Die Unternehmen haben die Partnerschaft am 9. September beim International Space Summit in Paris vorgestellt. Sie wollen Ororatechs Sensorik und Analyseplattform mit Eutelsats Infrastruktur im niedrigen Erdorbit, dem sogenannten Low Earth Orbit (LEO), verbinden. Ziel sei eine europäische Infrastruktur, die weltweit häufiger Wärmedaten erfassen und mit geringerer Verzögerung bereitstellen könne.
Mitfliegen statt jeden Satelliten selbst finanzieren
Für Ororatech eröffnet die Kooperation einen zusätzlichen Weg, das eigene Sensornetz auszubauen: Die Instrumente sollen als Nutzlasten auf Eutelsat-Satelliten mitfliegen. Das Münchner Unternehmen müsse dadurch nicht für jeden Sensor einen eigenen Satelliten finanzieren und starten. Gleichzeitig könne die Verteilung auf mehrere Plattformen die Widerstandsfähigkeit des Netzes erhöhen.
Martin Langer, CEO von Ororatech, sagt:
„Bei dieser Partnerschaft geht es um den Übergang von Satelliten zu Infrastruktur. Eutelsat hat eine einzigartige europäische LEO-Infrastruktur aufgebaut, während Ororatech die weltweit führenden operativen Fähigkeiten zur Gewinnung und Analyse von Wärmedaten entwickelt hat. Indem wir beides zusammenbringen, schaffen wir einen tragfähigen Weg zu einer kontinuierlichen Erfassung und Auswertung von Wärmedaten mit geringer Verzögerung auf globaler Ebene – entwickelt in Europa und verfügbar für europäische staatliche KundInnen.“
Durch zusätzliche Sensoren sollen sich die Abstände zwischen Beobachtungen desselben Gebiets verkürzen. Damit ließen sich Brände schneller erkennen.
Waldbrände früher erkennen, Einsatzkräfte unterstützen
Eutelsat verbindet mit der Partnerschaft ein weiteres Einsatzgebiet für seine Satelliten. Neben der Kommunikation sollen sie künftig auch zur satellitengestützten Branderkennung beitragen.
Jean-François Fallacher, CEO von Eutelsat, erklärt:
„Die schweren Waldbrände, die Frankreich, Deutschland und andere Teile Europas in diesem Sommer erlebt haben, verdeutlichen die wachsende Bedrohung für die Bevölkerung und die Umwelt. Wir freuen uns, mit Ororatech zusammenzuarbeiten, um dessen Erkennungstechnologie an Bord unserer künftigen Satelliten zu bringen und dazu beizutragen, Brände früher zu erkennen. Diese Partnerschaft wird zudem die Nutzung unserer LEO-Satelliten auf ein wichtiges neues Gebiet ausweiten und die Rolle ergänzen, die unsere Kommunikationsverbindungen bei der Unterstützung von Einsatzkräften vor Ort spielen können.“
Wärmedaten für mehrere Anwendungen
Die geplante Infrastruktur soll über die Waldbrandbeobachtung hinaus genutzt werden. Nach Angaben der Unternehmen könnten die kontinuierlich erfassten Wärmedaten zugleich die Überwachung kritischer Infrastruktur, die maritime Lagebeobachtung sowie Umwelt- und Sicherheitsanwendungen unterstützen. Ein zusätzlicher Sensor könne damit mehreren KundInnen und Regionen dienen.
Die Kooperation verbindet Münchner Sensortechnologie mit französischer Satelliteninfrastruktur. Ein wesentlicher Teil des geplanten Ausbaus von Ororatech werde dadurch in europäischer Infrastruktur verankert. Die Unternehmen wollen zeigen, wie sich zusätzliche Fähigkeiten zur Erdbeobachtung durch industrielle Zusammenarbeit aufbauen lassen.
Ororatech wurde 2018 gegründet und hat seinen Hauptsitz in München. Das Unternehmen nutzt Daten eigener und öffentlich verfügbarer Satellitensysteme für seine Plattform zur Waldbranderkennung und zum Waldbrandmanagement. Nach eigenen Angaben beschäftigt es mehr als 180 MitarbeiterInnen.












