Munich Startup
Ecog sammelt 16 Millionen Euro ein

Ecog sammelt 16 Millionen Euro ein

Ein Controller von EcoG

Credit: © EcoG GmbH

Ein Controller von EcoG – Credit: © EcoG GmbH

Saskia Müller

Saskia Müller

Mit der Finanzspritze will das Unternehmen seine Softwareplattform für Schnellladeinfrastruktur skalieren, internationale Märkte auszubauen und ein Testzentrum in Bayern errichten.

27. November 2025

3 Min. Lesezeit

Das Münchner Startup Ecog hat eine Series-B-Finanzierungsrunde über 16 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wurde diese vom Münchner Impact-Investor Get Fund. Weitere Beteiligte sind Extantia, Bayern Kapital, BayBG, die Lindner Group, Helen Ventures und Ananda Impact Ventures. Mit der Finanzierung will das Unternehmen sein Betriebssystem für Schnellladeinfrastruktur weiterentwickeln, international ausrollen und ein neues Test- und Entwicklungszentrum in Bayern aufbauen.

Fragmentierte Lösungen per Plug & Play standardisieren

Ecog entwickelt ein standardisiertes Betriebssystem für E-Fahrzeug-Ladesäulen. Es ermöglicht, unterschiedliche Hardware-Komponenten flexibel zu kombinieren und verschiedene Softwarelösungen einfach zu integrieren. Diese Modularität senkt Kosten, verkürzt Entwicklungszeiten und sorgt für mehr Zuverlässigkeit im Betrieb. Ziel ist eine durchgängige Standardisierung der Ladeinfrastruktur, um die E-Mobilität so einfach zu skalieren.

Der Bedarf ist groß: Zwar wächst die öffentliche Ladeinfrastruktur zweistellig, doch viele Systeme werden noch proprietär entwickelt. Das führt zu langen Markteinführungszeiten und hohen Betriebskosten. Ecog will diese Fragmentierung mit seinem offenen Plattformansatz überwinden und damit den globalen Ausbau der Schnellladeinfrastruktur beschleunigen.

Jörg Heuer, CEO bei Ecog, erklärt:

„Die Anfangsjahre der E-Mobilität sind nun erfolgreich abgeschlossen. Jetzt stehen Professionalisierung und nachhaltiges Wachstum im Mittelpunkt. Ein Beispiel hierfür ist der Einsatz von elektrischen Lkws in der Stadtlogistik – das ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern zunehmend eine echte Geschäftsgrundlage.“

Zu den KundInnen des Unternehmens zählen Siemens, ABB, Valeo und Dover Fueling Solutions, der größte Ausrüster von Tankstellen in den USA. Die Technologie von Ecog ist bereits in mehr als 25.000 Systemen weltweit im Einsatz und trägt in Europa, Indien und den USA zur Standardisierung der Ladeinfrastruktur bei.

Testzentrum für Schnellladetechnologien in Bayern

Im Zuge der Expansion plant Ecog, in Bayern ein Test- und Entwicklungszentrum zu errichten. Dort will das Unternehmen gemeinsam mit Industrie- und Logistikpartnern neue Schnellladetechnologien unter realen Bedingungen erproben – etwa das Megawatt-Charging für elektrische Lkws oder bidirektionales Laden in Flotten. Der Standort soll zugleich als Innovationshub für Forschung und Anwendung dienen.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hebt hervor:

„Der Ausbau der Ladeinfrastruktur kann schneller, einfacher und kostengünstiger erfolgen, wenn die einzelnen Komponenten standardisiert sind. Ecog liefert mit seinen Betriebssystemen eine Basis für diese Standardisierung und schafft zugleich zukunftssichere Arbeitsplätze im Freistaat.“

Auch Monika Steger, Geschäftsführerin von Bayern Kapital, betont die Bedeutung des Engagements:

„Für Hersteller und Betreiber von Ladesäulen bietet der Ansatz von Ecog schnellere, einfachere und kostengünstigere Prozesse – ein klarer Wettbewerbsvorteil in einem Markt, der sich gerade professionalisiert.“

Mit Unterstützung eines breit aufgestellten Konsortiums aus Cleantech- und Growth-InvestorInnen stärkt Ecog seine Position als Technologielieferant im internationalen Schnelllademarkt. Das Unternehmen verbindet damit wirtschaftliches Wachstum mit einem klaren Beitrag zur Energiewende und zur nachhaltigen Mobilität.

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