Jedes Startup setzt sich mit der Frage der Finanzierung auseinander. Kosten für die Gründung, Räumlichkeiten, Personal und Ausstattung fallen in der Regel ab dem ersten Tag an. Um diesen Finanzierungsbedarf zu decken, können Startups verschiedene Wege einschlagen. Im Folgenden ein Überblick der unterschiedlichen Möglichkeiten der Startup-Finanzierung:

1. Startup-Finanzierung mithilfe staatlicher Fördermittel

Der Staat unterstützt GründerInnen mit verschiedenen Zuschuss-Programmen bei der Gründung eines eigenen Unternehmens. Hier einige Beispiele:

  • Studierende, AbsolventInnen und WissenschaftlerInnen, die ihre Gründungsidee realisieren wollen, haben die Möglichkeit, sich für das Exist-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zu bewerben. Je nach Abschluss der Bewerber variiert die finanzielle monatliche Förderung zwischen 1.000 Euro und 3.000 Euro monatlich. Die Laufzeit beträgt maximal ein Jahr.
  • Die Bayerische Staatsregierung unterstützt mit dem Bayerischen Programm für technologieorientierte Unternehmensgründungen (Baytou) Startups bei der Entwicklung ihrer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen. Ausgewählte Jungunternehmen erhalten eine Förderung von maximal 3 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten der Konzeptphase sowie 45 Prozent für ein Entwicklungsvorhaben. Für Software-Entwicklungen beträgt die maximale Fördersumme 150.000 Euro, für technologische Arbeiten in der Konzeptphase 26.000 Euro.
  • Das Flügge-Programm des bayerischen Wirtschaftsministeriums unterstützt Unternehmensgründungen aus den bayerischen Hochschulen. Es richtet sich an Studierende, HochschulabsolventInnen und HochschulmitarbeiterInnen mit einer innovativen Geschäftsidee aus dem Produktions- und Dienstleistungsbereich. StipendiatInnen erhalten über ein Jahr eine monatliche Zahlung von 2.500 Euro. Außerdem besteht die Möglichkeit, zusätzliche Sachmittel und Fördergelder für betriebswirtschaftliches Coaching zu erhalten. Darüber hinaus bietet das Ministerium weitere umfangreiche Fördermöglichkeiten für unterschiedliche Zielgruppen und Branchen an.
  • Erwerbslose, die ihre Arbeitslosigkeit durch den Schritt in die Selbständigkeit beenden wollen, können beispielsweise bei der Bundesagentur für Arbeit den Gründungszuschuss beantragen. Dieser bemisst sich anhand der letzten Arbeitslosengeldrate plus 300 Euro und wird für ein halbes Jahr bewilligt. Anschließend lässt er sich um weitere neun Monate verlängern. Der Gründungszuschuss ist allerdings eine Ermessensleistung, es besteht kein rechtlicher Anspruch auf die Förderung.

Eine Auflistung vieler weiterer staatlicher Förderprogramme gibt es hier, speziell bayerische Förderprogramme findet Ihr hier.

2. Finanzspritzen über Gründer-Wettbewerbe

Eine Möglichkeit, zusätzlich Geld für Eure Geschäftsidee einzusammeln, ist auch die Teilnahme an Gründer-Wettbewerben. So veranstaltet beispielsweise Baystartup jedes Jahr den Münchner Businessplan Wettbewerb. Hier haben Startups in drei Phasen die Möglichkeit, ihre Business-Idee vor einem interessierten Publikum aus Kapitalgebern, Experten und Unternehmern zu präsentieren. Insgesamt ist der Wettbewerb mit Preisgeldern von 48.500 Euro dotiert.

Auch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie hat mit dem ‚Start? Zuschuss!‘-Wettbewerb ein Programm in petto, welches technologieorientierte Unternehmensgründungen im Bereich Digitalisierung in der Startphase unterstützt. Die Fördersumme für GewinnerInnen beträgt maximal 36.000 Euro.

Aber auch deutschlandweit gibt es viele interessante Wettbewerbe für GründerInnen wie zum Beispiel den ‚Deutschen Gründerpreis‘, den Gründerwettbewerb ‚Digitale Innovationen‘ und den ‚Breakthrough Award‘.

Allerdings solltet Ihr Eure Finanzierungsstrategie nicht auf diese Option aufbauen, denn Ihr könnt nie sicher sein, dass Ihr bei einem der Wettbewerbe das Rennen macht. Vielmehr könnt Ihr Eurer Startup mit einem Gewinn weiter pushen.

3. Venture Capital

Startups mit einem skalierenden Geschäftsmodell können sich nach WagniskapitalgeberInnen umsehen. Einen ersten Überblick über das Münchner Investoren-Netzwerk erhaltet Ihr auf unserer Map und in dieser Liste. Venture-Capital-Gesellschaften unterstützen junge Unternehmen nicht nur bei der Startup-Finanzierung, sondern bieten auch wichtiges Branchen-Know-how und sind ein Aushängeschild für Startups. Allerdings verlangen sie im Gegenzug oftmals einen großen Prozentsatz der Geschäftsanteile und wollen ebendiese Anteile später möglichst gewinnbringend weiterverkaufen.

