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7 Startups, 90 Sekunden: Die Pitches von der Bits & Pretzels 2026

7 Startups, 90 Sekunden: Die Pitches von der Bits & Pretzels 2026

Bernd Heppel

Bernd Heppel

Sieben Startups, maximal 90 Sekunden und eine Aufgabe: Das eigene Geschäftsmodell möglichst präzise erklären. Für eine Sonderausgabe unseres Videocasts Pitch & People haben wir auf der Bits & Pretzels 2026 unter anderem GründerInnen aus den Bereichen KI, Defensetech, Compliance, Recovery und Rettungstechnologie vor die Kamera geholt.

29. September 2026

Sieben Startups, maximal 90 Sekunden und eine Aufgabe: Das eigene Geschäftsmodell möglichst präzise erklären. Für eine Sonderausgabe unseres Videocasts Pitch & People haben wir auf der Bits & Pretzels 2026 unter anderem GründerInnen aus den Bereichen KI, Defensetech, Compliance, Recovery und Rettungstechnologie vor die Kamera geholt.

Die Bits & Pretzels bringt rund 7.500 GründerInnen, InvestorInnen und EntscheiderInnen nach München. Für unsere Sonderausgabe haben wir das Format auf das Wesentliche reduziert: Kamera an, 90 Sekunden Zeit – und los.

Das Ergebnis zeigt nicht nur sieben sehr unterschiedliche Geschäftsideen, sondern auch sieben verschiedene Ansätze, einen Pitch aufzubauen: vom persönlichen Erlebnis über konkrete Kundenprobleme bis hin zu Zahlen und Produktdemonstrationen.

1. Seroton: Audiohaptische Entspannung mit KI

Chris von Seroton eröffnet die Pitch-Runde mit einer These: Menschen messen und optimieren Schlaf, Ernährung und Stress – doch Stress zu messen bedeute noch lange nicht, sich tatsächlich zu entspannen.

Das Münchner Startup entwickelt dafür ein audiohaptisches System, das sich in Möbel und Matten integrieren lässt. Audioinhalte werden mit körperlich spürbaren Impulsen verbunden. Wer beispielsweise Meeresrauschen hört, soll eine Welle zugleich am Körper spüren können. Vitaldaten sollen dabei helfen, die Anwendung individuell anzupassen.

Seroton startete zunächst im B2B-Bereich und arbeitet unter anderem mit Reha-Kliniken. Inzwischen bietet das Unternehmen seine Technologie auch für PrivatkundInnen an.

2. ZeroPhase: Software Defined Radios für Drohnen

Das Münchner Dual-Use-Startup ZeroPhase entwickelt Software Defined Radios, kurz SDRs, und richtet seinen Pitch stark auf Anwendungen für Drohnen aus.

Im Mittelpunkt stehen Kommunikations- und Steuerungssysteme für sogenannte „Contested Environments“, also Umgebungen, in denen beispielsweise elektronische Störmaßnahmen die Kommunikation beeinträchtigen. ZeroPhase arbeitet sowohl an einer mobilen Ground Unit für Operatoren als auch an einer Air Unit für Drohnen.

Das Ziel beschreibt das Startup als Verbindung zwischen „Intent and Outcome“: Software und Hardware sollen dazu beitragen, dass unbemannte Systeme ihre jeweilige Mission auch unter schwierigen Kommunikationsbedingungen ausführen können.

3. Kertos: Compliance-Plattform für ISO 27001, NIS2 und DSGVO

Felix von Kertos setzt auf ein Problem, das viele wachsende Unternehmen kennen: Ein Enterprise-Deal steht bevor, doch die dafür notwendige Zertifizierung fehlt.

Das Münchner Compliance-Startup bündelt verschiedene regulatorische Anforderungen und Frameworks auf einer Plattform. Dazu gehören unter anderem ISO 27001, NIS2 und DSGVO. Software, KI und die Unterstützung durch Compliance-ExpertInnen sollen Unternehmen dabei helfen, sich innerhalb weniger Wochen auf Audits vorzubereiten.

