Das Münchner Deeptech Alqem hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über acht Millionen Euro abgeschlossen. UVC Partners und Union Square Ventures führen die Runde an. Das erst in diesem Jahr gegründete Startup entwickelt eine KI-Plattform, die die Entdeckung und Kommerzialisierung neuartiger Hochleistungsmaterialien beschleunigen soll.
Die Technologie kombiniert zwei proprietäre Datenfundamente mit eigenen Laborkapazitäten für Synthese und Charakterisierung. Nach Angaben des Unternehmens soll sich dadurch der Zeitraum zwischen wissenschaftlicher Vorhersage und industrieller Anwendung von Jahrzehnten auf Jahre oder sogar Monate verkürzen.
Im ersten Schritt konzentriert sich Alqem auf Permanentmagnete ohne Seltene Erden. Diese kommen unter anderem in Elektrofahrzeugen, Windturbinen, Robotik und Verteidigungssystemen zum Einsatz. Rund 90 Prozent der heute verwendeten Hochleistungspermanentmagnete entstehen in China. Aktuelle Exportbeschränkungen haben die Materialversorgung zusätzlich in den Fokus gerückt.
KI soll Materialentwicklung beschleunigen
Alqem hat nach eigenen Angaben bereits eine Pipeline vielversprechender Materialkandidaten entwickelt und deren vorhergesagte Eigenschaften experimentell bestätigt. Das Gründungsteam besteht aus CEO Hanh Nguyen, CTO Tiago Cerqueira und CSO Milan Allan. Zu den Forschungspartnern zählen unter anderem die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), die Technische Universität München (TUM) sowie das Max-Planck-Institut Dresden.
Hanh Nguyen, CEO von Alqem, erklärt:
„Wir haben erstmals eine Karte des Materialuniversums. Hunderte Millionen Möglichkeiten – weit mehr als die wenigen bisher bekannten Verbindungen, die wir jetzt systematisch erschließen können. Materialien, die Elektrofahrzeuge effizienter, Windturbinen leistungsstärker und kritische Lieferketten unabhängig von der Produktion in einem einzigen Land machen könnten.“
Amanda Birkenholz, Principal bei UVC Partners, ergänzt:
„Alqem ist ein Startup, das Weltklasse-Wissenschaft in ein Unternehmen übersetzt, das eine der strategisch wichtigsten industriellen Herausforderungen Europas angeht. Fortschrittliche Materialien stehen im Mittelpunkt der Technologien, die die nächsten Jahrzehnte prägen werden – von sauberer Energie über Mobilität bis hin zur Verteidigung. Alqem hat die einzigartige wissenschaftliche Grundlage und den unternehmerischen Antrieb, um in diesem Bereich zum prägenden Akteur zu werden.“






