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Mojitofilms: Der KI-Concierge fürs Kino

Mojitofilms: Der KI-Concierge fürs Kino

Credit: Mojitofilms GmbH

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Saskia Doll

Saskia Doll

Fast wäre die Geschichte von Mojitofilms 2025 zu Ende gewesen. Dann zeigte sich, dass ausgerechnet ein einzelnes Feature der Film-App das größte Potenzial hatte: der KI-Concierge Moji. Gründer Shahram Shahangi verbindet dabei Informatik, Digital-Marketing und seine Leidenschaft für Film. Heute will er mit Moji Kinos und Festivals dabei helfen, ihr Publikum besser zu erreichen, passende Filme im Dialog zu entdecken und den Weg bis zum Ticketkauf zu verkürzen.

4. September 2026

8 Min. Lesezeit

Munich Startup: Für welches Problem bietet ihr eine Lösung?

Shahram Shahangi, CEO & Gründer: Europäische Kinos, Festivals und Streaming-Plattformen haben mit veralteten Tools zur Filmentdeckung, einem schwindenden Interesse jüngerer Zielgruppen und mangelnden Einblicken in die Zuschauerpräferenzen zu kämpfen. Bestehende Apps und Kataloge sind oft unübersichtlich, bieten kaum Personalisierung und liefern keine verwertbaren Daten über das Publikum. Moji löst diese Probleme durch ein modernes, dialogorientiertes Entdeckungserlebnis, das das Engagement steigert und fundiertere Entscheidungen bei der Programmgestaltung ermöglicht.

Die wichtigsten Herausforderungen:

  • Veraltete Tools zur Filmentdeckung: Festival-Apps, Kino-Websites und Streaming-Kataloge sind oft statisch und schwer zu bedienen. Das Publikum, insbesondere jüngere Zuschauer, erwartet jedoch interaktive, dialogbasierte Möglichkeiten zur Entdeckung von Inhalten.
  • Geringe Personalisierung: Die meisten Plattformen bieten lediglich allgemeine Empfehlungen. Moji hingegen liefert wertebasierte, dialogorientierte Orientierungshilfen, die sich individuell an den Geschmack anpassen ganz ohne Tracking.
  • Nachlassendes Interesse junger Zielgruppen: Jüngere Zuschauer wenden sich zunehmend von traditionellen kulturellen Einrichtungen ab. Moji holt sie dort ab, wo sie sich bewegen: in der digitalen Welt, durch natürliche Interaktion via Text und Sprache.
  • Fehlende verwertbare Einblicke in das Publikum: Kinos und Festivals fehlen oft anonymisierte Analysedaten, um die Wünsche ihres Publikums zu verstehen. Moji liefert datenschutzkonforme Erkenntnisse, die eine fundierte Programmgestaltung und gezieltere Marketingentscheidungen ermöglichen.
  • Fragmentierte Tools und fehlende Skalierbarkeit: Der Branche fehlt eine einheitliche, skalierbare Lösung für die Filmentdeckung. Moji lässt sich dank modularer APIs und White-Label-Implementierung direkt in bestehende Apps, Ticketing-Systeme und Plattformen integrieren.

Mojitofilms lizenziert Moji als White-Label-KI-Concierge, der direkt in Kinos, Festivals, Streaming-Plattformen und XR-Umgebungen integriert wird. Moji lernt Nutzerpräferenzen im Dialog kennen, unterstützt mehrsprachige Interaktionen, ermöglicht den Ticketkauf per Mausklick und liefert anonymisierte Einblicke in das Publikum. Speziell auf europäische Filme und kulturelle Kontexte trainiert, stärkt Moji das Zuschauerengagement, verbessert die Auffindbarkeit von Inhalten und fördert die grenzüberschreitende Verbreitung europäischer Werke.

Moji verknüpft Filmsuche, Ticketverkauf und Analyse

Munich Startup: Was könnt nur ihr Stand heute?

Shahram Shahangi: Die App ist für Android und IOS verfügbar. Es gibt mehr als 23.000 Registrierungen und über 550.000 App-Downloads. Der „Moji Agent“ ist fertiggestellt, und wir haben einige Kinos für Tests und Integration gewonnen. Bei erfolgreichem Verlauf der Tests werden wir die Integration für weitere Kinos entwickeln und das System als Produkt vertreiben.