Kertos beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 70 MitarbeiterInnen an zwei Standorten in München und Berlin. Das Unternehmen positioniert seine Plattform als europäischen Compliance-Partner und unterstützt neben ISO 27001, NIS2 und DSGVO auch Frameworks wie SOC 2 oder den EU AI Act.

2025 hatte Kertos zudem eine Series-A-Finanzierung über 14 Millionen Euro bekanntgegeben.

4. Unternehmensfreund: KI-Agent sucht AI-Use-Cases

Wo lohnt sich der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unternehmen tatsächlich? Genau an dieser Frage setzt Unternehmensfreund, kurz uf., an.

Das Unternehmen berichtet im Pitch von einer Befragung von 35 ManagerInnen aus produzierenden Unternehmen. 85 Prozent hätten demnach angegeben, etwas mit KI machen zu wollen oder zu müssen, wüssten aber nicht, wo ein konkreter Mehrwert liege.

Die Lösung von uf. soll in drei Schritten funktionieren: Zunächst interviewt ein KI-Agent bis zu 75 MitarbeiterInnen gleichzeitig zu Aufgaben, Herausforderungen und Problemen. Anschließend werden die Interviews automatisiert analysiert und mögliche KI-Anwendungsfälle identifiziert. EntscheiderInnen erhalten schließlich eine Übersicht mit Use-Cases, Kennzahlen und Risiken.

Unternehmensfreund beschreibt sein Angebot selbst als Verbindung von operativer Exzellenz, KI und Automatisierung mit Fokus auf produzierende Unternehmen.

5. Drive & Dine: Restaurant-App statt Autobahnraststätte

Die Gastro-App Drive & Dine will AutofahrerInnen Restaurants entlang ihrer Route zeigen und damit Alternativen zu klassischen Autobahnraststätten bieten.

Das Unternehmen ist ein Familienprojekt: Victoria Liebrecht, Werner Frey und Tochter Friederike Liebrecht gründeten Drive & Dine gemeinsam. Die App ging 2021 an den Start und wurde für iOS und Android angeboten. NutzerInnen können Restaurants nahe Autobahnausfahrten finden und unter anderem nach kulinarischen Vorlieben filtern.

6. Hytte: Social Recovery mit Sauna und Eisbad im Werksviertel

Sauna, Eisbad und Community: Hytte will in München einen „Social Recovery Space“ schaffen. Gründer Kevin kündigt im Pitch die Eröffnung für den 31. Oktober 2026 im Münchner Werksviertel an.

Das Konzept verbindet geführte Saunaaufgüsse mit Eisbädern und sogenannter Contrast Therapy, also dem wiederholten Wechsel zwischen Hitze und Kälte. Dabei soll Hytte nicht nur ein Recovery-Angebot sein. Der soziale Aspekt ist Teil des Konzepts – entsprechend sieht das Startup den Space auch als Ort für Firmen- und Team-Events.

Für München soll es nicht nur bei einer Location bleiben: Weitere Standorte sind Teil der Ambition des Gründers.

7. HomeResQ: Digitale Gebäudedaten für Rettungskräfte

Bei HomeResQ steht am Anfang eine persönliche Geschichte. Gründer Vincent berichtet von einem befreundeten Feuerwehrmann, der sich während eines Einsatzes in einem verrauchten Gebäude mehrfach verlief.

Die daraus entstandene Frage: Wie können Rettungskräfte wichtige Informationen über ein Gebäude erhalten, bevor sie dort eintreffen?

HomeResQ digitalisiert dafür Gebäude in 2D und 3D. Einsatzkräfte sollen relevante Informationen bereits auf der Anfahrt erhalten können – beispielsweise zur Gebäudeinfrastruktur, zu BewohnerInnen oder Haustieren. Die Lösung richtet sich an Privathäuser ebenso wie an öffentliche Gebäude und größere Immobilienanlagen.

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