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Mercura holt sich 1,8 Millionen Euro

Mercura holt sich 1,8 Millionen Euro

Das Gründerteam von Mercura

Credit: Foto: Mercura

Das Gründerteam von Mercura – Credit: Foto: Mercura

Saskia Doll

Saskia Doll

Das Münchner KI-Startup Mercura sammelt in einer stark nachgefragten Seed-Runde frisches Kapital ein. Mit der Finanzierung treibt das Team die Automatisierung von Angebots- und Vertriebsprozessen im industriellen Großhandel voran.

7. Januar 2026

2 Min. Lesezeit

Das KI-Unternehmen Mercura schließt eine überzeichnete Seed-Finanzierungsrunde ab und sichert sich mehr als 1,8 Millionen Euro (2,1 Millionen Dollar). Das Startup adressiert Angebots- und Vertriebsprozesse im Großhandel sowie in der Industrie und fokussiert sich auf Branchen wie Bau, Elektro- und Gebäudetechnik sowie technische Gebäudeausrüstung. TQ Ventures, SignalFire und Y Combinator führten die Runde an. Zusätzlich beteiligten sich mehrere Business Angels, darunter Bastian Nominacher von Celonis, Tao Tao von Get Your Guide und Lukas Deutsch von SAP.

Mercura verbindet moderne KI-Forschung mit tiefem Branchenwissen und entwickelt ein Automatisierungssystem für den technischen Vertrieb. Die Software verarbeitet bislang kaum digitalisierte Datenquellen wie E-Mails oder Telefonanfragen und überführt Bestellungen, Stücklisten oder Ausschreibungen innerhalb weniger Minuten in strukturierte Angebote. Proprietäre Modelle greifen auf öffentliche und unternehmensspezifische Daten zurück und integrieren sich direkt in bestehende ERP- und CRM-Systeme.

KI automatisiert industrielle Kernprozesse

Die Gründer adressieren einen Markt, der trotz globaler Größe lange als schwer digitalisierbar galt. Komplexe Produktstrukturen und unstrukturierte Daten erschwerten den Einsatz klassischer Software. Mercura setzt hier auf eine eigene Produkt-Matching-Engine und KI-Modelle, die sich an individuelle Kundenanforderungen anpassen. Angesichts von Fachkräftemangel und steigendem Effizienzdruck positioniert sich das Unternehmen als technologische Antwort auf aktuelle Herausforderungen der Industrie.

„Ich bin auf Baustellen groß geworden – in unserem über 115 Jahre alten Familienbetrieb, der seit vier Generationen im SHK-, Elektro- und Dachhandwerk verankert ist. Diese Branche ist ein Teil von mir. Mercura ist für mich eine langfristige Mission: die technische Bau- und Gebäudebranche mit moderner KI in die nächste Dekade zu führen“,

sagt Lukas Bock, CEO und Mitgründer von Mercura.

Wachstum mit erfahrenem Gründerteam

Laut Unternehmensangaben arbeitet Mercura von Beginn an profitabel und verzichtete bislang auf externes Kapital. Kunden in Europa und den USA, darunter Bauder, Reisser AG, Siteco sowie die BME-Gruppe nutzen die Technologie bereits. Das multimodale KI-System verarbeitet Leistungsverzeichnisse, E-Mail-Bestellungen und Telefonanfragen, extrahiert Produktdaten und erstellt Angebote in Echtzeit.

Mit dem frischen Kapital plant Mercura den Ausbau des Engineering-Teams, die Weiterentwicklung der Produkt-Matching-Engine und neue Funktionen. Zudem stärkt das Startup seine internationale Präsenz und verfolgt für 2026 ein zweistelliges Millionen-Umsatzziel.

„Mercura erschließt mit seiner KI-Technologie einen bisher kaum beachteten Bereich im industriellen Vertrieb. Die frühe Profitabilität zeigt, dass das Produkt einen echten Bedarf trifft – und das Potenzial hat, die Branche grundlegend zu verändern“,

kommentiert Andrew Marks, Partner bei TQ Ventures.

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