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Svenja Lassen: „Frauen stellen andere Fragen.“

Svenja Lassen: „Frauen stellen andere Fragen.“

Kyrill Ring

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Unternehmerin und Angel-Investorin Svenja Lassen will mehr Frauen an den Investment-Tisch bringen, denn sie liefern einen unverzichtbaren Mehrwert für GründerInnen. Warum Diversität bessere Entscheidungen ermöglicht, wie der erste Pitch zündet und weshalb Angel-Investments länger dauern als so manche Ehe, erzählt Lassen in unserem Videopodcast Pitch & People.

1. Oktober 2025

PITCH & PEOPLE Folge 4: Svenja Lassen

Unternehmerin und Angel-Investorin Svenja Lassen will mehr Frauen an den Investment-Tisch bringen, denn sie liefern einen unverzichtbaren Mehrwert für GründerInnen. Warum Diversität bessere Entscheidungen ermöglicht, wie der erste Pitch zündet und weshalb Angel-Investments länger dauern als so manche Ehe, erzählt Lassen in unserem Videopodcast Pitch & People.

ExperteInvestor

Mehr Investorinnen, mehr Gründerinnen: Wie Svenja Lassen das Ökosystem diverser macht

Svenja Lassen ist Journalistin, Business Coach und seit 2019 fester Bestandteil der Startup-Szene. 2020 gründete sie das Female Investors Network (FIN), um eine Lücke zu schließen. Es gibt nicht nur zu wenige Gründerinnen, sondern auch deutlich zu wenige Investorinnen. Ihr Ziel: Gleichberechtigung – und damit bessere Entscheidungen darüber, welche Startups finanziert werden.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, warum das nötig ist: In Deutschland sind nur 13,6 Prozent der Business Angels weiblich. 2019, als Lassen in das Ökosystem kam, lag der Anteil sogar nur bei 8 Prozent. Für die gelernte Journalistin hängt das auch mit fehlender gezielter Ansprache und tradierten Rollen im Umgang mit Geld zusammen. Svenja Lassens Botschaft ist klar:

„Kümmert euch um eure Finanzen. Geld bedeutet Einfluss.“

Mit der FIN Academy bietet sie seit 2022 ein Online-Ausbildungsprogramm für angehende Business Angels an – sieben Durchläufe, über 215 ausgebildete Frauen, die bereits investieren. Am 6. Oktober startet die nächste Runde. Der Weg ist dabei bewusst praxisnah und gemeinschaftlich: kohortenbasiertes Lernen, schneller Transfer in die Anwendung – etwa bei FIN-Pitch-Nights, wo Startups live Fragen beantworten. Community, Transparenz und Spaß sind für Lassen zentrale Hebel, um den Einstieg zu erleichtern.

Schon 5.000 Euro reichen

„Man könnte meinen: Angel Investing sei nur etwas für „reich und berühmt“, aber das ist ein Mythos.“

erklärt Svenja Lassen. Pooling-Modelle ermöglichen bereits Tickets ab etwa 5.000 Euro. Trotzdem gilt zu beachten: Das Invest bleibt Hochrisikokapital, deshalb maximal 5 bis 10 Prozent des Gesamtvermögens einsetzen, gut diversifizieren und mehrere Startups unterstützen. Das Besondere am Business-Angel-Dasein: Neben Kapital zählen Netzwerk und Expertise – vom Branchenwissen bis zu ersten KundInnenkontakten.

Wer investiert, braucht einen langen Atem: Das Angel-Commitment dauert oft länger als eine durchschnittliche Ehe – fünf bis sieben Jahre sind eher Regel als Ausnahme. Exit-Glückstreffer sind möglich, planbar ist das nicht. Deshalb rät Lassen zu einer klaren Investment-Thesis: Wer eine kürzere Perspektive bevorzugt, beteiligt sich eher an weiter gereiften Startups mit erkennbarem Track Record.

Was Frauen anders machen

Frauen bringen als Investorinnen andere Fragen und Prioritäten ein, häufig mit Impact-Fokus (Umwelt, Klima, Ernährung, Bildung). Viele investieren gezielt in Gründerinnen und gemischte Teams oder lehnen Deals ohne Impact ab. In der Corona-Krise, so berichten GründerInnen, hätten sie weibliche Angels mit Empathie und Soft Skills maßgeblich getragen. Auch als Konsumentinnen bieten Frauen entscheidende Markt-Perspektiven – wer sie ignoriert, riskiert am Bedarf vorbei zu entwickeln. Frühe Diversität im Gründerteam und unter den InvestorInnen hilft Bias zu vermeiden.

Von „25 to 25“ zu „30 to 30“

Eigentlich wollte Svenja Lassen mit ihrer FIN Academy bis 2025 erreichen, dass mindestens 25 Prozent aller Investoren in Deutschland weiblich sind. So ganz hat das nicht geklappt. Was Lassen allerdings in eine „Jetzt-erst-recht-Mentalität“ verfallen lässt. Sie wertet das nicht als Rückschritt, sondern als Auftrag. Ab nun gilt dann eben 30 Prozent Investorinnen bis 2030. Nötig sind dafür Aufklärung, Sichtbarkeit und die Anerkennung, dass Business Angels als Enabler für Innovation unverzichtbar sind.

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Pitch & People — Der Munich Startup Podcast schaut auf die Menschen und ihre Geschichten hinter den Business-Plänen. Auf große Herausforderungen, mutige Entscheidungen, herbe Rückschläge und Visionen für die Zukunft.

Wir lassen ausgewählte Player aus dem Münchner Ökosystem zu Wort kommen. Neben einem Elevator-Pitch sprechen GründerInnen, InvestorInnen und ExpertInnen zu unterschiedlichsten Themen aus der Startup-Welt. Präsentiert wird der Podcast von Bernd Heppel und Kyrill Ring aus der Munich Startup Redaktion.

Zwei Personen im Pitch & People Podcast-Studio vor dem leuchtenden Podcast-Logo