Munich Startup: Für welches Problem bietet ihr eine Lösung?
André Teich, Gründer & CTO: Vermietung wird als passives Einkommen verkauft. Tatsächlich holt man sich einen Zweitjob ins Haus: Buchhaltung, Betriebskostenabrechnung, Mieterkommunikation, Dienstleister koordinieren, Ein- und Auszüge. Bis fünf, maximal zehn Einheiten ist das allein machbar. Darüber wird es zur Mammutaufgabe und das Portfolio skaliert nicht mehr mit. Bei Verwaltern ist es dasselbe Muster: Ein Angestellter betreut heute bis zu 300 Wohnungen und ist dauerhaft überlastet. Mieter und Vermieter sind unzufrieden mit den Leistungen. Viele bleiben trotzdem bei Excel oder ihrer alten Lösung, weil die Migration zu etwas Neuem zu groß wirkt. Ciro gibt durch gezielte Automatisierung und Assistenzen Sicherheit, Transparenz und Zeit zurück. Vermieter und Verwalter kümmern sich wieder um das, was zählt, statt im Papier-, Excel- und Kommunikationschaos unterzugehen.
Geheimnis von Ciro: Team, Führung und KI
Munich Startup: Was könnt nur ihr Stand heute?
André Teich: Unser Vorsprung liegt in der Kombination aus Team, Führung und KI. Die drei Dinge, die einen Vermieter überfordern, Recht, Steuern und Verwaltung, sind bei uns jeweils von einem praktizierenden Experten besetzt: Denise im Mietrecht, Pascal in der Steuer, Markus in Prozess und Struktur. Ich baue die Plattform selbst. Diese Kombination lässt sich nicht schnell nachbauen und sie fließt in jedes Modul ein.
Der zweite Unterschied ist die Art, wie Ciro den Nutzer durch die Aufgabe führt. Herkömmliche Verwaltungssoftware ist im Kern ein digitalisiertes Formular. Sie bildet Papier am Bildschirm ab und überlässt den Rest dem Vermieter. Bei uns steht die Nutzerführung im Zentrum. Ciro nimmt den Nutzer Schritt für Schritt an die Hand, reduziert jeden Vorgang auf das Wesentliche und sagt in jedem Moment, was als Nächstes zu tun ist. Genau deshalb funktioniert die Plattform für den Einsteiger mit der ersten Wohnung ebenso wie für den Profi mit großem Portfolio.
Der dritte Unterschied ist der KI-First-Ansatz. Bei uns ist KI nicht nachträglich an Funktionen geklebt, um ein Label zu tragen, sondern integraler Bestandteil jedes Moduls. Vermieter und Mieter unterhalten sich per Live-Übersetzung direkt in über 40 Sprachen. Statt jede Anfrage selbst zu lesen und auf morgen zu vertagen, bekommen Vermieter und Verwalter ihre Aufgaben für den Tag von Ciro priorisiert serviert. Unser KI-Agent Hausmaister beantwortet Fragen rund um die Vermietung, hilft bei der Einordnung von Sachfragen und führt den Nutzer weiter, wenn er nicht mehr weiterkommt. Im Dialog erstellt er sogar Inhalte direkt für den Nutzer, statt ihn mit einer Aufgabe allein zu lassen.
Einstieg gelingt in unter 10 Minuten
Damit dieser Vorsprung von Anfang an spürbar wird, ist auch der Wechsel bewusst niedrigschwellig. Viele bleiben bei ihrer alten Lösung, weil der Sprung zu groß wirkt. Ciro liest praktisch jede Excel-Tabelle und jedes Dokument aus und übernimmt die Daten automatisch. So steht der Einstieg in unter zehn Minuten, ohne mühsames Abtippen.
Ciro deckt dabei die volle Verwaltung ab: Buchhaltung, Betriebskostenabrechnung, Mieterkommunikation und mehr. Weil juristisches und steuerliches Wissen aus dem eigenen Team kommt und in eine klare Nutzerführung übersetzt wird, erreicht Ciro ein Niveau, das reine Software nicht liefert.

