Munich Startup
Sushi Bikes insolvent?

Sushi Bikes insolvent?

Credit: © Sushi Bikes

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Saskia Müller

Saskia Müller

Gerüchten zufolge ist das Münchner E-Bike-Startup pleite. Fakt ist: Das Amtsgericht München ordnete eine vorläufige Insolvenzverwaltung an. Gründer Andy Weinzierl prüft derzeit Sanierungsmöglichkeiten.

25. November 2025

2 Min. Lesezeit

Das Münchner E-Bike-Startup Sushi Bikes steht vor einer ungewissen Zukunft. Laut Beschluss des Amtsgerichts München vom 14. November 2025 wurde für die Sushi Mobility GmbH, die hinter der Marke Sushi Bikes steht, eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Damit darf das Unternehmen nur noch mit Zustimmung des Verwalters über sein Vermögen verfügen. Das Verfahren dient dazu, das Vermögen zu sichern und die wirtschaftliche Lage zu prüfen. Eine endgültige Entscheidung über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens steht damit jedoch faktisch noch aus.

Gründer Andy Weinzierl bestätigt gegenüber Munich Startup:

„Derzeit prüfen wir die Möglichkeiten einer Sanierung.“

Das Unternehmen, das 2018 in München gegründet wurde, hatte sich mit minimalistischen E-Bikes zu erschwinglichen Preisen auf junge urbane Zielgruppen spezialisiert. Zu den frühen Unterstützern zählten prominente Business Angels wie TV-Moderator Joko Winterscheidt, der bis 2024 Mitgründer und Investor war, sowie die Mymuesli-Gründer Max Wittrock und Philipp Kraiss.

Vom Corona-Boom zur Branchenkrise

Während der Corona-Pandemie erlebte Sushi Bikes eine Phase schnellen Wachstums. Der europaweite Fahrradabsatz stieg 2020 laut Branchenberichten um 40 Prozent. Doch mit dem Ende des Booms kühlte der Markt stark ab. Ab 2023 sanken die Durchschnittspreise für Fahrräder im Onlinehandel deutlich: bei Rennrädern um sieben Prozent, bei Mountainbikes um 16 Prozent.

Laut dem Jahresabschluss 2024, veröffentlicht im Oktober 2025, verzeichnete Sushi Bikes einen Jahresfehlbetrag von 2,7 Millionen Euro, einen Bilanzverlust von 7,5 Millionen Euro und eine Gesamtverschuldung von 4,3 Millionen Euro. Um das Geschäft zu stabilisieren, nahm Sushi Bikes im Juli 2023 erstmals Venture-Capital-Finanzierung auf. Investoren waren unter anderem STS Ventures aus Köln, BayBG Venture Capital aus München und mehrere Family Offices. Weinzierl erklärte damals:

„Das neue Kapital liefert uns einfach mehr Spielraum. Wir wollen mehr in die Marke investieren und das Service-Segment professionalisieren.“

Ruft man heute die Website des Unternehmens auf, sind dort aktuell keine Produkte mehr erhältlich. Stattdessen finden Besucher dort den hoffnungsfrohen Hinweis „Wir sind bald wieder da!“ Man arbeite aktuell an wichtigen Veränderungen und stehe bald wieder zur Verfügung, heißt es dort weiter.

Die Krise von Sushi Bikes reiht sich ein in eine Reihe von weiteren Krisenfällen der Fahrradbranche. In den vergangenen Monaten meldeten auch Hersteller wie Möve und Sprick Cycle Insolvenz an. BranchenexpertInnen sprechen von einer Korrekturphase nach dem pandemiebedingten Boom, die besonders junge Unternehmen mit hohen Produktions- und Logistikkosten trifft.


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