sich immer wieder die Frage: Kommt das Geld denn auch bei den Servicekräften an? Das Startup Edrixx (ab Minute 10:00) hat hierfür eine Lösung entwickelt. Über die Web App der Münchner können Gäste das Trinkgeld direkt auf das Konto ihrer Bedienung überweisen. Dies hat auch für die Restaurantbesitzer Vorteile: Ihre Belegschaft ist nicht nur glücklicher, sie selbst müssen auch nicht mehr das Trinkgeld aus jeder einzelnen Kartenzahlung herausrechnen und der richtigen Person zuweisen.

Personalprobleme im Gastgewerbe

Hotels, die ja meist mit der Gastronomie als „Gastgewerbe“ zusammengefasst werden, plagen ganz ähnliche Probleme wie die Restaurants. Das Startup Hoscom will ihnen mit seiner Lösung bei der Digitalisierung unter die Arme greifen und die Kommunikation unter den Mitarbeitenden aber vor allem zwischen den Abteilungen verbessern. So soll die tägliche Arbeit der Hotelmitarbeitenden erleichtert und dadurch die Qualität des Hotels gesteigert werden. Wie genau das funktioniert und wer hinter Hoscom stecht, verraten wir ab Minute 12:30.

Der Drink Innovation Campus DICA

Zum Abschluss dieser Episode stellen wir ab Minute 14:45 den DICA genauer vor. Das Accelerator-Programm wurde 2019 vom SCE gemeinsam mit dem Branchenmagazin Inside und Partnern aus der Getränkewirtschaft ins Leben gerufen. Durch Co-Creation sollen dabei Startups und Unternehmen voneinander lernen. Zu den Partnerunternehmen des DICA gehören unter anderem die Bitburger Braugruppe, Frankenbrunnen und die Ardagh Group.

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2013 über das Digital Business. Schwerpunkt des studierten Politikwissenschaftlers sind die Verknüpfung von On- und Offline-Kanälen in Marketing und Handel sowie der Wandel am Point of Sales und die Digitalisierung des Einzelhandels. Nun freut er sich auf die Münchner Startup-Szene mit ihren kreativen Köpfen.

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