Ob GründerInnen, InvestorInnen, Wissenschaft, Corporates oder Politik: Beim Munich Startup Festival 2026 trafen sie sich alle. Unter dem Motto „Keine Bubble, nur echte Kontakte“ bot das Festival den passenden Rahmen für neue Begegnungen, intensive Diskussionen und jede Menge Inspiration. Bereits zur Eröffnung brachte Moderator Kyrill Ring den Anspruch des Tages auf den Punkt:
„Wir bringen das komplette Ökosystem heute an einem Ort zusammen.“
Europas Zukunft beginnt vor der eigenen Haustür
Wie kann Europa innovativer, wettbewerbsfähiger und unabhängiger werden? Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch das Festival. Entsprechend zählte das Panel „Zukunft made in Europe: Innovationsstärke aus München“ zu den Publikumsmagneten.
Die Diskutierenden waren sich einig: Europa verfügt über Talente, Forschung und innovative Unternehmen, doch häufig fehlen Geschwindigkeit und die richtigen Rahmenbedingungen.
Katja Ruhnke, Vorsitzende des Business Angels Netzwerks Deutschland (BAND) und CEO der CK Venture Capital GmbH, brachte die Herausforderung auf den Punkt:
„Wir hätten alles, aber wir kriegen es nicht auf die Straße. Wir brauchen einen europäischen Standard – Zeit ist unser Endgegner.“
Auch Celonis-Mitgründer Bastian Nominacher machte deutlich, wo aus seiner Sicht die größten Hebel liegen: Der Staat müsse stärker als erster Kunde auftreten und den Zugang zu Kapital erleichtern. Magdalena Oehl, Vorstandsmitglied des Startup-Verbands, machte GründerInnen trotz schwieriger Zeiten Mut:
„Krisenzeiten sind Gründungszeiten.“
Zu den meistbesuchten Programmpunkten gehörte außerdem das Panel „Innovation between Civil & Defence“. Im Mittelpunkt standen die wachsende Bedeutung von Defencetech, die sinnvolle Verzahnung ziviler und militärischer Technologien sowie ethische Fragen rund um den Einsatz künstlicher Intelligenz. Patrick Jeschke vom Cyber Innovation Hub der Bundeswehr brachte die Bedeutung des Standorts München auf den Punkt:
„München ist the place to be, um im Defencetech-Bereich durchzustarten.“
Erfolgreich gründen heißt: mutig bleiben und dazulernen
Neben den großen Zukunftsthemen bot das Festival zahlreiche ganz praktische Einblicke in den GründerInnen-Alltag. David Baumgartner erzählte, wie aus einer Idee während einer Weltreise die Restaurantkette Dean&David entstand. Sein Rat: Erfolgreiche Konzepte aus anderen Ländern beobachten und für den deutschen Markt weiterentwickeln. Gleichzeitig empfahl er GründerInnen, so lange wie möglich auf eigenes Wachstum zu setzen, bevor sie Fremdkapital aufnehmen.
Florian Sauter blickte auf den Weg von Egym vom Zwei-Personen-Startup zum Unicorn zurück. Besonders wichtig seien frühes Feedback aus dem Markt und eine Unternehmenskultur, in der Menschen gerne arbeiten.
Auch Ex-Fußballer und Investor Patrick Owomoyela zog Parallelen zwischen Spitzensport und Unternehmertum. Rückschläge gehörten dazu, entscheidend seien Resilienz und Ausdauer. Manchmal sei der längere Weg erfolgreicher als der schnelle Exit.
Münchens Innovationskraft aus verschiedenen Perspektiven
Weitere Panels beschäftigten sich mit der nächsten Generation von UnternehmerInnen, der Internationalisierung junger Unternehmen, Biotech-Ausgründungen und den Chancen der Münchner Spacetech-Branche.
Im Panel „NextGen Takes over – Die Weichen für die nächste Generation stellen“ diskutierten unter anderem Werk1-CEO Robert Richter, Business Angel Chris Obereder und Baystartup-CEO Carsten Rudolph, welche Fähigkeiten GründerInnen künftig mitbringen müssen. Ihr Fazit: Neben technischem Know-how entscheiden heute vor allem Urteilsvermögen, Lernbereitschaft, Mut und Durchhaltevermögen über den Erfolg. Gleichzeitig rückt die Unternehmensnachfolge als spannende Alternative zur klassischen Neugründung stärker in den Fokus.
Beim Panel „Go Global or Go Home?“ berichteten Flix-Mitgründer Daniel Krauss, Christina Niedermeyer von Plug and Play, Benjamin Domnick, Gründer von Wow Urbane Utopien, und Matthias Notz, CEO der Start2 Group, von ihren Erfahrungen mit der internationalen Skalierung. Einig waren sie sich darin, dass GründerInnen früh global denken sollten. Gleichzeitig machten sie deutlich, dass Internationalisierung nicht nur Kapital, sondern auch belastbare Netzwerke, ein internationales Mindset und ein starkes Team vor Ort erfordert.
Auch die Biotech- und Spacetech-Panels zeigten, welche Rolle München als Innovationsstandort spielt. Philipp Baaske, Vizepräsident für Entrepreneurship der LMU, Yasmin Gärtner, Mitgründerin von Epicure, und Christina Port, CEO von 2NA Fish, beschrieben, wie wissenschaftliche Forschung erfolgreich in Unternehmen überführt werden kann. Im Spacetech-Panel betonten Joram Voelklein von Alpine Space Ventures, DeltaVision-CEO Alex Plebuch und Florian Dötzer vom TUM Venture Lab Aerospace, dass München dank seiner Forschungslandschaft, seines Talentpools und seiner InvestorInnen beste Voraussetzungen mitbringt, um sich als einer der führenden europäischen Spacetech-Standorte zu etablieren.
8pm Social gewinnt den Munich Startup Award
Ein emotionaler Höhepunkt des Festivals war das Finale des Munich Startup Awards. Die FinalistInnen präsentierten ihre Unternehmen live vor Publikum und Jury. Am Ende überzeugte 8pm Social.
Das Startup entwickelt ein soziales Netzwerk, das persönliche Beziehungen wieder stärker in den Mittelpunkt rückt. Der Feed wird nur einmal täglich um 20 Uhr aktualisiert und soll NutzerInnen zu einem bewussteren Umgang mit sozialen Medien anregen.
Doch das Munich Startup Festival lebt nicht nur von seinen Bühnen. Beim Speed Networking, an der Networking Wall, in Workshops und zwischen den Programmpunkten entstanden den ganzen Tag über neue Kontakte. Die 360°-Photobooth, Tattoo- und Airbrush-Stationen sowie das musikalische Abendprogramm mit Saxoclap und DJ sorgten für echtes Festivalflair bis in den Abend.

