Ciro wurde 2026 von André Teich und Markus Froese in München gegründet. Das Proptech entwickelt eine KI-gestützte Plattform, die die Verwaltung von Mietimmobilien automatisiert – von der Buchhaltung über Betriebskostenabrechnungen bis zur Mieterkommunikation. Die zugrunde liegende KI wird vollständig in der EU betrieben.
Gründer und CTO André Teich ist ausgebildeter Softwareentwickler und verfügt über langjährige Erfahrung in der Entwicklung komplexer Softwarelösungen, unter anderem für BMW, Allianz und die KfW. Gemeinsam mit seinem Mitgründer Markus Froese sowie ExpertInnen aus Mietrecht und Steuerberatung entwickelt er Ciro weiter.
Munich Startup: Was war der Auslöser für die Gründung?
André Teich: Der Auslöser war ein Gespräch unter Freunden, keine Pitch-Runde. Ich wollte selbst in die Vermietung einsteigen. Pascal und Markus, beide erfahrene Vermieter, haben mir offen von der Komplexität und Fehleranfälligkeit erzählt. Am Ende habe ich die Idee erst einmal verworfen und bin zurück zum ETF.
Genau da wurde uns klar: Wenn drei fähige Menschen mit echtem Interesse an Immobilien zu dem Schluss kommen, dass der Einstieg zu kompliziert und zu fehleranfällig ist, dann ist das kein persönliches Problem, sondern ein strukturelles. In Deutschland bleiben tausende Wohnungen ungenutzt oder ungebaut, weil Menschen genau an dieser Verwaltungskomplexität scheitern. Dazu kam die sichtbare Überlastung der Verwaltung in meinem eigenen Mietverhältnis in München, wo auf einen Wasserschaden teils erst nach vier Wochen reagiert wurde. Aus beidem ist der Entschluss entstanden, dieses Problem für private wie professionelle Vermieter und Verwalter zu lösen.
„Tiefe ist Teil unseres Vorsprungs“
Munich Startup: Gab es einen Moment, in dem ihr ans Aufgeben gedacht habt?
André Teich: Ans Aufgeben nicht. Es gab aber Momente, die uns wirklich gefordert haben. Der größte: Die rechtssichere Betriebskostenabrechnung und die KI-gestützte Prüfung sauber abzubilden, ist deutlich anspruchsvoller, als es von außen wirkt. Statt zu zweifeln, haben wir daraus unseren Anspruch gemacht. Genau diese Tiefe ist heute ein Teil unseres Vorsprungs.
Munich Startup: Woran würdet ihr in einem Jahr erkennen, dass ihr auf dem richtigen Weg seid?
André Teich: Wir wollen Ciro zur Plattform machen, auf der Mieter, Vermieter, Verwalter, Makler und weitere Akteure der Branche zusammenkommen. Wir geben uns nicht mit einem Nischenwerkzeug zufrieden. Unser Anspruch ist, den Standard zu setzen, an dem sich Immobilienverwaltung in Deutschland ausrichtet. In einem Jahr wollen wir 100 Verwaltungspartner auf der Plattform haben und deutlich spüren, dass genau diese unterschiedlichen Expertisen Ciro als echten Mehrwert für ihr Vorhaben sehen. Das ist für uns kein Ziel, das man abwartet, sondern eines, auf das wir jeden Tag konsequent hinarbeiten.
Realität statt Reißbrett
Munich Startup: Würdet ihr wieder in München gründen und warum?
André Teich: Ja. München verbindet einen der anspruchsvollsten Immobilienmärkte Deutschlands mit einer starken Tech- und Gründerszene. Der Auslöser für Ciro entstand hier, im eigenen Mietverhältnis. Die Nähe zu Vermietern, Verwaltern und Talenten hilft uns, das Produkt an der Realität zu bauen statt am Reißbrett.
Munich Startup: Bootstrapping oder Venture Capital?
André Teich: Bisher vollständig gebootstrappt, und das ist auf weitere Sicht auch so geplant.












