Munich Startup
30 Millionen Euro für Tytan

30 Millionen Euro für Tytan

Credit: Foto: Tytan Technologies

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Saskia Müller

Saskia Müller

Das Münchner Startup Tytan entwickelt KI-basierte Abfangsysteme für die Luftverteidigung und will seine industrielle Produktion in Europa ausbauen. Dafür hat das Unternehmen eine Series-A-Runde in Höhe von 30 Millionen Euro abgeschlossen.

27. Februar 2026

3 Min. Lesezeit

Damit steigt die Gesamtfinanzierung des 2023 gegründeten Münchner Defense-Startups auf 46 Millionen Euro. Die Runde führen Armira und Nato Innovation Fund gemeinsam an. Die bestehenden Geldgeber Visionaries Club, OTB Ventures, Lakestar, Magnetic, D3 und 10x Group beteiligen sich erneut.

Tytan entwickelt KI-basierte Abfangsysteme für die Luftverteidigung. Mit dem frischen Kapital will das Startup seine Produktion in Deutschland, der Ukraine und weiteren verbündeten Märkten ausbauen. Zudem plant das Unternehmen, die Entwicklung seiner Systeme zu beschleunigen und diese in verschiedene Ebenen moderner Luftverteidigung zu integrieren, darunter auch raketenbasierte Systeme.

Europäische Luftverteidigung im Wandel

Laut Tytan verändert der Einsatz großer Mengen kostengünstiger Drohnen die Anforderungen an bestehende Luftverteidigungssysteme. Insbesondere Angriffe mit zahlreichen unbemannten Systemen stellten klassische Abwehrsysteme vor Herausforderungen. Tytan verweist auf Berichte aus der Ukraine, wonach dort teils mehrere 100 Drohnen pro Tag eingesetzt würden. Verteidigungslösungen müssten deshalb dauerhaft und in großer Stückzahl verfügbar sein.

Die beiden Gründer Balazs Nagy und Batuhan Yumurtaci kommentieren wiefolgt:

„Europa erlebt einen historischen Umbruch darin, wie Luftverteidigung konzipiert, produziert und eingesetzt wird.“

Die Finanzierung diene dazu, eine industrielle und technologische Basis für eine europäische, KI-gestützte Luftverteidigungsarchitektur aufzubauen. Auch Patrick Schneider-Sikorsky, Partner beim Nato Innovation Fund, betont die strategische Bedeutung der Technologie von Tytan:

„(Tytan) schließt eine Fähigkeitslücke bei der Abwehr von Drohnenangriffen und ermöglicht den Schutz von Luftraum, Militärbasen und kritischer Infrastruktur“.

Ausbau von Produktion und Management

Nach eigenen Angaben verfügt Tytan über bestätigte Aufträge aus der Ukraine. Das Unternehmen habe mehrere Regierungsverträge abgeschlossen, darunter Beschaffungsvereinbarungen über die Lieferung von tausenden METIS-Abfangdrohnen an die ukrainischen Streitkräfte.

In Deutschland arbeitet Tytan mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr zusammen. Der Auftrag umfasst KI-basierte Führungs- und Wirksysteme zum Schutz militärischer Einrichtungen.

Parallel erweitert das Startup seine Führungsstruktur. Tahsin Kart steigt als Co-CEO ein. Er war zuvor unter anderem als CTO bei Cyclotech und als leitender Ingenieur bei Roketsan Missiles tätig. Bei Tytan soll er die industrielle Skalierung verantworten. Der ehemalige Nato-General Chris Badia soll künftig im Board des Unternehmens mitwirken. Er sieht in Tytan „eine neue Generation europäischer Verteidigungsunternehmen mit industriellem Skalierungsanspruch“.

Mit der aktuellen Series-A-Runde baut das Münchner Startup seine industrielle Basis weiter aus. Für das Münchner Startup-Ökosystem unterstreicht die Finanzierung die wachsende Rolle der Region im Bereich sicherheits- und verteidigungsnaher Technologien: Mit Tytan entwickelt ein 2023 gegründetes Unternehmen aus der bayerischen Landeshauptstadt sicherheitsrelevante Hardware- und KI-Systeme und baut industrielle Kapazitäten in Europa auf. Der gesamte Defense-Sektor in und um München gewinnt damit sowie durch die allgemein steigende Anzahl an Deeptech-Startups weiter an Bedeutung.

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