Munich Startup
18 Satelliten in 18 Monaten: Ororatech macht Tempo im All

18 Satelliten in 18 Monaten: Ororatech macht Tempo im All

Credit: Ororatech

Credit: Ororatech

Kyrill Ring

Kyrill Ring

Ororatech erweitert sein Netzwerk auf 20 Satelliten. Der jüngste Start soll helfen, Waldbrände früher zu erkennen und Einsatzkräfte schneller zu informieren.

5. Oktober 2026

3 Min. Lesezeit

18 Satelliten in 18 Monaten: Das Münchner Raumfahrtunternehmen Ororatech baut sein Netzwerk zur Wärmebeobachtung der Erde aus. Mit dem erfolgreichen Start von Forest-20 umfasst die eigene Konstellation nun 20 Infrarotsatelliten. Der neue Satellit soll vor allem die Beobachtung in den Morgenstunden verbessern und damit die Zeit zwischen dem Ausbruch eines Waldbrands und der Warnung der Einsatzkräfte verkürzen.

Forest-20 startete von der Vandenberg Space Force Base im US-Bundesstaat Kalifornien. Er ergänzt das Netzwerk so, dass über den Tagesverlauf vom frühen Morgen bis in den späten Abend häufiger Wärmebilder zur Verfügung stehen. Damit kann Ororatech Veränderungen auf der Erdoberfläche früher erfassen und schneller auswerten.

Mehr Augen im All, schnellere Warnungen am Boden

Für den Waldbrandschutz zählt, wie schnell aus einem erkannten Feuer eine verwertbare Information wird. Die zusätzlichen Beobachtungen sollen diese Zeit verkürzen. Sämtliche erfassten Daten fließen direkt in Ororatechs Plattform „Wildfire Solution“. Dort können KundInnen neue Brände erkennen, laufende Einsätze überwachen und Veränderungen der Bedingungen verfolgen.

Die Plattform verbindet thermische Daten des eigenen Netzwerks mit Daten öffentlicher Satellitensysteme. Mit jedem zusätzlichen Satelliten will Ororatech Beobachtungslücken verringern und die Entwicklung von Bränden genauer abbilden.

Die Infrarotkameras von Ororatech. Foto: Ororatech

Infrastruktur statt Einzelmissionen

Beim Ausbau verfolgt das Unternehmen zwei Wege: Es bringt eigene Satelliten ins All und lässt Infrarotsensoren auf Satelliten anderer Anbieter mitfliegen. So soll eine Infrastruktur wachsen, die thermische Veränderungen auf der Erde möglichst lückenlos und nahezu in Echtzeit erfasst.

Ignacio Zuleta, Chief Technology Officer bei Ororatech, sagt:

„Statt einzelner Missionen bauen wir kontinuierlich eine thermische Infrastruktur im All auf.“

Das Tempo beim Ausbau sieht Zuleta als Beleg für die Skalierungsfähigkeit des Unternehmens:

„18 Thermalsatelliten in 18 Monaten zeigen dabei, wie schnell wir skalieren können. Mit Forest-20 haben wir nun 20 eigene Satelliten im Orbit. Jeder weitere Satellit macht unsere thermischen Daten häufiger verfügbar, lückenloser und wertvoller.“

Wärmebilder können mehr als Brände erkennen

Ororatech richtet seine Infrastruktur auch auf Anwendungen jenseits des Waldbrandschutzes aus. Die Satelliten liefern Daten zu Oberflächentemperaturen an Land und auf See. Diese ermöglichen es, Temperaturschwankungen zu messen, auszuwerten und weitere Anwendungen auf Basis thermischer Daten zu entwickeln.

Den langfristigen Anspruch beschreibt Zuleta so:

„Unser Ziel ist: Wir wollen natürliche und menschliche Aktivitäten mithilfe thermischer Daten sichtbar machen – und zwar überall auf der Erde und in dem Moment, in dem sie passieren.“

Ororatech wurde 2018 gegründet und hat seinen Hauptsitz in München. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 180 ExpertInnen und ist außerdem in den USA, Griechenland, Australien, Brasilien und Kanada tätig.

Mehr davon

Passende Beiträge zum Weiterlesen

Messe München und UnternehmerTUM schmieden Startup-Allianz
Ökosystem

Messe München und UnternehmerTUM schmieden Startup-Allianz

06.10.26
3 Min.
Munich Startup Recap 40/26
Ökosystem

Munich Startup Recap 40/26

04.10.26
2 Min.
Deutscher Startup Monitor 2026: Mehr Kapital, mehr Unicorns, mehr KI
Ökosystem

Deutscher Startup Monitor 2026: Mehr Kapital, mehr Unicorns, mehr KI

01.10.26
3 Min.
Naxon Robotics gewinnt Munich Startup Special Prize
Ökosystem

Naxon Robotics gewinnt Munich Startup Special Prize

30.09.26
2 Min.
Munich Startup Recap 39/26
Ökosystem

Munich Startup Recap 39/26

27.09.26
2 Min.
European Founder Report: Europas Startup-Boom hat ein Finanzierungsproblem
Ökosystem

European Founder Report: Europas Startup-Boom hat ein Finanzierungsproblem

25.09.26
4 Min.
17 Münchner Institutionen gründen Women Entrepreneurs Alliance
Ökosystem

17 Münchner Institutionen gründen Women Entrepreneurs Alliance

25.09.26
3 Min.
Bits & Pretzels 2026: Die spannendsten Side-Events
Ökosystem

Bits & Pretzels 2026: Die spannendsten Side-Events

23.09.26
3 Min.
Aftermovie: Das war das Munich Startup Festival 2026
Ökosystem

Aftermovie: Das war das Munich Startup Festival 2026

23.09.26
Munich Startup Recap 38/26
Ökosystem

Munich Startup Recap 38/26

20.09.26
2 Min.
Wirkung braucht Wachstum: Das SFT-Festival bringt die Impact-Szene zusammen
Ökosystem

Wirkung braucht Wachstum: Das SFT-Festival bringt die Impact-Szene zusammen

16.09.26
2 Min.
Proxima Fusion gewinnt Deutschen Gründerpreis 2026
Ökosystem

Proxima Fusion gewinnt Deutschen Gründerpreis 2026

15.09.26
3 Min.