Über eine Pre-Seed-Finanzierung von 1,2 Millionen Euro darf sich Celsio freuen. Mit dem Kapital will das Unternehmen den Rollout seiner Trading-Software für industrielle Power-to-Heat-Anlagen beschleunigen und so Prozesswärme kostengünstiger sowie klimafreundlicher machen.
Während viele Lösungen ausschließlich auf die Elektrifizierung industrieller Wärme setzen, verbindet Celsio elektrische Wärmeerzeugung mit bestehenden Gassystemen und optionalen Wärmespeichern. Dadurch soll sich Prozesswärme wirtschaftlich dekarbonisieren lassen. Das ist ein entscheidender Faktor, da Prozesswärme rund zwei Drittel des industriellen Energiebedarfs in Europa ausmacht und bislang überwiegend durch fossile Energieträger bereitgestellt wird.
Trading-Software optimiert Strom- und Gaseinsatz für industrielle Prozesswärme
Celsio entwickelt Software, die industrielle Power-to-Heat-Anlagen in Echtzeit steuert und gleichzeitig Strom- sowie Gasmärkte berücksichtigt. Sinken die Strompreise, erzeugen elektrische Kessel die benötigte Wärme. Steigen die Preise, wechselt das System automatisch auf bestehende Gasanlagen oder nutzt – sofern vorhanden – Wärmespeicher.
Zusätzlich bindet die Software verschiedene Strommärkte wie Day-Ahead-, Intraday- und Regelenergiemärkte an. Dadurch wird automatisch der jeweils wirtschaftlichste Energieträger eingesetzt. Nach Unternehmensangaben können so sowohl Prozesswärmekosten als auch Treibhausgasemissionen deutlich reduziert werden. Gleichzeitig sollen sich Investitionen in elektrische Kessel innerhalb von weniger als drei Jahren amortisieren.
Fokus auf Chemie-, Papier- und Lebensmittelindustrie
Gemeinsam mit etablierten Anlagenanbietern plant Celsio die passende Power-to-Heat-Lösung für jeden Industriestandort und übernimmt anschließend die Optimierung des laufenden Betriebs.
Zu den Kunden zählen insbesondere Unternehmen mit hohem Wärmebedarf, häufig in Form von Dampf. Dazu gehören unter anderem Betriebe aus der Chemie-, der Papier-, aber auch aus der Lebensmittelindustrie.
Gerade in diesen energieintensiven Branchen gilt die Dekarbonisierung der Prozesswärme als eine der größten Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität.
Caesar. VC führt Pre-Seed-Runde über 1,2 Millionen Euro an
Lead-Investor der Finanzierungsrunde ist Caesar. VC. Darüber hinaus beteiligen sich der CDTM Venture Fund sowie mehrere Business Angels aus der europäischen Energie- und Startup-Szene. Weitere Finanzierung erhält Celsio über das Exist-Gründerstipendium sowie das DBU-Green-Startup-Stipendium.

Gegründet wurde Celsio von Tim Engelmann und Stefan Jokiel. Beide lernten sich am Center for Digital Technology and Management (CDTM) kennen, dem gemeinsamen Innovationsprogramm von TU München und LMU München. Das Gründerteam verbindet Expertise in Energiemärkten, Industrieanlagen und Softwareentwicklung. (Foto: Celsio)
Tim Engelmann beschreibt die Unternehmensvision so:
„Wärme ist der größte, schwierigste und am meisten übersehene Teil der industriellen Dekarbonisierung. Unser Ziel ist es, ihre Elektrifizierung zu einem absoluten No-brainer zu machen.“












