Regulate wurde zwar erst im Mai 2026 gegründet, hat aber bis jetzt bereits 1,4 Millionen Euro Seed-Kapital eingesammelt. Nun erweitert das Münchner Startup sein Angebot um Atemtrainings des Profisportlers Sebastian Steudtner und stärkt seine Positionierung an der Schnittstelle von mentaler Leistungsfähigkeit, Sport und Arbeitswelt.
Für Sebastian Steudtner entscheidet die Fähigkeit, unter extremem Druck ruhig zu bleiben, über Erfolg und Sicherheit. Der Big-Wave-Surfer, der mit seinen Fahrten auf meterhohen Wellen vor der portugiesischen Küste von Nazaré Weltrekorde aufgestellt hat, setzt dabei auf gezieltes Atemtraining. Diese Erfahrung verbindet ihn nun auch wirtschaftlich mit dem Münchner Startup Regulate: Steudtner hat sich an dem Unternehmen beteiligt und stellt seine persönlichen Atemroutinen über dessen App zur Verfügung.
In einem LinkedIn-Beitrag bestätigt der Sportler sein Investment. Ausschlaggebend sei insbesondere der sportwissenschaftlich orientierte Trainingsansatz gewesen. Zur Höhe seiner Beteiligung und zur Bewertung des Startups machte er keine Angaben.
Vom Big-Wave-Surfen in die Regulate-App: Steudtners Atemtraining für den Alltag
Die Zusammenarbeit geht über ein klassisches Markenbotschafter-Modell hinaus. Steudtner trainiert selbst mit Regulate-Gründer und Breathwork-Coach Peter van Woerkum. Seine dabei eingesetzten Atemtechniken sind nun in der neuen App-Kategorie „Trusted by Athletes“ verfügbar. Steudtner ist der erste Sportler, dessen persönliche Routinen dort angeboten werden.
Die Übungen sollen NutzerInnen dabei helfen, ihren körperlichen und mentalen Zustand gezielt zu beeinflussen. Steudtner nutzt Atemtechniken nach eigenen Angaben nicht nur zur Vorbereitung auf extreme sportliche Belastungen, sondern auch zur Konzentration vor Meetings, beim Wechsel zwischen unterschiedlichen Aufgaben und zur Regeneration nach dem Training.
„Am besten gefällt mir der sportliche Ansatz“,
erklärt Steudtner in seinem LinkedIn-Beitrag. Der Ansatz habe ihn so überzeugt, dass er sich für ein Investment entschieden habe.
Regulate: 1,4 Millionen Euro für Breathwork und mentale Leistungsfähigkeit
Das 2024 gegründete Münchner Startup Regulate entwickelt eine digitale Plattform für Atemtraining, die insbesondere auf die Anforderungen des Berufsalltags zugeschnitten ist. Hinter dem Unternehmen stehen Peter van Woerkum und Paul Laechelin.
Die App bietet mehr als 70 angeleitete Atemübungen, darunter kurze Einheiten zur Stressregulation, Konzentration, Aktivierung und Erholung. Viele Sessions dauern lediglich drei bis fünf Minuten und lassen sich beispielsweise zwischen Meetings oder vor anspruchsvollen Aufgaben absolvieren.
Durch die Anbindung von Wearables können NutzerInnen außerdem Veränderungen ihrer Herzfrequenz während der Übungen verfolgen. Das Unternehmen will Atemtraining damit als niedrigschwelliges Instrument zur Selbstregulation im Arbeitsalltag etablieren.
Im Mai 2026 sicherte sich Regulate eine Seed-Finanzierung über 1,4 Millionen Euro. Angeführt wurde die Runde vom Impact-Investor 4impact.vc. Zu den beteiligten Business Angels zählen unter anderem Personio-Mitgründer Hanno Renner, Forto-Mitgründer Mike Wax, Felix Haas und Marlena Hien, Mitgründerin von Bears with Benefits. Das Kapital soll unter anderem in die Produktentwicklung und europäische Expansion fließen.
Warum Sebastian Steudtner für das Münchner Healthtech-Startup relevant ist
Mit Steudtner gewinnt Regulate einen Investor, der die Anwendung der Technologie aus einem außergewöhnlichen Leistungsumfeld kennt. Im Big-Wave-Surfen sind Atemkontrolle, Stressregulation und die Fähigkeit, auch unter hoher körperlicher Belastung handlungsfähig zu bleiben, besonders wichtig.
Für das Startup bietet die Zusammenarbeit die Möglichkeit, seinen bisherigen Schwerpunkt auf mentale Leistungsfähigkeit im Berufsleben um Erfahrungen aus dem Spitzensport zu ergänzen.
Die Integration seiner persönlichen Atemroutinen ist zugleich ein konkreter Schritt in diese Richtung. Während Regulate bislang vor allem Fach- und Führungskräfte adressiert, eröffnet die neue Kategorie „Trusted by Athletes“ zusätzliche Anknüpfungspunkte für sportlich aktive NutzerInnen.
Nach eigenen Angaben wird die Regulate-App bereits von mehr als 7.000 Berufstätigen genutzt. Ob und wie stark die Zusammenarbeit mit Steudtner das Nutzerwachstum beeinflusst, bleibt abzuwarten.












