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KfW: VC-Klima in Deutschland deutlich abgekühlt

KfW: VC-Klima in Deutschland deutlich abgekühlt

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.

7. März 2023

2 Min. Lesezeit

Der von der KfW ermittelte Geschäftsklimaindikator sackte um 25,6 Zähler auf -42,9 Saldenpunkte ab. Abgesehen vom Corona-Schock im ersten Quartal 2020 war die Stimmung am Venture-Capital-Markt zuletzt vor 20 Jahren schlechter. Und auch die Beurteilungen von Geschäftslage und Geschäftserwartungen gaben nach. Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage fiel auf -41,2 Saldenpunkte (-28,9 Zähler), der Indikator für die Geschäftserwartung auf -44,7 Saldenpunkte (-22,2 Zähler).

Gründe für die Entwicklung nennt das Barometer mehrere: So war Jahresabschlussquartal, weswegen die über das Jahr negative Entwicklung der Unternehmenswerte im Zuge der Jahresabschlüsse verstärkt zu buchhalterischen Wertberichtigungen geführt haben soll. Zudem zeigten sich vor allem US-Investoren zurückhaltender, was auch hiesige Investoren einschränke, da diese ihre US-Pendants als kapitalstarke Syndizierungspartner benötigen.

Mittelfristig gute Aussichten hellen Stimmung für Venture Capital auf

Auch die Insolvenz der Kryptobörse FTX soll einen Einfluss auf das VC-Klima in Deutschland gehabt haben, so KfW Research. Die Studienautoren bewerten sie als Schock für die Tech-Szene, der die Stimmungen auf den Venture-Capital-Märkten weltweit belastete. Auch auf die Investitionszurückhaltung der US-Investoren könnte der FTX-Crash Auswirkungen gehabt haben. Ein hausgemachtes Problem war hingegen das vorübergehende Ende des INVEST-Zuschusses für Wagniskapital als öffentliche Fördermöglichkeit für Business Angels. Mit dem Neustart des Programms ist diese Schwierigkeit inzwischen allerdings behoben.

„Das VC-Geschäftsklima ist im vierten Quartal 2022 nochmals eingebrochen“,

sagt Fritzi Köhler-Geib, die Chefvolkswirtin der KfW.

„Offenbar rückten mit dem Jahresabschluss die aufgrund der Jahresentwicklung notwendigen Wertberichtigungen nochmals in den Fokus und drückten die Stimmung. Auch die zurückhaltende Investitionstätigkeit von US-Investoren hat belastet. Das unterstreicht die Notwendigkeit im Scale-up-Bereich noch mehr zu tun, um hier die Abhängigkeit von US-Investoren zu verringern. Die mittelfristig guten Aussichten für die VC-Investitionstätigkeit hellen den Jahresanfang 2023 auf: Die Investitionsmittel, die insbesondere junge Fonds noch von ihren Fondsinvestoren abrufen können, sind trotz des widrigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds weiter gestiegen. Der INVEST-Zuschuss, der für Business Angels ein wichtiger Investitionsanreiz ist, hat glücklicherweise einen schnellen Neustart.“

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