Munich Startup
Knowmanity: Damit Wissen im Unternehmen bleibt

Knowmanity: Damit Wissen im Unternehmen bleibt

Credit: Knowmanity UG

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Saskia Doll

Saskia Doll

Ein Großteil des Wissens in Unternehmen steht in keinem Handbuch, sondern steckt in den Köpfen der Mitarbeitenden. Das 2025 von Maximilian Resch und Marcus Maier gegründete Startup Knowmanity entwickelt eine Plattform, die dieses Erfahrungswissen sichert, bevor es verloren geht. Co-Founder Maximilian Resch erzählt im Interview, wie aus einer spontanen Idee ein Unternehmen wurde.

3. August 2026

3 Min. Lesezeit

Munich Startup: Für welches Problem bietet ihr eine Lösung?

Maximilian Resch, Co-Founder: 70 Prozent des Wissens in einem Unternehmen ist implizit. Es existiert nur in den Köpfen der Menschen, nicht in Handbüchern, Dokumenten oder Systemen. Das gilt für den Produktionsbetrieb genauso wie für die Arztpraxis, die Kanzlei oder den Buchhalter, der seit Jahren weiß, was nirgendwo aufgeschrieben ist. Wenn erfahrene Mitarbeitende gehen, ob durch Ruhestand, Entlassungswellen oder einen Jobwechsel, geht dieses implizite Wissen unwiederbringlich mit. Knowmanity sichert es, bevor das passiert.

Munich Startup: Was könnt nur ihr Stand heute?

Maximilian Resch: Wir sind kein weiteres Dokumentenmanagement-Tool, sondern die erste Plattform für KI-gestütztes implizites Wissensmanagement auf Basis ausschließlich freigegebener Inhalte. Kein heimliches Crawlen durch Systeme, kein Halluzinieren, sondern echte Erfahrungssammlungen von Menschen, semantisch verknüpft in einem Wissensgraphen. Implizites Wissen steht nirgendwo, wir erfassen es. Der digitale Wissenszwilling verlässt nicht mit dem Austritt der Person das Unternehmen, das Team kann ihn danach weiter pflegen und aktualisieren.

Durch diese Erfassung von implizitem Wissen können detaillierte Handlungen und Organisationsempfehlungen wie zum Beispiel schnelles Onboarding, Prozessoptimierungen, Gap Analysen und Wissenslücken transparent aufgedeckt werden. Ein Leitspruch: „Was ist, wenn ihr Unternehmen wüsste, was es weiß?“ Und wir sind patent pending für unsere Explicit-Only-Ingestion-Architektur.

Idee wurde auf dem Balkongeländer skizziert

Munich Startup: Was war der Auslöser für die Gründung?

Maximilian Resch: Ein Grillabend auf dem Balkon. Bei Gesprächen über Wissensverlust, digitaler Transformation, KI-Anwendungen und Datenchaos in großen Konzernen. Unser Balkongeländer ist aus Milchglas und wir haben einfach drauflosgeschrieben. Der Mensch als wichtigster Informationsträger, Wissen geht verloren, weil niemand ein System hat, es rechtzeitig zu sichern. Daher auch unser Name Knowmanity (Knowledge + Humanity). Als wir das aufgemalt hatten, war die Lösung da. Noch in derselben Nacht haben wir die erste Domain registriert.

Munich Startup: Gab es einen Moment, in dem ihr ans Aufgeben gedacht habt?

Maximilian Resch: Ehrlich gesagt nein. Die Überzeugung, dass implizites Wissen eines der am meisten unterschätzten Probleme in Unternehmen ist, hat uns von Anfang an getragen. Was uns täglich herausfordert, ist etwas anderes. Die Produktentwicklung und gleichzeitig erste Kunden zu gewinnen, ist ein Spagat. Aber es motiviert uns, weil wir sehen, dass das Problem bei so vielen Firmen existiert.

Revolution für On- und Off-Boarding

Munich Startup: Woran würdet ihr in einem Jahr erkennen, dass ihr auf dem richtigen Weg seid?

Maximilian Resch: Wenn uns ein Kunde erzählt, dass er durch uns den Wissensverlust bei Fluktuation in seinem Unternehmen verringern konnte und das seine Wissenszwillinge das On- und Off-Boarding revolutioniert haben. Der Blick aufs Unternehmen durch die Brille der Mitarbeiter wird dabei nahtlos für Entscheidungen integriert. Erste Referenzkunden, eine ehrliche Case Study, das ist der Weg dahin.

Munich Startup: Würdet ihr wieder in München gründen und warum?

Maximilian Resch: Wir wohnen beide in Feldkirchen, direkt vor München. Das war ehrlich gesagt Zufall, kein strategischer Plan. Aber München erweist sich als guter Startpunkt. Große Unternehmen, hohe Fluktuation. Genau dort, wo täglich viel Wissen das Unternehmen verlässt. Die Forschung und Entwicklung sowie das Startup Ökosystem in München beflügeln den Spirit.

Munich Startup: Perfektion oder Geschwindigkeit?

Maximilian Resch: Geschwindigkeit. Wir haben Knowmanity neben unseren Vollzeitjobs gebaut und in unter einem Jahr live gebracht. Das Feedback der ersten echten Nutzer ist immer ehrlicher als jede interne Diskussion über ein neues Feature. „Welches Unternehmen würde für unsere Lösung wirklich zahlen?“ war die wichtigere Frage als die Perfektion der Lösung.

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