Munich Startup
Clubgefühle: Allein buchen, gemeinsam reisen

Clubgefühle: Allein buchen, gemeinsam reisen

Credit: ClubGefühle GmbH

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Saskia Doll

Saskia Doll

Ein fehlender Tennispartner im Urlaub brachte Volker Jahns auf die Idee für sein nächstes Unternehmen. Der langjährige Software-Unternehmer und studierte Informatiker und Betriebswirt gründete 2026 Clubgefühle. Die Plattform verbindet Gruppenreisen mit einer Community und einer KI-gestützten Reisesuche. Reisende sollen so nicht erst am Urlaubsort erfahren, mit wem sie unterwegs sind, sondern ihre Mitreisenden schon vor der Abreise kennenlernen und auch danach in Kontakt bleiben.

11. September 2026

4 Min. Lesezeit

Munich Startup: Für welches Problem bietet ihr eine Lösung?

Volker Jahns, Gründer: Unsere Gesellschaft verändert sich: Es gibt immer mehr Single-Haushalte und damit immer mehr Menschen, die allein reisen, allein Sport machen, allein essen gehen. Aber kaum jemand will wirklich allein unterwegs sein. Gruppenreisen wären die Antwort, doch sie sind schwer zu finden und man bucht sie anonym: Man weiß nicht, wer mitfährt, kennt vorher niemanden und verliert die Kontakte nach der Reise wieder.

Genau diese Lücke schließen wir. Clubgefühle ist Community und Reiseportal für Gruppenreisen in einem mit einem KI-Reiseagenten, der in natürlicher Sprache die passende Reise findet, und einer mobilen App, über die man seine Mitreisenden schon vor der Abreise kennenlernt, während der Reise verbunden bleibt und die Kontakte danach behält. Allein buchen, gemeinsam reisen.

Munich Startup: Was könnt nur ihr Stand heute?

Volker Jahns: Wir bieten einen Service, den es so nicht gibt: nicht allein zu sein. Wir nehmen die größte Hürde vor einer Gruppenreise: die Unsicherheit, mit wem man eigentlich unterwegs ist. Dafür begleiten wir die gesamte Reise in drei Phasen:

Vor der Reise findet man über unsere KI-Suche das passende Angebot und lernt die Mitreisenden kennen. Während der Reise verbindet der Gruppenchat für Aktivitäten, Sport, Restauranttipps. Nach der Reise bleiben die Kontakte und aus der Community entstehen die nächsten gemeinsamen Reisen. Ein klassisches Buchungsportal beendet die Beziehung mit der Buchung, bei uns fängt sie da erst an. Dazu kommt reiseagent.ai, nach unserem Kenntnisstand die erste natürlichsprachliche KI-Suche für Gruppenreisen weltweit. Schon nach kurzer Zeit sind Marktführer der Branche direkt Partner geworden und listen ihre Reisen bei uns.

Suche nach Tennispartner führt zur Gründung

Munich Startup: Was war der Auslöser für die Gründung?

Volker Jahns: Eine ganz reale Situation. Ich war in einem Robinson-Urlaub und habe einen Tennispartner gesucht und kannte niemanden. Es gab schlicht keinen Weg, die anderen Gäste zu erreichen, obwohl garantiert jemand im Club Lust auf ein Match gehabt hätte. Aus dieser Not ist die Idee für das Ganze entstanden: eine Community, in der sich Gäste und Mitreisende finden – vor, während und nach der Reise.

Munich Startup: Gab es einen Moment, in dem ihr ans Aufgeben gedacht habt?

Volker Jahns: Ans Aufgeben nicht, aber es war und ist ein großes Investment: in neue Technologie, in eine KI-Suche, in eine App, die für Nutzer komplett kostenlos ist. Das muss man erst einmal stemmen, bevor der erste Euro fließt. Und ja, es gab auch ein großes Unternehmen, das uns Steine in den Weg gelegt hat, weil es nicht wollte, dass wir eine transparente, unabhängige Community von Hotelgästen aufbauen. Solche Momente kosten Kraft. Aber das positive Feedback von Nutzern und Partnern treibt uns an und zeigt uns, dass genau diese Unabhängigkeit der Grund ist, warum es uns braucht.

Aus Reisen sollen echte Verbindungen entstehen

Munich Startup: Woran würdet ihr in einem Jahr erkennen, dass ihr auf dem richtigen Weg seid?

Volker Jahns: An den Partnern, die wir gewinnen und daran, dass sie bleiben. Und am Bedarf, den wir jeden Tag spüren: an den Rückfragen von Menschen, die wissen wollen, wann es neue Reisen gibt, ob ihre Wunschregion dabei ist, wen sie auf ihrer Reise treffen. Wenn diese Nachfrage weiter wächst und aus ersten Reisen echte Verbindungen und Folge-Reisen entstehen, sind wir auf dem richtigen Weg.

Munich Startup: Würdet ihr wieder in München gründen und warum?

Volker Jahns: Ja, sofort. München ist eine Reise-, Freizeit- und Wohlfühl-Stadt – unsere Zielgruppe lebt hier direkt vor der Haustür. Dazu ist es für die Reisebranche im DACH-Raum der beste Standort: Die großen Veranstalter und Entscheider sind hier oder schnell erreichbar, das Gründungs-Ökosystem ist stark und Bayern unterstützt junge Unternehmen mit konkreten Programmen. Näher an dem, wofür Clubgefühle steht, geht es kaum.

Munich Startup: Bootstrapping oder Venture Capital?

Volker Jahns: Beides, in dieser Reihenfolge. Wir haben die Plattform bisher komplett eigenfinanziert aufgebaut, weil wir erst Substanz schaffen wollten: Produkt, Partner, Community. Jetzt öffnen wir uns gezielt für strategische Investoren aus der Reisebranche, die unsere Vision vom Community-Reisen teilen. Nicht für schnelles Wachstumskapital um jeden Preis. Kapital ist für uns Mittel zum Zweck. Der Zweck ist die Community.

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