Munich Startup
Women in Tech: Lena Sophia Voß von Furo

Women in Tech: Lena Sophia Voß von Furo

Credit: Alpspitz Energy GmbH

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Saskia Doll

Saskia Doll

Von der Luftfahrtforschung über Consulting und mehrere Startups bis zur Energiewirtschaft: Lena Sophia Voß bringt einen vielseitigen Tech- und Business-Hintergrund zu Furo mit. Gemeinsam mit Leonie Wagner und Simon Wittner entwickelt sie mit Furo ein Operating System für gewerbliche und industrielle Batteriespeicher. Im Interview erklärt Voß, warum Energie zum entscheidenden Standortfaktor wird, was ihr die Angst vor dem Gründen genommen hat und weshalb München beim Austausch zwischen Scaleup-Operators noch Nachholbedarf hat.

10. September 2026

4 Min. Lesezeit

Munich Startup: Was hat dich zur Gründung motiviert?

Lena Voß: Energie ist die größte Herausforderung unserer Generation: Wir reden viel über AI und Compute, aber das eigentliche Bottleneck wird ausreichende Energie sein. Die Infrastruktur werden wir nicht schnell genug ausbauen können. Flexibilität und damit Batteriespeicher werden deshalb zum Schlüssel. Vor allem Industrieunternehmen leiden schon heute unter hohen Strompreisen und wandern deshalb ab. Energie wird damit zu einem entscheidenden Standortfaktor für ganze Gesellschaften und Volkswirtschaften. Wir sprechen hier von einem riesigen Markt mit mehreren zehntausend betroffenen Unternehmen allein in Deutschland.

Munich Startup: Was hättest du gerne vor deiner ersten Gründung gewusst?

Lena Voß: Dass man davor keine Angst haben muss. Man hört immer, dass man an seinen Herausforderungen wächst, aber es stimmt tatsächlich. Vor zwei Jahren habe ich mir noch vorgestellt, wie hart es sein muss, ein Unternehmen zu gründen, die ersten Kunden zu gewinnen oder die erste Finanzierungsrunde abzuschließen. Heute weiß ich: Egal was noch kommt, man schafft es irgendwie, vor allem mit dem richtigen Team an der Seite.

Munich Startup: Wie ist dein Unternehmen bislang finanziert?

Lena Voß: Gestartet sind wir mit dem Exist-Gründerstipendium, bevor wir das erste Investment vom amerikanischen Accelerator Neo erhalten und im Anschluss unsere erste Finanzierungsrunde mit VCs und Business Angels abgeschlossen haben.

Munich Startup: Wann und wo bekommst du die besten Ideen?

Lena Voß: In den Bergen, beim Wandern oder Trailrunning – es gibt nichts Besseres, als mehrere Stunden allein und ohne Ablenkung in der Natur zu sein.

KI-gestützte und datengetriebene Workflows

Munich Startup: Was sind deine 3 liebsten Arbeitstools?

Lena Voß:

  • Notion für Produktivität: Was nicht in Notion landet, existiert quasi nicht und was nicht existiert, kann später vom Team weder genutzt noch automatisiert werden.
  • Claude: Ich arbeite gerne datengetrieben und bringe damit unsere Daten aus Supabase, Hubspot und Nutzerstatistiken in Analysen zusammen, aus denen wir Entscheidungen fürs Business Development ableiten. Das bleibt mein Guilty Pleasure.
  • LinkedIn: Viele unterschätzen immer noch, wie wichtig LinkedIn und regelmäßiges Posten für Kundenakquise und Hiring sein können.

Munich Startup: Dein Top-Tipp zum Thema “Pitchen”?

Lena Voß: Know Your Audience. Klingt banal, aber als wir zeitgleich in den USA und in Europa unterwegs waren, sahen unsere Pitches und der Einstieg ins Problem grundlegend anders aus. In den USA mussten wir erst die Signifikanz volatiler Energiepreise erklären, in Europa hatte das schon jeder verstanden. Dort ging es direkt um die Differenzierung im Markt.

Munich Startup: Erscheint es dir gerade als eine gute Zeit, um zu gründen? Warum?

Lena Voß: Ja, vor allem in einem Ökosystem wie München bekommt man enorm viel Unterstützung durch die TUM, das CDTM oder zahlreiche weitere Initiativen. Es gibt kaum einen anderen Karriereweg bei dem man in so kurzer Zeit so viel lernen kann.

„Einmal Energie, immer Energie“

Munich Startup: Auf welche Technologie oder Branche würdest du bei deiner nächsten Gründung setzen?

Lena Voß: Einmal Energie, immer Energie: Energie bleibt für mich die größte Herausforderung unserer Zeit. Bei einer nächsten Gründung würde ich aber vermutlich wieder stärker in Richtung Deeptech gehen, wo ich eigentlich herkomme.

Munich Startup: Was könnte aus deiner Sicht am Gründungsstandort München noch verbessert werden?

Lena Voß: Ich habe das Gefühl, dass es viele Angebote für Studierende und sehr frühphasige Startups gibt. Sobald es aber um Skalierung geht, fehlen wirkliche Netzwerke für Operators. Aus Städten wie Berlin oder San Francisco kenne ich viel mehr Austausch- und Roundtable-Formate zwischen GTM-, Commercial- und Biz-Dev-Teams. In München verlassen wir uns dafür häufig noch auf unser persönliches Netzwerk und unsere eigenen Kontakte.

Munich Startup: Welche Gründerin oder welchen Gründer würdest du gerne einmal persönlich treffen? Und was würdest du sie oder ihn fragen?

Lena Voß: Streng genommen habe ich Luana Lopes Lara, Co-Founder von Kalshi, letztes Jahr über einen gemeinsamen Investor schon kurz getroffen. Sie ist die jüngste Milliardärin der Welt und hat mit Kalshi ein Unternehmen in einem stark regulierten Markt aufgebaut. Energie ist, ähnlich wie Prediction Markets, stark reguliert und gewerbliche sowie industrielle Speicher stehen heute in etwa da, wo Kalshi damals ganz am Anfang stand. Wenn ich Luana noch einmal treffen würde, würde ich sie fragen, was ihre wichtigsten Learnings daraus waren, auf ein Produkt zu setzen, dessen Markt es in der Form noch gar nicht gab und der erst noch zugelassen werden musste – bei Gewerbespeichern ist die Situation recht ähnlich.

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