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411 Millionen Euro: Proxima Fusion wird wertvollstes Fusionsunternehmen Europas

411 Millionen Euro: Proxima Fusion wird wertvollstes Fusionsunternehmen Europas

Ein Modell des Proxima Fusion Stellarators

Credit: Foto: Proxima Fusion

Ein Modell des Proxima Fusion Stellarators – Credit: Foto: Proxima Fusion

Kyrill Ring

Kyrill Ring

Proxima Fusion hat in einer Series-A2-Finanzierungsrunde 411 Millionen Euro eingesammelt und wird mit mehr als 2,4 Milliarden Euro bewertet. Die Finanzierung macht das Münchner Startup zum bestfinanzierten und höchstbewerteten Fusionsunternehmen Europas und soll den Bau des weltweit ersten kommerziellen Stellarator-Fusionskraftwerks vorantreiben.

9. Juli 2026

3 Min. Lesezeit

Der Deal ist nicht nur aufgrund seines Volumens bemerkenswert. Er unterstreicht auch den wachsenden Stellenwert der Fusionsenergie als strategische Zukunftstechnologie – und zeigt, dass internationale InvestorInnen zunehmend bereit sind, europäische Deeptech-Unternehmen in einer Größenordnung zu finanzieren, die bislang vor allem US-amerikanischen Startups vorbehalten war.

Rekordsumme für den Weg zum Stellarator-Kraftwerk

Die Series-A2-Runde wird von XTX Ventures und East X Ventures angeführt. Als strategische InvestorInnen beteiligen sich außerdem RWE und Google. Hinzu kommen KfW Capital, SPRIND, Burda Principal Investments sowie bestehende InvestorInnen wie Plural, UVC Partners, Balderton, Cherry Ventures, DST Global, Brevan Howard Macro Venture, Lightspeed, DTCF, redalpine, Leitmotif, Elaia, CDP Venture Capital, Bayern Kapital und der EIC Fund.

Mit einer Unternehmensbewertung von über 2,4 Milliarden Euro zählt Proxima Fusion nun zu den weltweit höchstbewerteten Unternehmen im Bereich der Fusionsenergie.

Wir haben Anfang des Jahres mit Proxima Fusion Gründer Francesco Sciortino über einen technologischen Wendepunkt, Milliardeninvestments und darüber, warum Fusion plötzlich Startup-tauglich wird, gesprochen.

Private und öffentliche Finanzierung greifen ineinander

Besonders bemerkenswert ist die Geschwindigkeit der Finanzierung. Erst im Februar hatten der Freistaat Bayern, RWE, Proxima Fusion und das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik eine Absichtserklärung für den Demonstrator „Alpha“ unterzeichnet.

Bayern stellte darin bis zu 400 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln in Aussicht – unter der Voraussetzung, dass Proxima Fusion private Investitionen in gleicher Höhe einwirbt. Diese Bedingung erfüllt das Startup nun bereits rund drei Monate nach Unterzeichnung der Vereinbarung und übertrifft die geforderte Summe sogar.

Alpha soll den Weg zum ersten kommerziellen Stellarator ebnen

Das frische Kapital soll vor allem in den Bau des Demonstrators Alpha fließen. Dieser soll Anfang der 2030er-Jahre erstmals Nettoenergie aus Fusion nachweisen und als technologische Grundlage für „Stellaris“ dienen – das nach Unternehmensangaben weltweit erste kommerzielle Stellarator-Fusionskraftwerk.

Geplant ist dessen Bau auf dem RWE-Kraftwerksgelände in Gundremmingen. Darüber hinaus investiert Proxima Fusion in den Ausbau seiner Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten sowie in Schlüsseltechnologien wie Hochtemperatur-Supraleiter, Magnete und Kryotechnik. Gleichzeitig soll die europäische Lieferkette für Fusionstechnologien ausgebaut werden.

Google und RWE setzen auf Fusionstechnologie

Mit Google und RWE gewinnt Proxima Fusion zwei strategische Partner mit unterschiedlichen Interessen an der Technologie.

Während RWE die gemeinsame Entwicklung eines kommerziellen Stellarator-Kraftwerks in Gundremmingen vorantreiben will, sieht Google Fusion langfristig als potenzielle Quelle sauberer und grundlastfähiger Energie – insbesondere mit Blick auf den steigenden Energiebedarf großer Rechenzentren und KI-Anwendungen.

Mehr als 650 Millionen Euro Kapital seit der Gründung

Innerhalb von weniger als drei Jahren hat Proxima Fusion nach eigenen Angaben insgesamt mehr als 650 Millionen Euro Finanzierung eingeworben. Davon entfallen rund 95 Millionen Euro auf öffentliche Fördermittel. Das Unternehmen beschäftigt inzwischen rund 200 MitarbeiterInnen und hat seinen Hauptsitz in München sowie weitere Standorte in Zürich und Oxford. Es ging als erstes Spin-off des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik hervor und entwickelt Fusionskraftwerke auf Basis sogenannter QI-HTS-Stellaratoren.

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