Munich Startup: Für welches Problem bietet ihr eine Lösung?
Victoria Schöffel, CEO & Mitgründerin: Die wichtigsten Dinge in einem Unternehmen passieren im Gespräch: im Meeting, beim Kunden, im Workshop, auf dem Flur. Und genau dort gehen sie verloren. Wer mitschreibt, ist nicht wirklich dabei, und wer zuhört, vergisst Details. Software-Notetaker lösen das für Video-Calls, aber nicht für Gespräche im echten Raum. Kiolo ist ein kleines Gerät, das Gespräche vor Ort live transkribiert und daraus direkt ein Protokoll macht, in dem Entscheidungen, offene Punkte und nächste Schritte schon markiert sind. Später fragt man einfach: „Was haben wir zum Produktstart entschieden?“, und Kiolo findet die Antwort.
Munich Startup: Was könnt nur ihr – Stand heute?
Victoria Schöffel: Wir verbinden eigene Hardware mit KI, die ein Gespräch wirklich versteht. Das Ganze ist europäisch und privat gedacht: Datenschutz ist bei uns kein Zusatz, sondern die Grundlage. Für viele Teams in Europa ist genau das der Punkt, an dem US-Tools ausscheiden. Und weil Kiolo ohne Laptop und ohne Video-Call funktioniert, passt es dahin, wo die echte Arbeit passiert.
Lösung für Gespräche im echten Raum
Munich Startup: Was war der Auslöser für die Gründung?
Victoria Schöffel: Wir haben selbst unzählige Gespräche geführt, mit KundInnen, PartnerInnen und im Team, und hinterher fehlte immer genau das eine Detail. Irgendwann war klar: Das ist kein persönliches Problem, das hat jeder. Und für Gespräche im echten Raum gab es keine gute Lösung, vor allem keine aus Europa.
Munich Startup: Gab es einen Moment, in dem ihr ans Aufgeben gedacht habt?
Victoria Schöffel: Nein, ans Aufgeben haben wir nicht gedacht. Natürlich gibt es harte Phasen. Hardware ist anspruchsvoll und zwischen Prototyp, Produktion und Zoll lernt man jede Woche etwas Neues. Aber jedes Feedback zeigt uns, dass wir an etwas arbeiten, das Menschen wirklich brauchen. Das trägt.
Munich Startup: Woran merkt ihr in einem Jahr, dass ihr auf dem richtigen Weg seid?
Victoria Schöffel: Wenn die Geräte bei unseren KundInnen angekommen sind und Kiolo bei ihnen jeden Tag auf dem Tisch liegt. Am Ende zählen für uns die Verkaufszahlen: Wenn Menschen Kiolo kaufen, weiterempfehlen und Teams es im Arbeitsalltag einsetzen, wissen wir, dass wir richtig liegen. Wir sind ein Unternehmen, das auf Wachstum ausgelegt ist, und daran messen wir uns.
„In München trifft man schnell die richtigen Leute“
Munich Startup: Würdet ihr wieder in München gründen und warum?
Victoria Schöffel: Ja. München hat ein hervorragendes Netzwerk: Unternehmen, GründerInnen, Hochschulen und Investoren sind hier eng verbunden, und man trifft schnell die richtigen Leute, zuletzt etwa auf der Bits & Pretzels. Für ein Produkt wie Kiolo ist entscheidend, dass genug Menschen in diesem Umfeld uns kennen und ausprobieren. Dafür gibt es kaum einen besseren Ort.
Munich Startup: Bootstrapping oder Venture Capital?
Victoria Schöffel: Aktuell bootstrappen wir und haben keinen Bedarf an externer Finanzierung. Venture Capital schließen wir nicht aus, aber das hängt vom richtigen Zeitpunkt ab. Wenn wir wissen, wie wir mit zusätzlichem Kapital schneller wachsen, ist das der richtige Moment.










