Quantum Systems erschließt einen weiteren Einsatzbereich. Im portugiesischen Sesimbra präsentiert das Unternehmen erstmals eigene Systeme für Überwasser- und Unterwasseroperationen. Seavex und Subvex werden nach Unternehmensangaben zugleich im Rahmen einer maritimen NATO-Übung bei Probefahrten auf See getestet. Vorgesehen sind sie unter anderem für Aufklärung, den Schutz kritischer maritimer Infrastruktur und die Überwachung von U-Booten.
Beide Systeme sind in die Softwareplattform Mosaic UXS integriert. Damit sollen sich unbemannte Fahrzeuge in der Luft, an Land sowie auf und unter Wasser gemeinsam steuern und ihre Sensordaten zusammenführen lassen. Auch Plattformen und Technologien anderer Anbieter können laut Quantum Systems eingebunden werden.
Ein Boot, das Drohnen mitbringt
Seavex ist ein unbemanntes Überwasserfahrzeug, das nach Herstellerangaben bis zu zwei Monate auf See bleiben kann. An Bord befinden sich Überwachungs- und Drohnenabwehrradar sowie elektrooptische Sensoren. Die erfassten Daten verarbeitet das System mithilfe von KI direkt an Bord.
Das Fahrzeug soll allerdings mehr leisten als die Beobachtung seiner Umgebung: Seavex kann laut Quantum Systems unbemannte Luftfahrzeuge starten und wieder aufnehmen. Unterwasserfahrzeuge können andocken, aufgeladen werden und ihre Missionsdaten übertragen. Damit übernimmt das Überwasserfahrzeug auch die Funktion einer Versorgungs- und Datenstation für andere unbemannte Systeme.
6.000 Meter tief, wochenlang auf dem Meeresboden
Während Seavex an der Oberfläche operiert, ist Subvex für die Tiefe ausgelegt. Das KI-gestützte Unterwasserfahrzeug soll autonome Aufklärungsmissionen in bis zu 6.000 Metern Tiefe übernehmen. Dafür verfügt es über Sonar- und Akustiksensoren sowie Rechentechnik, die Daten direkt im Fahrzeug verarbeitet.
Bei aktiver Bewegung gibt Quantum Systems eine Einsatzdauer von bis zu vier Tagen an. Für passive Überwachungsaufgaben könne Subvex mehrere Wochen auf dem Meeresboden verbleiben. Außerdem sei das System für gemeinsame Einsätze mehrerer Subvex-Fahrzeuge ausgelegt.
Zusammen sollen die beiden neuen Plattformen Gebiete von der Wasseroberfläche bis in die Tiefsee überwachen. Zu den vorgesehenen Aufgaben zählen neben dem Schutz kritischer Infrastruktur auch Grenzsicherung und die Beobachtung von Hochseegebieten.

Die eigentliche Wette steckt in der Software
Für Quantum Systems ist der Schritt aufs Meer Teil einer breiteren Strategie: Das Unternehmen entwickelt sein Portfolio über Luftsysteme hinaus und setzt auf die Vernetzung unterschiedlicher unbemannter Plattformen.
Florian Seibel, Co-CEO und Gründer von Quantum Systems, sagt:
„Zuerst haben wir uns auf die Luft konzentriert, dann kam die Landdomäne – nun erweitern wir unser Portfolio auf See. Der entscheidende Fortschritt liegt aber nicht darin, eine weitere Domäne hinzuzufügen, sondern darin, sie miteinander zu verbinden“.
Die gemeinsame Softwarebasis Mosaic UXS soll dafür sorgen, dass Informationen aus der Luft, vom Land und aus dem Wasser in einem Lagebild zusammenlaufen. Der Anspruch: Einzelne Systeme sollen gemeinsam operieren und ihre jeweiligen Sensorfähigkeiten ergänzen.
Viel Meer, wenig Personal
Den Bedarf begründet Quantum Systems mit der Größe der zu überwachenden Räume und den begrenzten verfügbaren Ressourcen. Dirk Zademack, Managing Director Maritime bei Quantum Systems, sagt:
„Maritime Operationen stehen vor einer grundlegenden Herausforderung: Die zu überwachenden Gebiete sind riesig, während Personal und verfügbare Systeme begrenzt sind“.
Das bereits für Luft und Land entwickelte Prinzip vernetzter unbemannter Systeme soll nun auch maritime Einsätze ermöglichen. Zademack erklärt:
„So schaffen wir eine dauerhafte Präsenz auf und unter Wasser und führen die gewonnenen Informationen in einem gemeinsamen Lagebild zusammen“.
Die Vorstellung in Portugal verbindet Quantum Systems mit Tests unter operativen Bedingungen.












