Munich Startup
Qooda: Quantennavigation made in Munich

Qooda: Quantennavigation made in Munich

Credit: Foto: Qooda

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Bernd Heppel

Bernd Heppel

Satellitennavigation gilt als selbstverständlich – doch GNSS-Systeme (Global Navigation Satellite Systeme) wie GPS sind zunehmend störanfällig. Genau hier setzt das Münchner Startup Qooda an. Das Unternehmen entwickelt quantensensorbasierte Navigationslösungen, die auch ohne Satellitensignale präzise funktionieren sollen. Im Interview spricht Geschäftsführer Björn Pötter über die Risiken heutiger Navigationssysteme, den Aufbau eines Deeptech-Startups und warum München dafür der richtige Standort ist.

15. Mai 2026

3 Min. Lesezeit

Munich Startup: Was macht euer Startup? Welches Problem löst ihr?

Björn Pötter, Geschäftsführer: Qooda entwickelt Navigationslösungen, die unabhängig von GNSS funktionieren. GNSS ist heute kein verlässlicher Standard mehr. In der zivilen Luftfahrt werden täglich über 1.500 Störungen registriert. Unsere Lösung kombiniert Quantensensorik mit intelligenter Systemintegration und Software, um präzise Positionierung auch dann zu ermöglichen, wenn Satellitensignale ausfallen, gestört oder manipuliert werden.

Munich Startup: Aber das gibt’s doch schon längst!

Björn Pötter: Nein. GNSS bleibt ein Single Point of Failure. Bestehende Alternativen sind entweder nicht präzise genug, zu kostenintensiv oder nicht skalierbar einsetzbar. Wir entwickeln eine Lösung, die unter realen Bedingungen funktioniert und wirtschaftlich skalierbar ist.

Von der Problemerkennung zur Gründung

Munich Startup: Was ist eure Gründungsstory?

Björn Pötter: Qooda wurde aus der Überzeugung heraus gegründet, dass kritische Infrastruktur nicht von einem störanfälligen System abhängig sein darf. Das Team vereint Erfahrung aus Aerospace, Quantum Technologies und Finance und ist bewusst interdisziplinär aufgestellt. Der Fokus liegt auf der frühen Integration von Quantentechnologie in konkrete Anwendungen. Seit September 2025 ist Qooda Teil des ESA BIC. Ereignisse wie wiederholte GNSS-Störungen in sicherheitskritischen Kontexten haben die Relevanz des Problems zusätzlich unterstrichen. Qooda ist keine klassische universitäre Ausgründung, sondern ein gezielt aufgebautes Unternehmen mit klarem Anwendungsfokus.

Munich Startup: Was waren bisher eure größten Herausforderungen?

Björn Pötter: Die zentrale Herausforderung ist Priorisierung. Entscheidend ist, nicht die technologisch breiteste Lösung zu entwickeln, sondern diejenige, die unter realen Bedingungen eingesetzt und nachgefragt wird.

Infobox

Qooda wurde 2025 von Dr. Sadegh Ebrahimi, Dr. Björn Pötter, Dr. Inés de Vega, Dr. Peter Eder und Ahmad Nikmanesh gegründet. Das Münchner Startup entwickelt quantensensorbasierte Navigationslösungen, die auch ohne GPS funktionieren. Dazu nutzt das Unternehmen hochpräzise Magnetfeldkarten und Quantum-MagANav-Technologie, um robuste Navigation selbst in GNSS-gestörten Umgebungen zu ermöglichen.

Pilotkunden, Fundraising und europäische Expansion

Munich Startup: Wo möchtet ihr in einem Jahr stehen, wo in fünf Jahren?

Björn Pötter: In einem Jahr streben wir erste operative Einsätze bei Pilotkunden an. Parallel dazu befinden wir uns im Fundraising und führen intensive Gespräche mit Venture-Capital-Investoren. In fünf Jahren sehen wir Qooda als etablierten Anbieter für GNSS-unabhängige Navigation in Europa.

Munich Startup: Wie habt ihr den Startup-Standort München bisher erlebt?

Björn Pötter: München bietet ein starkes Umfeld aus Industrie, Forschung und Kapital. Entscheidend bleibt jedoch die Geschwindigkeit, mit der Entwicklungen in marktfähige Anwendungen überführt werden.

Munich Startup: Outsourcen oder selber machen?

Björn Pötter: Qooda entwickelt die Systemarchitektur, die Software und die Integration der Lösung intern. Die zugrunde liegende Sensorik beziehen wir über spezialisierte Partner und integrieren diese in ein skalierbares Gesamtsystem. So sichern wir technologische Kontrolle bei gleichzeitig hoher Umsetzungsgeschwindigkeit.

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