Getränke bestehen größtenteils aus Wasser, trotzdem werden sie häufig über weite Strecken transportiert, zwischengelagert und schließlich in Büros oder anderen Einrichtungen aufwendig verteilt. An diesem Punkt setzt Redrink an. Das Münchner Startup verfolgt einen anderen Ansatz: Statt Getränke zentral abzufüllen und anschließend zu transportieren, werden sie dort produziert, wo sie konsumiert werden.
„Warum Getränke über hunderte Kilometer transportieren, wenn man sie direkt dort herstellen kann, wo sie konsumiert werden?“,
beschreibt Co-Founder Eberhard Harnoncourt die Grundidee des Unternehmens.
Das Konzept richtet sich vor allem an Büros, Universitäten, Hotels sowie Alten- und Pflegeheime. Überall dort, wo täglich viele Menschen mit Getränken versorgt werden müssen.
Cloudvernetzte Getränkespender automatisieren Bestell- und Serviceprozesse
Technisch kombiniert Redrink gefiltertes Leitungswasser mit natürlichen Essenzen. NutzerInnen können am Gerät selbst einstellen, ob sie ihr Getränk still oder mit Kohlensäure sowie mit unterschiedlicher Geschmacksintensität trinken möchten.
Für Unternehmen steht jedoch weniger das Getränk selbst als vielmehr die dahinterliegende Infrastruktur im Mittelpunkt. Die Spender sind vollständig cloudvernetzt und liefern kontinuierlich Daten über Füllstände, Wartungsbedarf und Lagerbestände.
Dadurch lassen sich Nachbestellungen und Serviceeinsätze automatisiert organisieren. Nach Angaben der Gründer entfallen für Office-Management und Facility-Teams viele bislang manuelle Aufgaben wie Getränkebestellungen, Lagerhaltung oder die Koordination von Lieferungen.
„Wir ersetzen Schlepperei und Bestellchaos durch einen vollständig automatisierten Prozess“,
sagt Mitgründer Adrian Beissel.
Personalisierte Getränke als nächster Entwicklungsschritt
Während heute bereits Geschmacksintensität sowie stilles oder sprudelndes Wasser individuell gewählt werden können, arbeitet Redrink an einer deutlich stärkeren Personalisierung, wie die beiden Gründer im Interview mit Munich Startup verraten. Beschäftigte sollen nicht einfach ein Getränk aus dem Kühlschrank nehmen, sondern dieses individuell zusammenstellen können.
Geplant ist unter anderem, dass NutzerInnen künftig verschiedene Geschmacksrichtungen miteinander kombinieren und ihre Getränke mit funktionellen Zusätzen wie Elektrolyten oder Koffein ergänzen können. Ergänzt werden soll das Angebot durch persönliche Nutzerprofile, in denen individuelle Getränkeeinstellungen gespeichert werden. Perspektivisch soll eine App zudem Trinkgewohnheiten erfassen, das Hydrationsverhalten dokumentieren und – abhängig von Wetter oder Jahreszeit – passende Getränke empfehlen.
Langfristig soll daraus eine digitale Getränkeplattform entstehen, die weit über klassische Wasserspender hinausgeht.
Kunden reichen von Startups bis zur Deutschen Bahn
Redrink ist inzwischen seit rund zweieinhalb Jahren am Markt aktiv. Zu den Kunden zählen Unternehmen wie Check24, Celonis und die Deutsche Bahn sowie mehrere Fünf-Sterne-Hotels und Einrichtungen aus dem Pflegebereich. Parallel zum Wachstum in Deutschland expandiert das Unternehmen derzeit in die Schweiz und nach Österreich.
Nachhaltigkeit durch dezentrale Produktion
Ein weiterer Baustein des Geschäftsmodells ist die Verringerung von Transport- und Verpackungsaufwand. Da die Getränke direkt vor Ort hergestellt werden, entfallen große Teile der klassischen Lieferlogistik.
Nach Angaben von Redrink wurden durch den Einsatz der Systeme bislang bereits mehr als 1,3 Millionen Einwegflaschen eingespart. Künftig soll dieser Wert deutlich steigen.