  • Junge Hightech-Unternehmen können auf eine Finanzierung durch den staatlich geförderten High-Tech-Gründerfonds (HTGF) hoffen. Der HTGF ist Deutschlands größter Frühphaseninvestor und unterstützt Startups mit Venture Capital.
  • Startups aus den Bereichen Industrial Technologies, Enterprise Software / SaaS und Mobility können sich für eine Finanzierung durch die Unternehmertum Venture Capital Partners (UVC Partners) bewerben. Diese Early-Stage Venture-Capital-Gesellschaft konzentriert sich auf europäische Tech-Startups mit wachstumsstarken B2B-Geschäftsmodellen. Die Investitionssumme pro Finanzierungsrunde belaufen sich auf 500.000 Euro bis 3 Millionen Euro und insgesamt 12 Millionen Euro pro Startup.
  • Auch Bayern Kapital unterstützt Hightech-Startups mit Beteiligungskapital von der Seed-Phase bis zur Wachstumsphase. Je nachdem, in welchem Stadium sich das Jungunternehmen befindet, stellt Bayern Kapital große Geldbeträge zur Verfügung.

Weitere informationen und Programm listen auch das Munich Network – Netzwerk für Entrepreneurship & Innovation sowie der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) auf. Speziell für Sozialunternehmer bietet das Referat für Arbeit und Wirtschaft der Stadt München hier einen Überblick.

4. Startup-Finanzierung durch die Crowd

Aber auch die Finanzierung eines Startups mithilfe der Crowd ist möglich. Darunter fallen folgende Modelle:

  • Crowdfunding: GeldgeberInnen erhalten keine finanzielle Gegenleistung, sondern ein Dankeschön für ihre finanzielle Unterstützung
  • Crowddonation: spendenbasierte finanzielle Unterstützung für humane, kreative oder soziale Projekte ohne Gegenleistung
  • Crowdinvesting: InvestorInnen werden am späteren Erfolg beteiligt
  • Crowdlending: Darlehen mit einem festen Zinssatz von Privatpersonen, die ihrerseits zu einer vereinbarten Laufzeit ihr Geld zurückbekommen

Zu den bekanntesten Plattformen für Schwarmfinanzierung gehören unter anderem Gofundme, Kickstarter, Indiegogo, Startnext, Steady sowie 99 Funken. Einen Überblick mit Tipps, Netzwerkinfos und Fördermöglichkeiten in München fürs Crowdfunding findet Ihr hier. Zusätzliche Informationen zur Planung einer Crowdfunding-Kampagne hat auch die Startup Unit der IHK München und Oberbayern zusammengetragen.

5. Bankenkredite und Förderkredite

Natürlich könnt Ihr Euer Unternehmen auch mithilfe eines Kredits finanzieren. Allerdings ist es oftmals schwierig, einen normalen Bankkredit für eine Startup-Idee zu erhalten, ohne der Bank Sicherheiten bieten zu können. In so einem Fall kann etwa die Bürgschaftsbank Bayern einspringen. Außerdem bieten staatliche Kreditinstitute wie die LfA Förderbank Bayern oder die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) Kredite für GründerInnen an. Die KfW hat hier folgende Optionen parat:

Zu beantragen ist diese Art von Darlehen allerdings ebenfalls über die Hausbank. Hilfreich kann vorab ein Gespräch mit der LfA sein.

6. Acceleratoren und Inkubatoren

Zwar unterstützen die meisten Acceleratoren- und Inkubatoren-Programme Jungunternehmen hauptsächlich mit der nötigen Infrastruktur und Coaching — manche Programme greifen Startups aber auch finanziell unter die Arme. So gibt es auch im Münchner Ökosystem GründerInnen-Programme, die bei der Startup-Finanzierung einer neuen Geschäftsidee helfen, darunter der Prosiebensat.1 Accelerator, das ESA Business Incubation Centre (BIC) Bavaria, Nutrion und Wayra.

7. Business Angels

Bei Business Angels handelt es sich meist um erfolgreiche UnternehmensgründerInnen, die Startups mit ihrem Eigenkapital, ihren Erfahrungen und ihrem Branchen-Know-how bei der Gründung unterstützen. In Deutschland gibt es mehrere Business-Angel-Zusammenschlüsse, in denen Ihr nach einer/m geeigneten InvestorIn suchen könnt, darunter das Business-Angel-Netzwerk Deutschland und das Baystartup Business Angel-Netzwerk.

Startup-Finanzierung: Beratungsstellen und Infoseiten

Bei weiteren Fragen zur Startup-Finanzierung könnt Ihr Euch immer an eine der folgenden Beratungsstellen wenden. So beantwortet etwa die IHK erste Fragen in diesem Merkblatt, zudem bietet sie mit ihrer Startup Unit eine ausführliche Startup-Beratung, welche neben der Frage nach der Finanzierung auch die Themen Businessplan, Formalien, Rechtliches, Internationalisierung sowie Vernetzung beinhaltet. Innovative technologieorientierte Startups finden darüber hinaus bei der IHK Innovationsberatung einen passenden Ansprechpartner. Hier könnt Ihr über die Möglichkeiten einer staatlichen Forschungs- und Entwicklungs-Förderung sowie einer Beteiligungsfinanzierung diskutieren.

Aber auch Baystartup hilft Startups bei der Suche nach einer passenden Finanzierungsmöglichkeit. Im Rahmen des sogenannten Startup Finanzierungscoachings könnt Ihr Euch bei der Entwicklung einer Finanzierungsstrategie und der Ausarbeitung eines Pitchdecks sowie Business- und Finanzplans unterstützen lassen. Sobald Ihr mit Euren Unterlagen für den Investoren-Pitch optimal aufgestellt seid, prüfen die Baystartup-Experten, ob ihr im im Baystartup Investoren-Netzwerk vorgestellt werden könnt — mit über 300 Business Angels, 100 VCs und im letzten Jahr über 60 Millionen Euro vermitteltem Kapital.

Darüber hinaus bietet die Förderdatenbank eine gute Suchfunktion für passende Finanzierungsmöglichkeiten. Hier könnt Ihr nach Förderbereich sowie Förderart filtern.

Beratungsangebote zum Them Gründung findet Ihr übrigens auf unserer Seite Gründerberatung.

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