18 Satelliten in 18 Monaten: Das Münchner Raumfahrtunternehmen Ororatech baut sein Netzwerk zur Wärmebeobachtung der Erde aus. Mit dem erfolgreichen Start von Forest-20 umfasst die eigene Konstellation nun 20 Infrarotsatelliten. Der neue Satellit soll vor allem die Beobachtung in den Morgenstunden verbessern und damit die Zeit zwischen dem Ausbruch eines Waldbrands und der Warnung der Einsatzkräfte verkürzen.
Forest-20 startete von der Vandenberg Space Force Base im US-Bundesstaat Kalifornien. Er ergänzt das Netzwerk so, dass über den Tagesverlauf vom frühen Morgen bis in den späten Abend häufiger Wärmebilder zur Verfügung stehen. Damit kann Ororatech Veränderungen auf der Erdoberfläche früher erfassen und schneller auswerten.
Mehr Augen im All, schnellere Warnungen am Boden
Für den Waldbrandschutz zählt, wie schnell aus einem erkannten Feuer eine verwertbare Information wird. Die zusätzlichen Beobachtungen sollen diese Zeit verkürzen. Sämtliche erfassten Daten fließen direkt in Ororatechs Plattform „Wildfire Solution“. Dort können KundInnen neue Brände erkennen, laufende Einsätze überwachen und Veränderungen der Bedingungen verfolgen.
Die Plattform verbindet thermische Daten des eigenen Netzwerks mit Daten öffentlicher Satellitensysteme. Mit jedem zusätzlichen Satelliten will Ororatech Beobachtungslücken verringern und die Entwicklung von Bränden genauer abbilden.

Infrastruktur statt Einzelmissionen
Beim Ausbau verfolgt das Unternehmen zwei Wege: Es bringt eigene Satelliten ins All und lässt Infrarotsensoren auf Satelliten anderer Anbieter mitfliegen. So soll eine Infrastruktur wachsen, die thermische Veränderungen auf der Erde möglichst lückenlos und nahezu in Echtzeit erfasst.
Ignacio Zuleta, Chief Technology Officer bei Ororatech, sagt:
„Statt einzelner Missionen bauen wir kontinuierlich eine thermische Infrastruktur im All auf.“
Das Tempo beim Ausbau sieht Zuleta als Beleg für die Skalierungsfähigkeit des Unternehmens:
„18 Thermalsatelliten in 18 Monaten zeigen dabei, wie schnell wir skalieren können. Mit Forest-20 haben wir nun 20 eigene Satelliten im Orbit. Jeder weitere Satellit macht unsere thermischen Daten häufiger verfügbar, lückenloser und wertvoller.“
Wärmebilder können mehr als Brände erkennen
Ororatech richtet seine Infrastruktur auch auf Anwendungen jenseits des Waldbrandschutzes aus. Die Satelliten liefern Daten zu Oberflächentemperaturen an Land und auf See. Diese ermöglichen es, Temperaturschwankungen zu messen, auszuwerten und weitere Anwendungen auf Basis thermischer Daten zu entwickeln.
Den langfristigen Anspruch beschreibt Zuleta so:
„Unser Ziel ist: Wir wollen natürliche und menschliche Aktivitäten mithilfe thermischer Daten sichtbar machen – und zwar überall auf der Erde und in dem Moment, in dem sie passieren.“
Ororatech wurde 2018 gegründet und hat seinen Hauptsitz in München. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 180 ExpertInnen und ist außerdem in den USA, Griechenland, Australien, Brasilien und Kanada tätig.