Moji ist ein KI-basierter Film-Concierge zur Miete, der interaktive Filmsuche, Ticketkauf und Publikumsanalysen in einer einzigen White-Label-Lösung vereint – speziell zugeschnitten auf europäische Kinos und Festivals.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Empfehlungssystemen oder Chatbots:

  • lernt Moji durch Interaktion (Text und Sprache), ohne Nutzer zu tracken.
  • lässt Moji sich über modulare APIs direkt in Plattformen von Kinos, Festivals und Streaming-Diensten integrieren.
  • ermöglicht Moji den Ticketkauf mit nur einem Klick direkt während der Filmsuche.
  • liefert Moji anonymisierte Publikumsanalysen, die speziell für europäische audiovisuelle Einrichtungen entwickelt wurden.

Im Rahmen der ersten Rollout-Phase wird Moji bereits in mehreren Kinos implementiert. Damit steht uns ein einzigartiger, einsatzbereiter KI-Agent zur Verfügung, der Filmsuche, Ticketverkauf und Publikumsanalysen auf eine Weise verknüpft, wie es derzeit keine andere Lösung bietet.

Munich Startup: Was war der Auslöser für die Gründung?

Shahram Shahangi: Mojitofilms startete als Endkunden-App zur Filmfindung für Android und IOS. Während die App auf über 1.000 Registrierungen und mehr als 1.000 Downloads anwuchs, stach ein Feature besonders hervor: der Moji Agent, ​​ein KI-Concierge, der Nutzern hilft, Filme durch natürliche Konversation zu entdecken.

Im Verlauf der Entwicklung und der Nutzertests wurde deutlich, dass Moji die eigentliche Innovation darstellte. Kinos und Festivals begannen, Moji als eigenständige Lösung anzufragen, und erste Pilotprojekte bestätigten, dass Moji branchenweite Herausforderungen in den Bereichen Filmfindung, Publikumsbindung und Einblicke in das Zuschauerverhalten lösen konnte.

Diese Erkenntnis führte zur Gründung von Moji als eigenständiges B2B-Produkt: einem KI-Concierge, der speziell für Kinos, Festivals und Streaming-Plattformen entwickelt wurde und als Dienstleistung bereitgestellt wird.

Pivot kurz vor Geschäftsaufgabe

Munich Startup: Gab es einen Moment, in dem ihr ans Aufgeben gedacht habt?

Shahram Shahangi: Ja. Im Jahr 2025 sah sich die Endkunden-App von Mojitofilms mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert, von technischen Einschränkungen bis hin zu einer unklaren langfristigen Wirtschaftlichkeit. Zu diesem Zeitpunkt schien die Einstellung der App die realistischste Option zu sein.

Doch genau in dieser Phase kristallisierte sich der „Moji Concierge“ als jenes Feature heraus, das von den Nutzern durchweg angenommen und geschätzt wurde. Was ursprünglich als Bestandteil der App begonnen hatte, erwies sich rasch als die eigentliche Innovation: ein KI-basierter Dialog-Agent, der in der Lage war, für Kinos und Festivals echte Probleme bei der Filmfindung und der Publikumsbindung zu lösen.

Die Erkenntnis, dass Moji das Produkt mit echter Marktnachfrage war, führte zu einer strategischen Neuausrichtung des Unternehmens. Anstatt das Projekt einzustellen, schlugen wir eine neue Richtung ein und begannen, Moji als eigenständige, lizenzierbare B2B-Lösung zu entwickeln. Dieser Wendepunkt war es, der das Unternehmen vorangebracht hat.

Infobox
Mojitofilms Shahram Shahangi

Mojitofilms entstand Ende 2022 in München, die erste Version der App ging im September 2023 an den Start. Gründer und alleiniger Gesellschafter ist Shahram Shahangi. Mit dem KI-Concierge Moji richtet sich das Unternehmen inzwischen vor allem an Kinos, Festivals und Streaming-Plattformen.

Shahangi studierte Distributed Computing Systems und gründete zuvor das Martech-Unternehmen Adnext. 2018 begann er zusätzlich ein Filmstudium in München. Sein Kurzfilm „Tonewood“ erhielt Auszeichnungen auf internationalen Festivals. Aktuell arbeitet er nach einer Förderzusage des FFF Bayern an seinem ersten Kinofilm. Bei Mojitofilms bringt er damit seine Erfahrungen aus Informatik, digitalem Marketing und Film zusammen.

