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Über 44 Millionen Euro für Münchner Biopharma-Startup HMNC Brain Health

Über 44 Millionen Euro für Münchner Biopharma-Startup HMNC Brain Health

hinten (v.l.n.r.): Adolf Reul, Klaus Schieble, Benjamin Boerger, Felix Lambrecht, Maximilian Döbler vorne (v.l.n.r.): Philipp Große, Katja Pütter-Ammer, Richard Ammer, Carsten Maschmeyer

Credit: Foto: HMNC

hinten (v.l.n.r.): Adolf Reul, Klaus Schieble, Benjamin Boerger, Felix Lambrecht, Maximilian Döbler vorne (v.l.n.r.): Philipp Große, Katja Pütter-Ammer, Richard Ammer, Carsten Maschmeyer – Credit: Foto: HMNC

Bernd Heppel

Bernd Heppel

Das Münchner Biopharma-Unternehmen HMNC Brain Health hat das erste Closing seiner Series-B-Finanzierungsrunde über mehr als 44 Millionen Euro (50 Millionen Dollar) abgeschlossen. Durch eine Kooperation kann sich Medice zudem Europa-Rechte für Ketamin-Therapie gegen Depressionen sichern.

26. Juni 2026

3 Min. Lesezeit

Depressionen zählen inzwischen weltweit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Nach Angaben der World Health Organization (WHO) leben derzeit rund 332 Millionen Menschen mit einer Depression. Trotz verfügbarer Therapien sprechen etwa 30 Prozent der Betroffenen nicht ausreichend auf herkömmliche Behandlungen an und gelten damit als therapieresistent. Diesen Menschen zu helfen, ist Ziel der Kooperation zwischen Medice und HMNC Brain Health.

Dafür sammelt das Münchner Biopharma-Startup nun über 44 Millionen Euro (50 Millionen Dollar) ein. Aber nicht nur das: HMNC geht zeitgleich eine strategische Partnerschaft mit Medice ein, die dem Gesundheitsunternehmen die exklusiven europäischen Vermarktungsrechte für den Wirkstoffkandidaten Ketabon (KET01) sichert und die Weiterentwicklung neuer Präzisionstherapien gegen Depression beschleunigen soll.

Während viele Pharma-Partnerschaften erst nach einer erfolgreichen klinischen Entwicklung geschlossen werden, investieren Medice und HMNC bereits gemeinsam in die späten Entwicklungsphasen mehrerer Programme und setzen gleichzeitig auf einen präzisionsmedizinischen Ansatz, der die bislang häufige „Trial-and-Error“-Behandlung von Depressionen verkürzen soll. Die Kombination aus Finanzierung, Lizenzdeal und gemeinsamer Entwicklung innovativer Therapieansätze ist hier besonders hervorzuheben.

50-Millionen-Dollar-Series-B finanziert Ketabon und Nelivabon

Mit dem Kapital aus dem ersten Closing der Series-B-Finanzierungsrunde will HMNC vor allem die Weiterentwicklung seiner beiden Leitprogramme vorantreiben. Dazu zählt Ketabon (KET01), eine oral verfügbare Retard-Ketaminformulierung zur Behandlung therapieresistenter Depressionen, sowie Nelivabon (BH-200), eine biomarkergestützte Präzisionstherapie für biologisch definierte Formen der Depression. Darüber hinaus soll die Finanzierung die Vorbereitung beider Programme auf die Phase-III-Entwicklung ermöglichen und den Ausbau der Präzisionspsychiatrie durch genetische Begleitdiagnostik (Companion Diagnostics) unterstützen.

Ketabon soll laut HMNC Brain Health die schnellen antidepressiven Effekte von Ketamin mit geringeren dissoziativen Nebenwirkungen verbinden und perspektivisch eine ambulante beziehungsweise häusliche Anwendung ermöglichen. Die Therapie befindet sich derzeit noch in der klinischen Entwicklung und ist nicht zugelassen.

Medice erweitert Mental-Health-Strategie

Für Medice bedeutet die Kooperation den Ausbau seines Mental-Health-Portfolios. Das Unternehmen verweist darauf, dass klassische Antidepressiva häufig erst nach mehreren Wochen wirken und rund 30 Prozent der Betroffenen nicht ausreichend auf bestehende Therapien ansprechen.

Gemeinsam wollen beide Unternehmen neben neuen Arzneimitteln auch genetische Respondertests entwickeln. Diese sollen MedizinerInnen künftig helfen, schneller die individuell passende Therapie auszuwählen und langwierige Behandlungsversuche zu reduzieren.

Dr. med. Katja Pütter-Ammer, geschäftsführende Gesellschafterin von Medice, erklärt:

„Um langwierige und ineffiziente Behandlungsversuche zu reduzieren und die Therapieerfolge deutlich verbessern zu können, arbeiten Teams von HMNC und Medice nun an der klinischen Entwicklung und Zulassung neuartiger ketaminbasierter Arzneimittel.“

Medice verfolgt dabei einen multimodalen Ansatz, der pharmakologische Therapien mit digitalen Anwendungen und Ernährungskonzepten kombinieren soll.

Exklusive Europa-Lizenz für KET01

Parallel zur Finanzierungsrunde unterzeichneten beide Unternehmen einen Lizenzvertrag.

Dieser räumt Medice die exklusiven Vermarktungsrechte für KET01 in Europa ein. Darüber hinaus sieht die Vereinbarung erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen an HMNC sowie gestaffelte Lizenzgebühren im zweistelligen Prozentbereich auf künftige Umsätze mit dem Wirkstoffkandidaten vor.

„Mit Medice haben wir einen starken strategischen Partner an unserer Seite, der unsere Vision teilt, innovative Therapieansätze und Präzisionsmedizin für Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen weiter voranzubringen“,

so Dr. Maximilian Döbler, Geschäftsführer von HMNC.

Für HMNC bedeutet die Vereinbarung einen strategischen Zugang zur europäischen Vertriebsinfrastruktur von Medice, während Medice sein Portfolio um einen potenziell innovativen Therapieansatz gegen therapieresistente Depression erweitert.

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