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„Riesiger Marketing-Effekt“ – Crowdfunding-Tipps von Carryyygum

„Riesiger Marketing-Effekt“ – Crowdfunding-Tipps von Carryyygum

Helen Duran

Helen Duran

Als Redakteurin war Helen Duran bis 2026 in der Münchner Startup-Szene für Munich Startup unterwegs.

20. Februar 2019

3 Min. Lesezeit

Das Münchner Jungunternehmen Carryyygum hat den „kleinsten Gepäckträger der Welt“ erfunden. Die erste Charge des Gummibands zum Transportieren von (eher) kleinen Gegenständen mit dem Rad finanzierte Gründer Carl Heinze über eine Crowdfunding-Kampagne. Gefördert wurde das Projekt von der Stadt München. In unserem Interview berichtet Carl über seine Learnings, erzählt, worauf er besonders stolz ist und spricht über die Herausforderungen der Kampagne.

Bei vielen Crowdfunding-Kampagnen steht neben der Finanzierung der Markttest oder das Marketing im Vordergrund. Wie war das bei Carryyygum?

Carryyygum

Carryyygum-Erfinder Carl Heinze.

Es ging schon vor allem um die Finanzierung der ersten Charge an Produkten. Durch das erfolgreiche Crowdfunding wurde für uns das Risiko ein großes Stück reduziert. Im Nachhinein zeigt sich aber, dass der Marketing-Effekt der erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne wirklich riesig ist: Projektstarter bekommen dadurch gewissermaßen ein Siegel, dass die eigene Idee gut ist — und das erleichtert viele Gespräche und Kooperationen.

Wie habt Ihr Euch auf die Kampagne vorbereitet und wo habt Ihr Unterstützung gefunden?

Die Themen Produktionskosten, Gebühren, Steuern, Zölle, Auslandslieferungen usw. fand ich am Anfang schon ziemlich komplex. Da waren einige Gespräche mit anderen, die schon mal eine Crowdfunding-Kampagne mit vergleichbaren Ideen gemacht haben, sehr hilfreich, wie zum Beispiel beim Crowdfunding-Frühstück oder einfach einen Gründer anschreiben.

„Bei uns kam der Erfolg nicht von allein“

Was würdest Du anderen Gründern raten, die überlegen, eine Crowdfunding-Kampagne zu starten?

Zumindest bei uns kam der Erfolg nicht von allein. Da steckt schon viel Arbeit drin: Pressearbeit, bezahltes Marketing, Klinkenputzen in Fahrradgeschäften, Messebesuch, Flyer verteilen, Blogger anschreiben. Vielleicht gibt es die Idee, die man auf Kickstarter einstellt und die ganz von alleine immer mehr Unterstützer anzieht — bei uns liefs nicht ganz von allein.

„Städtische Crowdfunding-Förderung: ein gutes Trust-Element“

Wie konntet Ihr durch die Crowdfunding-Förderung der Stadt München profitieren?

Für eine gute Kampagne entstehen am Anfang ja doch recht viele Ausgaben — zum Beispiel für die Videoproduktion oder eine Grafikagentur. Da kamen die 3.000 Euro von der Stadt für uns wirklich zur rechten Zeit. Außerdem ist der Hinweis auf die städtische Crowdfunding-Förderung auch ein gutes Trust-Element auf der Crowdfunding-Seite.

Worauf bist Du besonders stolz in Bezug auf die Kampagne? Welche Erfahrungen habt Ihr während der Kampagne gemacht? Was hat Euch positiv — oder negativ — überrascht?

Mir hat die Kommunikation mit den Supportern wirklich viel Spaß gemacht. Und ich fand die Supporter auch immer sehr freundlich, unterstützend und nachsichtig. Und hilfsbereit! Ich habe zum Beispiel unsere Kickstarter-Unterstützer gefragt, ob sie unsere Sicherheitshinweise in die jeweilige Landessprache übersetzen könnten. Das war wirklich fantastisch, innerhalb von fünf Tagen hatten die Supporter den Text in zwölf Sprachen übersetzt!

Welche nachhaltigen Effekte hatte die Kampagne? Und wie gehts jetzt bei Euch weiter?

Weil unser Produkt vorne am Fahrrad unserer Kunden ja total sichtbar ist und so Leute recht einfach auf uns aufmerksam werden, läuft das Geschäft über unseren eigenen Webshop gar nicht so schlecht. Darüber hinaus müssen wir aber natürlich noch Vertriebspartner finden.

Die ersten haben wir schon, aber der Aufbau weiterer Vertriebspartnerschaften — sowohl im Einzelhandel als auch online — bleibt die Aufgabe für die nächste Zeit. Wer also ein Geschäft oder einen Online-Shop hat oder kennt und den kleinsten Fahrrad-Gepäckträger der Welt verkaufen will, bitte per Mail melden!

Vielen Dank für das Gespräch!

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