Das KI-Startup Tendos hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 12 Millionen Euro abgeschlossen. Die Führung übernimmt der US-Investor Insight Partners. An der Runde beteiligen sich außerdem die GründerInnen der Unicorns Personio, Forto, Flix und Sumup. Zu den weiteren InvestorInnen gehört Stephan Tahy, ehemaliger CEO des Sanitärherstellers Duravit.
Tendos entwickelt eine KI-Plattform für Hersteller aus der Baustoffindustrie. Das Unternehmen will damit vor allem zeitaufwändige Aufgaben im Vertrieb automatisieren. Denn bei vielen Herstellern bearbeiten MitarbeiterInnen Ausschreibungen, Kundenanfragen und Angebote noch weitgehend manuell. Sie müssen technische Anforderungen prüfen, passende Produkte aus umfangreichen Katalogen auswählen und Informationen zwischen verschiedenen Softwaresystemen übertragen.
Für diesen Use Case bietet Tendos spezialisierte KI-Agenten. Die Plattform identifiziert relevante Ausschreibungen, analysiert eingehende Dokumente und gleicht Anforderungen mit den Produktkatalogen der Hersteller ab. Anschließend erstellt die Software Angebotsentwürfe und verarbeitet Aufträge in bestehenden CRM- und ERP-Systemen. Bei Entscheidungen, die Fachwissen erfordern, behalten die Vertriebsteams die Kontrolle. Mit der Automatisierung will Tendos Reaktionszeiten verkürzen und MitarbeiterInnen ermöglichen, mehr Kundenanfragen zu bearbeiten.
Tendos will international expandieren
Bereits heute nutzen mehrere große Industrieunternehmen die Plattform für zentrale Vertriebsprozesse. Zu den Kunden zählen unter anderem Wilo, Grundfos, Hansgrohe, Spelsberg, KSB und Kermi. Nach eigenen Angaben hat Tendos bislang ein Angebotsvolumen im zweistelligen Milliarden-Euro-Bereich über seine Software verarbeitet.
Christian Sedlmeier, Mitgründer und CEO von Tendos, erklärt:
„Die Baustoffindustrie ist einer der größten und am wenigsten digitalisierten Märkte Europas. Ihre Vertriebsteams sind hochqualifiziert, ersticken aber in Papierkram und sich wiederholender Arbeit. Die technische Produktexpertise und die Kundenbeziehungen dieser Teams sind der entscheidende Wettbewerbsfaktor der Hersteller. Unser Ziel ist es, diese Expertise auf die Arbeit zu lenken, mit der Aufträge gewonnen werden.“
Mit den 12 Millionen Euro will Tendos nun seine internationale Expansion vorantreiben. Bisher konzentriert sich das Unternehmen vor allem auf Deutschland, Österreich und die Schweiz. Künftig sollen weitere Märkte hinzukommen.
Darüber hinaus plant das Startup, seine KI-Plattform um zusätzliche Anwendungen zu erweitern. Dabei will Tendos nicht nur weitere Aufgaben im Vertrieb automatisieren, sondern auch zusätzliche Bereiche entlang der Wertschöpfungskette der Baustoffindustrie erschließen.












