Manuelle Kontrollen in Großunternehmen sind auch heutzutage keine Seltenheit. Auditoren arbeiten mit Stichproben, Kontrollteams sammeln Excel-Listen und Screenshots als Nachweise, während regulatorische Anforderungen kontinuierlich zunehmen. So erfolgen rund 80 Prozent aller Unternehmenskontrollen weiterhin manuell – eine ziemlich unübersichtliche und komplexe Vorgehensweise.
Doch Auxilius bietet hierfür eine Lösung. Die Plattform übersetzt Richtlinien, Risiko-Kontroll-Matrizen und regulatorische Vorgaben in deterministischen, ausführbaren Code. Dadurch sollen Kontrollen kontinuierlich auf dem gesamten Datenbestand statt lediglich stichprobenartig erfolgen. Ändern sich regulatorische Anforderungen oder interne Prozesse, kann die zugrunde liegende Logik entsprechend angepasst werden.
Das Unternehmen will damit eine der größten Herausforderungen in Compliance- und Revisionsabteilungen lösen. Dadurch soll nachgewiesen werden, dass interne Richtlinien und regulatorische Anforderungen tatsächlich eingehalten werden. Das Kapital von 1,3 Millionen Euro soll nun den Ausbau der KI-Plattform für Governance, Risk & Compliance (GRC) und die Weiterentwicklung eines sogenannten Control-Intelligence-Knowledge-Graphs finanzieren.
KI übersetzt Unternehmensrichtlinien in ausführbaren Code
Ziel ist es, klassische periodische Prüfungen durch kontinuierliches Monitoring zu ersetzen und Unternehmen eine nachvollziehbare, auditierbare Evidenz ihrer Kontrollen bereitzustellen.
„Wir entwickeln einen neuen Ansatz und Standard für Assurance: kontinuierlich, auditierbar und ausgerichtet an Unternehmensentscheidungen, die C-Level-Teams unter regulatorischem Druck treffen müssen“,
sagt der CEO und Mitgründer von Auxilius Christian Hoppe.
HTGF investiert in Regtech für Enterprise-Kunden
Der High-Tech Gründerfonds führt die Finanzierungsrunde an. Neben dem HTGF beteiligen sich Techstars sowie mehrere erfahrene Business Angels.
Für HTGF-Investment-Managerin Hanna Sasse liegt die Stärke des Startups in der Verbindung von tiefem GRC-Know-how mit Enterprise-Softwarekompetenz.
„Was uns früh überzeugt hat, ist die seltene Kombination aus tiefem GRC-Domänenwissen und Enterprise-Engineering-Expertise sowie ihre große Vision: auditierbare Evidenz als Nebenprodukt von bestehenden Prozessschritten zu ermöglichen.“
Kapital fließt in Produktentwicklung und Teamaufbau
Mit dem frischen Kapital möchte Auxilius insbesondere das Engineering- und Domain-Team erweitern. Außerdem soll der sogenannte Control-Intelligence-Knowledge-Graph weiterentwickelt werden. Diese Technologie bildet nach Unternehmensangaben die Grundlage dafür, automatisierte Kontrollen über verschiedene Geschäftsprozesse hinweg auszurollen und bei regulatorischen Änderungen aktuell zu halten.
Bereits heute arbeitet Auxilius mit ersten zahlenden Enterprise-Kunden zusammen, darunter europäische Banken und Industrieunternehmen. In Pilotprojekten berichtet das Startup von kürzeren Implementierungszeiten, höherer Kontrollabdeckung und geringerem manuellem Aufwand.
Während Christian Hoppe rund 15 Jahre Erfahrung in den Bereichen Governance, Risk & Compliance sowie SaaS hat, bringt Barnes Expertise in Enterprise AI, ERP-Integration und Cloud-Architekturen mit. Mit dieser Kombination adressiert das Startup einen Markt, der angesichts zunehmender regulatorischer Anforderungen und wachsender Compliance-Komplexität kontinuierlich an Bedeutung gewinnt.




