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Von El Salvador nach München: Wie Fabiola Munguia mit Secfix ein Millionen-Startup aufbaute

Von El Salvador nach München: Wie Fabiola Munguia mit Secfix ein Millionen-Startup aufbaute

Kyrill Ring

Kyrill Ring

Kyrill Ring hat 15 Jahre lang als Live-Reporter fürs Fernsehen gearbeitet und ist seit Juli 2025 als Brand & Communications Manager bei Munich Startup tätig. Hier verantwortet er neben seiner Arbeit als Redakteur für die Webseite neue Formate wie den Videopodcast Pitch&People.

15. Juni 2026

PITCH & PEOPLE Folge 38: Secfix

Eigentlich wollte Fabiola Munguia nach ihrem Studium einen sicheren Job im Konzern. Heute führt sie mit Secfix eines der am schnellsten wachsenden Cybersecurity-Startups Europas. Im Pitch & People-Videocast spricht die Gründerin über ihren Weg von El Salvador nach München, einen entscheidenden Strategiewechsel und warum sich GründerInnen nicht in ihre erste Idee verlieben sollten.

B2B-SaaSStartup

Der Plan war eigentlich ein anderer. Nach ihrem Studium in Deutschland arbeitete Fabiola Munguia bei Siemens und BMW. Eine klassische Konzernkarriere schien der naheliegende Weg zu sein, schließlich hatte sie aus nächster Nähe erlebt, wie anspruchsvoll Unternehmertum sein kann: Beide Eltern sind selbst Gründer in El Salvador.

Heute blickt Munguia auf eine andere Realität. Ihr Startup Secfix beschäftigt rund 30 Mitarbeitende, betreut Kunden in 15 Ländern und hat kürzlich eine Series-A-Finanzierung über zehn Millionen Euro abgeschlossen.

Dabei war die Entscheidung zur Gründung alles andere als selbstverständlich, wie sie im Videocast Pitch & People erzählt:

„Meine Eltern sind auch beide Gründer und ich habe alle Stages von einem Unternehmen gesehen. Das war keine romantische Realität. Deswegen dachte ich: Vielleicht mache ich erst mal einen Corporate Job. Etwas Sicheres, gutes Gehalt – und später kann ich mir überlegen, ob ich etwas gründe.“

Vom Uni-Projekt zum Startup

Gemeinsam mit ihrem Mitgründer Gregory Emelianov arbeitete Munguia bereits während des Studiums an der Technischen Universität München an Projekten und Abschlussarbeiten.

Die erste Geschäftsidee hatte allerdings wenig mit dem heutigen Unternehmen zu tun. Das Team beschäftigte sich zunächst mit Ethical Hacking und unterstützte Unternehmen dabei, Sicherheitslücken aufzudecken.

Doch während der ersten Monate wurde klar, dass das Modell nicht die gewünschte Skalierbarkeit bot. Eine Erkenntnis, die für viele GründerInnen schmerzhaft sein kann.

„Wir mussten uns wirklich in die Augen schauen und sagen: Ist das eigentlich etwas, das skalierbar wird? Ich hatte das Gefühl, wenn wir diese Idee weiterverfolgen, wird es nicht funktionieren. Dann mussten wir uns innerhalb eines Wochenendes entscheiden, ob wir etwas anderes machen.“

Die Entscheidung fiel zugunsten eines neuen Ansatzes: Statt einzelne Sicherheitsdienstleistungen anzubieten, wollte das Team Unternehmen dabei helfen, Compliance- und Cybersecurity-Prozesse systematisch zu automatisieren. Der Grundstein für Secfix war gelegt.

Kunden zahlten, bevor das Produkt fertig war

Der Strategiewechsel erwies sich als Volltreffer. Während das erste Produkt zwar erste Umsätze generierte, reagierten potenzielle Kunden auf die neue Lösung deutlich enthusiastischer.

Secfix unterstützt Unternehmen dabei, Sicherheitsstandards wie ISO 27001 umzusetzen und sich auf entsprechende Audits vorzubereiten. Die Plattform verbindet sich mit bestehenden Systemen, analysiert den aktuellen Sicherheitsstatus und erstellt automatisierte Roadmaps für notwendige Maßnahmen.

Die Nachfrage überraschte selbst das Gründerteam.

„Seitdem wir das gemacht haben, haben wir es ein paar Kunden gepitcht. Die haben sofort alle gesagt: Ja, ich brauche das. Und sie haben bezahlt, obwohl wir nicht mal die Plattform hatten.“

Besonders in Zeiten zunehmender Regulierung und wachsender Cyberrisiken treffen Unternehmen immer häufiger auf Anforderungen großer Kunden, die entsprechende Zertifizierungen voraussetzen.

Die Lektion hinter dem Erfolg

Für Munguia liegt die wichtigste Erkenntnis ihrer bisherigen Gründerreise nicht im Fundraising oder im Wachstum des Unternehmens. Entscheidend sei vielmehr die Bereitschaft gewesen, eigene Annahmen zu hinterfragen.

Viele GründerInnen würden sich zu stark mit ihrer ursprünglichen Idee identifizieren. Genau das könne gefährlich werden.

„Man soll sich nicht in die Idee verlieben. Man muss erst einmal verstehen, was die Kunden überhaupt brauchen. Und wenn sich das ändern muss, dann wird es sich halt ändern. Vielleicht wird die Plattform überhaupt nicht die Plattform sein, die ich in zwei Jahren nutzen werde.“

Diese Offenheit zahlte sich aus. Heute hilft Secfix Unternehmen dabei, aufwendige Compliance-Prozesse erheblich zu beschleunigen. Statt Zertifizierungsprojekte über viele Monate hinweg manuell umzusetzen, können Kunden den Weg zur Zertifizierung teilweise auf wenige Wochen verkürzen.

Fabiola Munguia kam zum Studium nach Deutschland und wollte ursprünglich eine klassische Konzernkarriere einschlagen. Gemeinsam mit ihren Mitgründern entwickelte sie jedoch Secfix, eine Plattform für automatisierte Security Compliance. Heute führt sie das Unternehmen als CEO, beschäftigt mit ihrem Team mehr als 30 Mitarbeitende und treibt die Expansion des Startups in Europa voran. 2024 zeichnete Forbes sie als eine der „30 Under 30 Europe“ im Bereich Technologie aus.

Zehn Millionen Euro für die nächste Wachstumsphase

Mit der jüngsten Finanzierungsrunde beginnt für das Startup nun die nächste Entwicklungsstufe. Nachdem das Team nach eigenen Angaben Product-Market-Fit und wiederkehrende Umsätze nachweisen konnte, soll das frische Kapital vor allem in Vertrieb und Expansion fließen. Der Fokus liegt dabei auf Europa. Bereits heute ist Secfix in 15 Ländern aktiv, künftig soll die Marktposition weiter ausgebaut werden.

Für Munguia schließt sich damit ein Kreis: Aus der Gründerin, die eigentlich einen sicheren Konzernjob bevorzugte, ist eine CEO eines internationalen Wachstumsunternehmens geworden.

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