Munich Startup: Für welches Problem bietet ihr eine Lösung?
Leonie Neisinger, Gründerin Ivyclip: Klassische Haarklammern drücken, brechen leicht und sind unangenehm, wenn man sie länger trägt oder sich anlehnt. Ivyclip löst genau dieses Problem: Das Material ist flexibel, biegsam und kehrt immer wieder in die Grundform zurück. Man kann den Clip regelrecht biegen, ohne dass er bricht oder an Form verliert. Wir haben also die grundlegendste Eigenschaft der klassischen Haarklammer verändert – ihre Starrheit. Und genau daraus entsteht der Komfort, für den Ivyclip steht.
Munich Startup: Was könnt nur ihr Stand heute?
Leonie Neisinger: Wir haben eine Haarklammer entwickelt, die gleichzeitig flexibel ist, sich der Kopfform anpasst und trotzdem genug Spannung und Halt für unterschiedliche Haartypen bietet. Genau diese Kombination aus Flexibilität, Halt und Formstabilität unterscheidet Ivyclip von klassischen starren Haarklammern.
Ivyclip ist als Direct-to-Consumer-Marke mit einem eigenen Onlineshop gestartet. Innerhalb von weniger als einem Jahr verkaufen wir Ivyclip deutschlandweit in allen dm-Filialen und bei Friseursalons. Das zeigt uns, dass Ivyclip nicht nur online funktioniert, sondern auch im stationären Massenmarkt.
Munich Startup: Was war der Auslöser für die Gründung?
Leonie Neisinger: Auslöser für die Gründung war ein ganz konkretes Alltagsproblem: nach der Geburt unserer Tochter machte ich täglich beim Stillen die Erfahrung, dass sich die Haarklammern unangenehm in den Hinterkopf drücken und stören. Weil ich am Markt nicht fündig wurde, habe ich angefangen, an einer Haarklammer zu arbeiten, die sich der Kopfform anpasst, anstatt starr dagegen zu drücken. Nach vielen Materialtests und Prototypen ist daraus schließlich Ivyclip entstanden: eine flexible und bequeme Haarklammer.
250 Samples und ein verpasstes Weihnachtsgeschäft
Munich Startup: Gab es einen Moment, in dem ihr ans Aufgeben gedacht habt?
Leonie Neisinger: Herausforderungen gab es definitiv viele. Der erste Prototyp aus dem 3D Drucker war viel zu weich. Die ersten 250 Samples waren nicht zufriedenstellend. Die erste Lieferung kam nicht mehr rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft an. Bis ich wirklich zufrieden war mit dem finalen Produkt, war es ein langer Weg mit vielen Rückschlägen. Aber ernsthaft ans Aufgeben habe ich bisher nie gedacht, im Gegenteil: das Problem mit harten und unbequemen Haarklammern gibt es nicht nur in Deutschland. Und das motiviert mich.
Munich Startup: Woran würdet ihr in einem Jahr erkennen, dass ihr auf dem richtigen Weg seid?
Leonie Neisinger: Ich lese nach wie vor jedes Kundenfeedback und möchte, dass wir Ivyclip immer weiter entwickeln mit weiteren Formen und Größen. Meine Vision ist es, dass Ivyclip die Kategorie der Haarklammer neu definiert und bequeme Haarklammern zum Standard macht. Konkret in einem Jahr, würde ich aber sagen: wenn wir den Sprung in die europäischen Märkte schaffen und im internationalen Handel Fuß fassen.
Gründen in München – mit der Isar als Fotostudio
Munich Startup: Würdet ihr wieder in München gründen und warum?
Leonie Neisinger: Als Berlinerin, die vor ein paar Monaten hier runtergezogen ist, natürlich eine Fangfrage. Aber ja, München hat super viele Möglichkeiten für Startups und ich würde hier jederzeit wieder gründen. Am Ufer der Isar ist auch der perfekte Spot für Produktbilder!
Munich Startup: Bootstrapping oder Venture Capital?
Leonie Neisinger: Für die nächste Wachstumsphase ganz klar externes Kapital. Deshalb habe ich mich auch bei „Die Höhle der Löwen“ beworben.
Ivyclip hat sehr schnell gezeigt, dass das Produkt funktioniert. Jetzt geht es für uns darum, die Marke schnell zu skalieren und international aufzubauen. Noch wichtiger als das Kapital selbst ist für uns aber der richtige Partner: jemand, der Erfahrung, Netzwerk und Zugang zu Handel und internationalen Märkten mitbringt.











