Das Münchner Aquakultur-Startup Oceanloop hat sich eine Finanzierung von bis zu 38,5 Millionen Euro gesichert. Das Kapital soll die Skalierung seiner landbasierten Aquakulturtechnologie und die Zucht von Riesen-Zackenbarschen in Europa vorantreiben. Die Finanzierung kombiniert neue Eigenkapitalzusagen des Blue Revolution Fund von Hatch Blue und von Stolt Ventures mit einer Venture-Debt-Fazilität über 32 Millionen Euro der Europäischen Investitionsbank (EIB). Das InvestEU-Programm der Europäischen Union sichert die EIB-Finanzierung ab.
Oceanloop entwickelt softwaregesteuerte Kreislaufaquakultursysteme, sogenannte Recirculating Aquaculture Systems (RAS). Das Unternehmen entstand 2023 durch den Zusammenschluss mehrerer deutscher Akteure aus der landbasierten Aquakultur. Im April 2026 startete über das Schwesterunternehmen Honest Catch der Verkauf von Riesen-Zackenbarschen aus der bestehenden Anlage in Strande bei Kiel. Nach eigenen Angaben züchtet Oceanloop die Fischart als erstes Unternehmen in Europa.
Neue Zuchtanlagen in Kiel und auf Gran Canaria
Mit dem Kapital startet Oceanloop nun die industrielle Skalierung. Ende 2026 soll in Kiel der Bau einer Anlage mit einer jährlichen Kapazität von rund 250 Tonnen Riesen-Zackenbarsch beginnen. Für 2029 plant das Unternehmen den Baustart einer weiteren Anlage auf Gran Canaria, die jährlich etwa 2.000 Tonnen produzieren soll.
Fabian Riedel, Gründer und CEO von Oceanloop, sagt:
„Diese Finanzierung markiert den Beginn der industriellen Skalierung von Oceanloop. Gemeinsam mit Sander Aqua haben wir mehr als ein Jahrzehnt damit verbracht, landbasierte Meeresaquakultursysteme zu entwickeln, zu betreiben und kontinuierlich zu verbessern. Mit Hatch Blue, Stolt Ventures und der Europäischen Investitionsbank bündeln wir spezialisierte Investitionskompetenz im Bereich Aquakultur, jahrzehntelange Erfahrung im kommerziellen Fisch- und Meeresfrüchtehandel sowie langfristige europäische Wachstumsfinanzierung. Dies gibt uns die Grundlage, Oceanloop von einer bewährten Technologie zu einer internationalen Aquakulturplattform auszubauen.“
Neben den eigenen Zuchtanlagen will Oceanloop seine Technologie international über Partnerschaften, Joint Ventures und Lizenzmodelle verbreiten. Die Plattform lässt sich nach Unternehmensangaben an unterschiedliche Meeresarten und Standorte anpassen. Seine Forschungs- und Entwicklungsarbeit zur landbasierten Garnelenzucht führt Oceanloop ebenfalls fort.












