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TUM Carbon Removal: Wie Studierende CO₂ aus der Atmosphäre holen wollen

TUM Carbon Removal: Wie Studierende CO₂ aus der Atmosphäre holen wollen

Helen Duran

Helen Duran

Was passiert, wenn Studierende nicht nur über Klimaschutz diskutieren, sondern selbst mit anpacken? Die Initiative TUM Carbon Removal entwickelt eine eigene CO₂-Entfernungstechnologie und baut gerade ihre erste Pilotanlage in Garching. Justus Scharfstädt, Head of Fundraising at TUM Carbon, hat unsere Fragen beantwortet.

8. Mai 2025

3 Min. Lesezeit

Munich Startup: Wer seid Ihr und was macht TUM Carbon Removal?

Justus Scharfstädt: Wir sind die TUM Carbon Removal Initiative e.V., ein gemeinnütziger studentischer Verein an der Technischen Universität München (TU München). Unser Ziel ist es, eine innovative Technologie zur Entfernung von atmosphärischem CO₂ und langfristiger Speicherung zu entwickeln. Nach vier Jahren mit zahlreichen Experimenten und Prototypen bauen wir aktuell eine Pilotanlage, um unsere innovativen Komponenten und Prozessschritte in der Praxis zu testen und zu optimieren. Rund 30 engagierte Studierende bringen ihr Wissen aus verschiedensten Fachrichtungen ein.

Munich Startup: Was ist Eure Gründungsstory?

Justus Scharfstädt: Unsere Initiative entstand aus dem Wunsch heraus, über klassische Forschung hinauszugehen und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. 2021 gründeten fünf Studierende TUM Carbon im Rahmen des Xprize-Wettbewerbs zur CO₂-Absorption, der von Elon Musk ausgeschrieben wurde. Durch viele neue Mitglieder sowie enge Zusammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie konnten wir über die Jahre technologische wie auch finanzielle Unterstützung gewinnen.

TUM Carbon Removal: Flexibel forschen ohne Druck

Munich Startup: Warum habt Ihr einen Verein gegründet und kein Startup?

Justus Scharfstädt: Als rein studentisches Team wollten wir ein flexibles Umfeld schaffen, in dem wir ohne kommerziellen Druck technologisch experimentieren und forschen können. Der Vereinsrahmen erlaubt es uns, finanzielle Mittel gezielt für Forschung, Entwicklung und Aufbau unserer Pilotanlage zu nutzen. Und wir können Spendenbescheinigungen ausstellen – das hilft uns bei der Mittelbeschaffung enorm. Aktuell sind wir weiterhin auf der Suche nach UnterstützerInnen und Partnerunternehmen, um unser spannendes Projekt weiter voranzutreiben und innovative Ideen zu realisieren

Munich Startup: Was waren bisher Eure größten Herausforderungen?

Justus Scharfstädt: Neben der technologischen Entwicklung mit vielen Höhen und Tiefen gehören auch rechtliche Fragestellungen zu unseren größten Herausforderungen. Auch die Suche nach finanziellen UnterstützerInnen gestaltete sich zeitweise sehr schwierig und führte dazu, dass wir unsere Strategien mehrfach optimieren mussten. Dennoch konnten wir durch unser wachsendes Netzwerk an UnterstützerInnen und Partnern viele dieser Hürden überwinden und sind finanziell aktuell solide aufgestellt. Unser Fokus liegt nun auf dem Fortschritt beim Bau der Pilotanlage und dem Aufbau von Sichtbarkeit, insbesondere gegenüber weiteren strategischen Partnern, Unterstützern und der Presse.

Von Garching in die Welt?

Munich Startup: Wo möchtet Ihr in einem Jahr stehen, wo in fünf Jahren?

Justus Scharfstädt: In einem Jahr soll unsere Pilotanlage in Garching laufen und erste Ergebnisse zur Effizienz und Skalierbarkeit liefern. Parallel bereiten wir die nächsten Schritte zur größeren Umsetzung vor. Ob wir das als Verein oder später als Unternehmen tun, ist noch offen. In fünf Jahren wollen wir technologisch führend, finanziell stabil und mit einem engagierten Team aufgestellt sein, das echten Impact im Bereich Carbon Removal leisten kann.

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