Isar Aerospace sichert sich den nächsten Großauftrag: Der Startdienstleister Seops bucht fünf weitere Missionen mit der Trägerrakete Spectrum. Die Starts sind zwischen 2028 und 2030 geplant. Damit ist der Flugplan des Raumfahrtunternehmens aus dem Münchner Umland für 2028 nach eigenen Angaben nahezu ausgebucht.
Die fünf Missionen sollen vom Startkomplex bei Andøya Space in Norwegen und vom Spaceport Nova Scotia in Kanada abheben. Für Isar Aerospace und Seops ist es bereits der zweite Vertrag: Zusammen mit einem im vergangenen Jahr vereinbarten Start umfasst die Zusammenarbeit nun sechs Missionen. Zum Auftragswert machen die Unternehmen keine Angaben.
Erst ins All, dann ins Auftragsbuch
Isar Aerospace führt die gestiegene Nachfrage auf den erfolgreichen zweiten Flug seiner Spectrum zurück. Bei der Mission „Onward and Upward“ seien sämtliche Nutzlasten an Bord in die Erdumlaufbahn gebracht worden.
Stella Guillen, Chief Commercial Officer von Isar Aerospace, sagt:
„Unser erfolgreicher zweiter Flug und das Aussetzen aller Nutzlasten an Bord der Mission ‚Onward and Upward‘ in der Erdumlaufbahn haben die Nachfrage nach unserer Trägerrakete Spectrum gestärkt. Der Abschluss eines zweiten Vertrags mit Seops ist ein starkes Vertrauensvotum für das, was wir aufbauen.“
Der neue Auftrag sorgt für langfristige Planung: Die vereinbarten Missionen reichen bis 2030. Zugleich rückt für das Unternehmen die Frage in den Vordergrund, wie sich die wachsende Nachfrage mit höheren Startkapazitäten bedienen lässt.
Seops reserviert ganze Raketenstarts
Die fünf zusätzlichen Flüge werden Teil des Seops-Programms „Waymaker“. Dafür sichert sich das Unternehmen frühzeitig Startkapazitäten bei verschiedenen Anbietern und auf unterschiedlichen Trägerraketen. Bei den sogenannten Rideshare-Missionen teilen sich mehrere Nutzlasten einen Flug. Seops bucht dafür ganze Starts und übernimmt die Missionsplanung, die Integration der Nutzlasten und die Durchführung.
Nach Einschätzung von Seops wachse die Nachfrage nach solchen Rideshare-Kapazitäten schneller als das verfügbare Angebot. Die langfristigen Buchungen sollen Satellitenbetreibern mehr Auswahl und Planungssicherheit verschaffen.
Evan Hoyt, Präsident von Seops, betont:
„Isar Aerospace hat geschafft, was nur sehr wenigen Unternehmen gelingt: ein neues Trägersystem zu bauen und bereits beim zweiten Flug erfolgreich die Erdumlaufbahn zu erreichen. Die Zusammenarbeit bei sechs Missionen mit Isar Aerospaces Trägerrakete Spectrum spiegelt unser Vertrauen in das Team wider und ergänzt Waymaker um eine leistungsfähige europäische Komponente.“
Jetzt muss die Kapazität mitwachsen
Isar Aerospace will nun Produktion, Startbetrieb und sein internationales Netz an Startstandorten ausbauen. Ziel seien häufigere und flexiblere Flüge für Kunden weltweit.
Das 2018 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz nahe München beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 400 MitarbeiterInnen an fünf internationalen Standorten. Seine Raketen entwickelt, fertigt und testet Isar Aerospace nahezu vollständig selbst. Sie sollen kleine und mittelgroße Satelliten sowie Satellitenkonstellationen ins All transportieren.












