Quantum Systems erhält einmal mehr von der Bundesrepublik Deutschland einen Großauftrag für eine Technologie, die gegen die zunehmenden russischen Drohnenangriffe eingesetzt werden soll. Mehrere zehntausende Abfangdrohnen will Deutschland für die Ukraine finanzieren. Die Besonderheit dabei ist, dass die Drohnen nicht in Deutschland hergestellt werden sollen. Statt fertige Systeme zu exportieren, setzt Quantum Systems auf eine Fertigung in der Ukraine und verbindet dabei ukrainische Entwicklung und Fronterfahrung mit deutscher Finanzierung und industrieller Skalierung.
Die Abfangdrohnen wurden vom ukrainischen Team bei Quantum WIY Industries entwickelt. Sie sollen Städte, zivile Einrichtungen und kritische Infrastruktur gegen Angriffsdrohnen schützen und in die MOSAIC-UXS-Softwareplattform von Quantum Systems integriert werden. Entsprechende Abfangsysteme befinden sich bereits im operativen Einsatz.
Merz kündigt Milliardenpaket und Mittel für Anti-Jet-Drohnen an
Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte die Finanzierung während seines Besuchs in Kiew am 4. Oktober 2026 an. Gemeinsam mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche traf er dort auch Vertreter von Quantum Systems.
Die Bundesregierung beziffert das neue Paket militärischer Unterstützung auf rund eine Milliarde Euro. Darin enthalten sind unter anderem Mittel für die gemeinsame Herstellung von Drohnen zur Abwehr schneller russischer Jet-Drohnen sowie für Abstandswaffen, Kampfdrohnen und Satellitentechnik. Weitere rund 350 Millionen Euro sind für die ukrainische Energieinfrastruktur vorgesehen.
Eine genaue Stückzahl für den Quantum-Systems-Auftrag nennt die Bundesregierung nicht. Quantum Systems spricht von „mehreren zehntausend“ Interceptor-Drohnen. Auch ein konkreter Auftragswert für das Unternehmen wurde bislang nicht veröffentlicht.
Kanzler Merz ordnete die Unterstützung am Abend im ARD-„Bericht aus Berlin“ über die unmittelbare militärische Hilfe hinaus ein:
„Diese Unterstützung ist notwendig für die gesamte politische Stabilität Europas. Und daran müssten wir Deutsche eigentlich das größte Interesse haben.“
Im selben Interview verwies der Bundeskanzler auf die sicherheitspolitische Dimension der weiteren Ukraine-Hilfe.
Vom 15.000-Drohnen-Auftrag zur Produktion von mehreren zehntausend Systemen
Quantum Systems hatte seine Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Drohnenhersteller WIY Drones bereits Anfang 2026 ausgebaut. Im März meldete das Unternehmen einen Auftrag über 15.000 Interceptor-Drohnen für die ukrainische Nationalgarde und eine Beteiligung an WIY Drones. Im April folgte die Ankündigung des Joint Ventures Quantum WIY Industries.
Der nun angekündigte deutsche Auftrag hebt diese Zusammenarbeit auf eine deutlich größere industrielle Ebene. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein die Technologie der Drohnen, sondern die Fähigkeit, Abfangsysteme in hohen Stückzahlen und nah am Einsatzort herzustellen.
„Die Ukraine benötigt Abfangdrohnen im industriellen Maßstab. Durch den Ausbau der Produktion in der Ukraine können wir schneller auf die unmittelbare Bedrohung reagieren und gleichzeitig industrielle Kapazitäten aufbauen, die auch Deutschland und seine Verbündeten stärken werden“,
sagt Sven Kruck, Co-CEO von Quantum Systems.
Hintergrund ist unter anderem die zunehmende Nutzung schneller, jetgetriebener Angriffsdrohnen durch Russland. Die Bundesregierung spricht in diesem Zusammenhang ausdrücklich von der gemeinsamen Herstellung von „Anti-Jet-Drohnen“ und von technischen Fortschritten, die nun eine schnellere Produktion ermöglichen sollen.
Arx Robotics baut deutsch-ukrainische Defencetech-Produktion ebenfalls aus
Quantum Systems ist nicht das einzige Unternehmen aus dem Münchner Startup-Ökosystem, das seine Zusammenarbeit mit ukrainischen Defencetech-Unternehmen ausbaut.
Auch Arx Robotics und das ukrainische Unternehmen Roboneers haben in Kiew eine strategische Partnerschaft für unbemannte Landsysteme vereinbart. Die Unterzeichnung fand nach Unternehmensangaben in Anwesenheit von Bundeskanzler Merz und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj statt. Die Unternehmen wollen ihre Systeme technisch stärker integrieren und die Zusammenarbeit bei unbemannten Bodenfahrzeugen ausbauen.












