Das Münchner Robotik-Startup Robco erreicht eine Bewertung von mehr als einer Milliarde Dollar und steigt damit zum Unicorn auf. Innerhalb von neun Monaten hat das Unternehmen seinen Wert nach eigenen Angaben verdoppelt. Im Rahmen der Transaktion fließt zudem frisches Kapital in Robco. Die Höhe der Finanzierung nennt das Unternehmen nicht.
Neben bestehenden Investoren wie Sequoia, Lightspeed, Greenfield, Kindred, Lingotto und Promus Ventures beteiligen sich neue Geldgeber, darunter Cherry Ventures und das European Tech Collective. Letzteres vereint GründerInnen erfolgreicher europäischer Technologieunternehmen. Gleichzeitig können langjährige MitarbeiterInnen einen Teil ihrer Unternehmensanteile verkaufen und damit am bisherigen Wertzuwachs partizipieren.
Robco wurde 2020 von Roman Hölzl, Paul Maroldt und Constantin Dresel gegründet. Zuvor arbeiteten die drei als wissenschaftliche Mitarbeiter am Lehrstuhl für Robotik und KI der Technischen Universität München. Das Startup entwickelt modulare Robotiklösungen für industrielle Anwendungen und richtet sich unter anderem an mittelständische Fertigungsunternehmen.
Seine Robotiklösungen bietet Robco unter anderem über ein Robotics-as-a-Service-Modell an. Hardware und Software bilden dabei eine gemeinsame Plattform. Die Roboter sollen Fähigkeiten durch Vormachen und selbstständiges Lernen erwerben, statt für jeden Prozess manuell programmiert zu werden.
Neuer Industrieroboter Alfie startet 2027
Die nächste Entwicklungsphase soll vor allem der neue Roboter Alfie prägen. Dieser nimmt seine Umgebung wahr, leitet daraus Handlungsschritte ab und führt sie selbstständig aus. Damit soll Alfie auch unstrukturierte und sicherheitskritische Aufgaben übernehmen können, die sich bislang nur schwer automatisieren lassen. Die Markteinführung soll im März 2027 auf der ersten Robcon in München starten.
Roman Hölzl, Mitgründer und CEO von Robco, sagt:
„Für Robco ist das ein besonderer Moment. Umso mehr freut es mich, dass die Menschen, die das Unternehmen mit aufgebaut haben, jetzt auch finanziell an dem Erfolg teilhaben können. Das große Interesse der Investoren haben wir genutzt, um Robco weiter zu stärken. Die Milliardenbewertung ist natürlich ein großartiger Meilenstein. Für uns ist aber vor allem entscheidend, was jetzt kommt: die nächste Generation autonomer Industrierobotik in die Fabrikhallen zu bringen.“
Parallel treibt Robco seine Expansion in den USA voran. Nach Unternehmensangaben ist das Startup dort bereits mit Kunden in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten vertreten. Neben Produktion und Montage in Austin betreibt Robco ein Labor in San Francisco. CEO Hölzl ist ebenfalls in die USA gezogen, um das Wachstum vor Ort zu begleiten.












