Neben der UnternehmerTUM und dem LMU Entrepreneurship Center gehört die Social Entrepreneurship Akademie (SEA) zu den festen Größen im Münchner Gründungsökosystem, jedoch mit ganz anderem Fokus. 2010 hochschulübergreifend gegründet, verbindet sie unter dem Motto „Education for Societal Change“ soziales Denken mit unternehmerischem Handeln.
Einstieg ist meist das „SEA:start“ Programm, ein zweitägiger Workshop zu Business Model Canvas und Design Thinking. Wer tiefer einsteigen möchte, bewirbt sich für das „SEA:certificate“, ein mehrmonatiges Programm mit Präsenzterminen und Online-Kurs zum Thema Social Entrepreneurship, dem Ansatz gesellschaftliche Probleme mit unternehmerischen Lösungen nachhaltig zu bekämpfen.
Mehr als klassische Gründungsförderung
Die SEA setzt keine Immatrikulation voraus und unterscheidet sich so von klassischen Gründungsberatungen. Angesprochen sind Studierende aller Fachrichtungen, junge Berufstätige, Lehrende sowie Gründungsinteressierte ganz ohne Hochschulbezug. Entscheidend ist die Wirkungsorientierung, nicht der akademische Hintergrund. Die SEA fängt damit Teams auf, die durchs Raster klassischer, hochschulgebundener Förderung fallen würden.
Erfolgsbeispiele aus München
Zu den bekanntesten Startups, die von der SEA begleitet wurden, gehört Recup. Das Münchner Unternehmen hat mit seinem Pfandsystem für Mehrwegbecher und -schalen eine Alternative zu Einwegverpackungen in der Gastronomie etabliert.
Auch Enna, das älteren Menschen mithilfe einer vereinfachten Bedienoberfläche den Zugang zu digitalen Angeboten erleichtert, stammt aus der Gründungsberatung des Social-Startup-Hub Bayern der SEA.
Daneben finden sich weitere bekannte Namen aus dem Münchner Impact-Ökosystem im SEA-Netzwerk: etwa Social Bee, das sich für die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten einsetzt, Polarstern aus dem Bereich nachhaltige Energie oder Near Bees, das die lokale Vermarktung von Honig unterstützt. Die Beispiele zeigen, wie breit Social Entrepreneurship bei der SEA verstanden wird – von Kreislaufwirtschaft über gesellschaftliche Teilhabe bis hin zu Energie und nachhaltigem Konsum.

Über den Autor: Liam Brömer absolviert ein halbjähriges Praktikum beim Strascheg Center for Entrepreneurship, parallel ist er in der Social Entrepreneurship Akademie tätig. Dies ermöglicht ihm Einblicke aus erster Hand in die Tiefen des Münchner Startup Ökosystems. Er ist 17 Jahre alt und besucht die 12. Klasse der Fachoberschule für Wirtschaft und Verwaltung.











