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Fachkräftemangel bremst Startups aus

Fachkräftemangel bremst Startups aus

Magdalena Oehl, stellvertretende Vorsitzende des Startup-Verbandes

Credit: Foto: Munich Startup

Magdalena Oehl, stellvertretende Vorsitzende des Startup-Verbandes – Credit: Foto: Munich Startup

Kyrill Ring

Kyrill Ring

Der deutschen Startup-Szene droht der Stillstand – nicht wegen fehlender Ideen, sondern wegen fehlender Fachkräfte. Während Scaleups längst international rekrutieren, scheitert Deutschland noch immer an veralteten Visaprozessen und bürokratischen Hürden. Im Interview warnt Magdalena Oehl, stellvertretende Vorsitzende des Startup-Verbandes: Wenn Deutschland es internationalen Talenten nicht einfacher macht, steht das Wachstum ganzer Branchen auf dem Spiel.

30. Juli 2025

2 Min. Lesezeit

Internationale Talente als Schlüssel zum Startup-Wachstum

Scaleups nehmen bereits eine Vorreiterrolle in der internationalen Zusammenarbeit ein: In drei von vier Unternehmen ist Englisch die Hauptarbeitssprache, und fast die Hälfte der Mitarbeitenden stammt aus dem Ausland. Diese globale Ausrichtung ist kein Zufall, sondern eine Notwendigkeit. Denn der deutsche Arbeitsmarkt allein kann den wachsenden Fachkräftebedarf nicht decken. Laut einer Studie der Stepstone Group und dem Startup-Verband werden besonders Fachkräfte in den Bereichen IT (69 Prozent), Vertrieb (46 Prozent) und Marketing (33 Prozent) gesucht. Im Interview mit Munich Startup sagt Magdalena Oehl, stellvertretende Vorsitzende des Startup-Verbandes und Gründerin der HR-Tech Plattform Talent Rocket:

„Wir müssen uns bewusst machen, dass hochqualifizierte Talente sich aussuchen können, wo sie hingehen. Deutschland ist da nicht mehr unbedingt die erste Wahl. Ich glaube, wir verschlechtern unsere Situation, wenn wir es ihnen so schwer machen, zu uns zu kommen.“

Veraltete Visaprozesse bremsen Deutschlands Innovationskraft

Zu Stolpersteinen werden für junge Talente vor allem die veralteten Visaprozesse, erklärt Magdalena Oehl:

„Visa dauern teilweise viel zu lange. In manchen Ländern werden Visa schon innerhalb von 10 Tagen ausgestellt. Hinzu kommt, dass bei uns Vorgänge kaum digitalisiert sind. Während des Prozesses hat man oft keinerlei Möglichkeit, nachzuvollziehen, wo man gerade steht oder bis wann man Antwort erwarten kann. Alles ist sehr fragmentiert, Zuständigkeiten sind an verschiedene Behörden verteilt. Talente wissen nie genau, wann sie überhaupt anfangen können zu arbeiten, während sie gleichzeitig vielleicht schon einen Arbeitsvertrag von einem interessanten Tech-Unternehmen haben. Da müssen wir dringend einiges aufholen.“

Der Fachkräftemangel droht die Dynamik der Startupszene auszubremsen. Ohne Digitalisierung und Vereinfachung bleibt Deutschland im globalen Wettbewerb nur die Zuschauerrolle. 93 Prozent der Scaleups rekrutieren bereits international, vor allem in Südasien und Nordamerika. Es braucht Modernisierung, meint Oehl:

„90 Prozent aller Startups über 25 Mitarbeiter sagen, dass sie schon mal auf Wachstum verzichtet haben, weil sie Stellen nicht besetzen konnten. Das heißt, der Fachkräftemangel macht auch vor Startups nicht halt. Es ist, glaube ich, ganz wichtig, dass wir uns da so aufstellen, dass wir Talente gewinnen und vor allem auch halten können.“

Das Thema Fachkräftemangel bei Startups hat Magdalena Oehl auch mit Stefan Drüssler (Managing Director and Chief Operating Officer UnternehmerTUM), Axel Täubert (Head of Startups Google Cloud) und Arno Eggers (Leiter Munich Startup) beim Munich Startup Festival diskutiert.

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