Munich Startup: Woran würdet ihr in einem Jahr erkennen, dass ihr auf dem richtigen Weg seid?

Shahram Shahangi: Wir wissen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, sobald Moji bei den in unserer Roadmap definierten Kernmeilensteinen messbare Erfolge erzielt. Innerhalb eines Jahres bedeutet das:

  • Erfolgreiche Pilotprojekte mit institutionellen Partnern (große europäische Festivals und Kinos), bei denen Moji im realen Publikumsbetrieb eingesetzt wird.
  • Mehrere Live-B2B-Integrationen bei Kinos, Festivals oder Kinoketten, die Moji als Ebene für die Filmentdeckung nutzen.
  • Nachweisbare Steigerung der Ticketverkäufe durch Mojis Prozess von der Entdeckung bis zum Kauf sowie durch One-Click-Ticketing.
  • Aktive Nutzung der Audience-Insight-Dashboards von Moji durch Veranstalter zur Steuerung von Programmgestaltung und Zeitplanung.
  • Produktionsreife, mehrsprachige Version von Moji mit voll funktionsfähiger, DSGVO-konformer Infrastruktur.
  • Erste wiederkehrende Umsätze aus B2B-Lizenzierungen und Partnerschaften zur Verkaufssteigerung.

Werden diese Meilensteine ​​erreicht, bestätigt dies, dass sich Moji zu der KI-Komponente entwickelt, die im Bereich der Filmentdeckung bislang fehlte, und im europäischen audiovisuellen Ökosystem zunehmend an Bedeutung gewinnt.

München bietet starkes audiovisuelles Ökosystem

Munich Startup: Würdet ihr wieder in München gründen und warum?

Shahram Shahangi: Ja. München hat sich als einer der stärksten Standorte in Europa für den Aufbau von Moji erwiesen. Das audiovisuelle Ökosystem der Stadt von Bavaria Film über führende Anbieter von Kinotechnologie bis hin zu Festival-Netzwerken war das ideale Umfeld, um einen KI-Concierge für die Filmfindung zu entwickeln und zu validieren.

In München gewann die Mojitofilms-App erstmals an Fahrt und hier wurde Moji ursprünglich ins Leben gerufen. Hier erkannten wir auch, dass Moji nicht bloß ein Feature war, sondern genau das Produkt, das die Branche tatsächlich benötigte. Die Nähe zu Kinos, Ticketing-Partnern und kulturellen Einrichtungen ermöglichte es uns, Moji frühzeitig zu testen, Integrationen zu sichern und das B2B-Modell im direkten Austausch mit Branchenakteuren zu verfeinern.

Dank dieses Ökosystems, der Partnerschaften und des Zugangs zur europäischen Innovationslandschaft im audiovisuellen Bereich bleibt München ein strategisch äußerst wichtiger Standort für Moji und wir würden uns jederzeit wieder für diese Stadt entscheiden.

Munich Startup: Bootstrapping oder Venture Capital?

Shahram Shahangi: Moji startete als rein eigenfinanziertes Projekt mit der Entwicklung der Mojitofilms-App und der frühen Konzeption des Moji Concierges. Diese Eigenfinanzierung ermöglichte es uns, die Technologie zu validieren, den KI-Agenten zu entwickeln, Partnerschaften für den Ticketverkauf zu schließen und erste Kino-Integrationen umzusetzen und das alles ohne externen Druck.

Als sich jedoch herausstellte, dass Moji genau das Produkt war, das die Branche tatsächlich benötigte, wurde klar, dass für die europaweite Skalierung der Lösung Risikokapital erforderlich ist. Die Einführung bei institutionellen Partnern, die mehrsprachige Expansion, der Aufbau einer DSGVO-konformen Infrastruktur sowie strategische Partnerschaften mit wichtigen Akteuren der audiovisuellen Branche lassen sich nicht allein durch Eigenfinanzierung beschleunigen.

Aus diesem Grund strebt Moji nun Risikokapital an, um die Integrationen auszubauen, die Marktpräsenz zu stärken und sich zu jener KI-Ebene zu entwickeln, die im Bereich der Film-Entdeckung bislang fehlt.

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