Das Münchner Unternehmen Navvis hat eine Series-D-Finanzierungsrunde über 74 Millionen Euro abgeschlossen. Die Runde führt die US-amerikanische Private-Equity-Gesellschaft The Jordan Company (TJC) gemeinsam mit den bestehenden Anteilseignern Yttrium, Kozo Keikaku Engineering und Cipio Partners an.
Navvis entwickelt Hard- und Software, mit der Unternehmen Gebäude, Fabriken und andere physische Anlagen digital erfassen können. Mobile Laserscanner liefern dafür präzise räumliche Daten, aus denen digitale Zwillinge entstehen. Unternehmen setzen diese beispielsweise für Bauprojekte, die Fabrikplanung und Wartungsarbeiten ein. Zu den KundInnen zählen BMW, Daimler, Allianz, Audi und Skoda.
Georg Schroth, Mitgründer und CTO, erklärt:
„In der physischen Welt zu agieren bedeutete bisher immer, anhand von Zeichnungen zu planen, denen niemand voll und ganz vertraut. Das haben wir geändert. Navvis erfasst jede Fabrik, jede Anlage und jedes Gebäude innerhalb weniger Tage nach Vermessungsstandards und dient als System of Record für industrielle Realitätsdaten: ein einheitlich verwalteter, stets aktueller Datensatz, auf den jedes Team, jedes Tool und jedes KI-System aufbauen kann.“
Nach eigenen Angaben hat Navvis allein 2025 mehr als eine Milliarde Quadratmeter an Industrieanlagen, Baustellen und Gebäuden gescannt, verarbeitet und über seine Plattform bereitgestellt. Insgesamt umfasst die Plattform inzwischen mehr als zwei Milliarden Quadratmeter.
Räumliche Daten als Grundlage für KI
Mit dem neuen Kapital will Navvis die Verarbeitung räumlicher Daten weiter skalieren. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen an einer KI-Ebene, die diese Daten für Menschen, KI-Agenten und Roboter einfacher nutzbar machen soll. Anwendungen sieht Navvis unter anderem in der industriellen Automatisierung, Robotik und KI-gestützten Entscheidungsfindung.
Felix Reinshagen, Mitgründer und CEO, sagt:
„Wir haben diese Finanzierungsrunde abgeschlossen, um noch mehr zu erreichen: mehr Skalierbarkeit, mehr Intelligenz und letztlich mehr Produktivität für die zugrunde liegenden Anlagen. Gleichzeitig werden wir unsere Marktpräsenz ausbauen, wobei wir einen starken Fokus auf den US-Markt legen, auf dem wir in den letzten Jahren am schnellsten gewachsen sind.“
Robert D. Redmond, Partner bei The Jordan Company, sieht insbesondere in der Technologie und dem Kundenstamm von Navvis Potenzial:
„Navvis hat eine branchenprägende Technologie, einen äußerst treuen Kundenstamm und ein Team mit der Vision aufgebaut, die Digitalisierung der physischen Welt neu zu definieren. Navvis verkörpert genau das, wonach wir bei unseren Investitionen im Bereich Industrietechnologie suchen: eine überlegene technologische Lösung für die anspruchsvollsten Industrieunternehmen der Welt. Wir sind stolz darauf, an diesem Wendepunkt mit dem Navvis-Team zusammenzuarbeiten und in weitere Innovationen sowie ein herausragendes Produkterlebnis für die Kunden des Unternehmens zu investieren.“












