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„Eine herbe Enttäuschung“: Sono Motors ist insolvent

„Eine herbe Enttäuschung“: Sono Motors ist insolvent

Credit: Foto: Sono Motors GmbH

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Kyrill Ring

Kyrill Ring

Das Münchner Solartech-Startup Sono Motors hat die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über die Sono Motors GmbH bekanntgegeben. Nach dem Aus des Solarautos Sion, einer Sanierung im Jahr 2024 und dem Neustart mit Solartechnologie für Nutzfahrzeuge scheitert damit auch der zweite Anlauf des einstigen Vorzeige-Startups.

10. August 2026

3 Min. Lesezeit

Sono Motors galt über Jahre als eines der bekanntesten Startups der deutschen Mobilitätsbranche. Das Unternehmen wollte mit dem Solarauto Sion die Automobilindustrie verändern, sammelte dafür hunderte Millionen Euro von Investoren ein und wagte 2021 sogar den Sprung an die US-Technologiebörse Nasdaq. Nachdem das Fahrzeugprojekt Anfang 2023 eingestellt wurde, konzentrierte sich das Unternehmen ausschließlich auf die Entwicklung und Vermarktung von Solartechnologie für Busse, Lkw und andere Nutzfahrzeuge. Doch auch dieser Strategiewechsel konnte die wirtschaftlichen Probleme letztlich nicht lösen.

CEO spricht von „herber Enttäuschung“

In einer Mitteilung zur Insolvenzeröffnung bezeichnete das Management den Schritt als „eine herbe Enttäuschung“. Man habe in den vergangenen Monaten intensiv daran gearbeitet, das Unternehmen auf eine tragfähige wirtschaftliche Basis zu stellen. Trotz verschiedener Bemühungen sei es jedoch nicht gelungen, eine nachhaltige Finanzierung sicherzustellen.

Bereits Ende Mai hatte das Amtsgericht München eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Nun wurde das reguläre Insolvenzverfahren eröffnet.

Vom Solarauto Sion zum B2B-Solargeschäft

Die Insolvenz markiert das Ende einer außergewöhnlichen Startup-Geschichte. Gegründet wurde Sono Motors mit der Vision, ein erschwingliches Elektroauto mit integrierten Solarzellen auf den Markt zu bringen. Das Modell Sion entwickelte sich zu einem der bekanntesten deutschen E-Mobilitätsprojekte und gewann tausende Reservierungen.

Anfang 2023 zog das Unternehmen jedoch die Reißleine und beendete das Fahrzeugprogramm. Stattdessen setzte Sono Motors vollständig auf Solartechnologie für Nutzfahrzeuge – etwa Solarmodule für Busse, Kühltransporter und Lkw, die den Energieverbrauch senken und die Reichweite erhöhen sollten. Nach einer Insolvenz in Eigenverwaltung gelang 2024 zunächst die Sanierung des Unternehmens.

Sono Motors
Quelle: Sono Motors GmbH

Auch der Neustart scheiterte

Die Hoffnung auf einen erfolgreichen Neustart erfüllte sich jedoch nicht. Bereits im März kündigte die damalige Muttergesellschaft Sono Group an, die Finanzierung der Solarsparte einzustellen und sich strategisch vollständig neu auszurichten. Im Mai wurde die Tochtergesellschaft an das Management übertragen, womit sich die Sono Group endgültig aus dem Solargeschäft verabschiedete. Heute verfolgt die börsennotierte Gesellschaft eine Digital-Asset-Treasury-Strategie und hält keine Anteile mehr an der Sono Motors GmbH.

Bedeutender Einschnitt für das Münchner Startup-Ökosystem

Mit der Insolvenz verschwindet eines der prominentesten ClimateTech-Startups aus München. Kaum ein deutsches Startup sorgte in den vergangenen Jahren international für ähnlich viel Aufmerksamkeit – von der Vision eines Solarautos über den Nasdaq-Börsengang bis hin zur Neuausrichtung auf Solartechnologie für Nutzfahrzeuge.

Die Entwicklung zeigt zugleich die Herausforderungen kapitalintensiver Hardware-Startups. Selbst nach einer erfolgreichen Sanierung und einem grundlegenden Strategiewechsel gelang es Sono Motors nicht, dauerhaft ausreichend Kapital für den Geschäftsbetrieb zu sichern.

Quellen
  • Sono Motors: Mitteilung zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens
  • Sono Group: Strategische Neuausrichtung und Ausstieg aus dem Solargeschäft
  • Sono Motors: Sanierungsverfahren 2024
  • Amtsgericht München / Berichterstattung zur vorläufigen Insolvenzverwaltung
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