Munich Startup
Openlaw sichert sich 2,8 Millionen Euro für notarielle Plattform Beglaubigt.de

Openlaw sichert sich 2,8 Millionen Euro für notarielle Plattform Beglaubigt.de

Die Openlaw-Gründer: Felix Gerlach und Alexander Sporenberg (v. l. n. r.)

Credit: Foto: Openlaw GmbH

Die Openlaw-Gründer: Felix Gerlach und Alexander Sporenberg (v. l. n. r.) – Credit: Foto: Openlaw GmbH

Saskia Doll

Saskia Doll

Openlaw treibt mit seiner Marke Beglaubigt.de die Digitalisierung von Notarprozessen voran und gewinnt internationale InvestorInnen. Die Plattform will Gründungen drastisch beschleunigen und bürokratische Hürden für Startups reduzieren.

20. April 2026

2 Min. Lesezeit

Beglaubigt.de treibt seine Expansion mit frischem Kapital voran. Hinter der Plattform steht das Legaltech Openlaw, das eine Seed-Finanzierungsrunde über 2,8 Millionen Euro (3,3 Millionen Dollar) abgeschlossen hat. Zu den InvestorInnen zählen unter anderem YouTube-Mitgründer Jawed Karim (über Y Ventures), Moonfire Ventures, Zeno Ventures, Combination VC, Orange Collective sowie weitere internationale Angel-InvestorInnen aus dem Y-Combinator-Umfeld.

Beglaubigt.de positioniert sich als digitale Infrastruktur für notarielle Dienstleistungen und Unternehmensgründungen. Die Plattform ermöglicht Privatpersonen und Unternehmen, Beglaubigungen, Beurkundungen und Gründungen vollständig online abzuwickeln. NutzerInnen erstellen Verträge, setzen Satzungsänderungen um oder erledigen behördliche Vorgänge digital und rechtssicher.

Digitalisierung trifft Bürokratieproblem

Europäische GründerInnen stehen vor komplexen rechtlichen Rahmenbedingungen. Unterschiedliche Rechtssysteme, zahlreiche Gesellschaftsformen und verpflichtende notarielle Prozesse verlangsamen Gründungen erheblich. In Deutschland dauert eine GmbH-Gründung häufig sechs bis acht Wochen.

Genau hier setzt Beglaubigt.de an: Die Plattform bildet den gesamten Gründungsprozess digital ab, von der Dokumentenerstellung bis zur Eintragung ins Handelsregister. Dadurch verkürzt sich die Dauer auf wenige Tage. Gleichzeitig integriert das Startup bestehende Notariate und übernimmt administrative Aufgaben wie Terminkoordination und Dokumentenvorbereitung.

Alexander Sporenberg, CEO und Mitgründer von Openlaw, gehörte auch zum Founding Team der Razor Group und erklärt:

„Europa fehlt es nicht an Innovation und schon gar nicht an Talent – sondern an effizienter Infrastruktur. Mit Razor haben wir in 15 Monaten ein Unicorn gebaut, aber die Wartezeit auf Notartermine hätte uns beinahe den Erfolg gekostet. In den USA wäre das eine Frage von Tagen gewesen. Genau hier setzen wir mit Openlaw an – damit europäische Gründer nicht an Bürokratie scheitern.“

Ausbau und europäische Perspektive

Mit dem neuen Kapital will Openlaw das Angebot von Beglaubigt.de gezielt erweitern. Neben Gründungen von GmbH, UG und GbR plant das Team zusätzliche Registerprozesse und die laufende Buchführung in die Plattform zu integrieren. Bereits heute kooperiert Beglaubigt.de mit Partnern wie Qonto, Holvi und Sevdesk. Über eine API startet der Gründungsprozess direkt aus anderen Anwendungen heraus. Diese Integration schafft einen nahtlosen Ablauf von der Kontoeröffnung bis zur fertigen Gesellschaft.

Langfristig verfolgt das Münchner Startup das Ziel, seine digitale Infrastruktur auf weitere europäische Märkte auszuweiten und GründerInnen ein vollständig digitales Backoffice bereitzustellen.

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