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Women in Tech: Stefanie Lämmle über digitale Chancen für München

Women in Tech: Stefanie Lämmle über digitale Chancen für München

Helen Duran

Helen Duran

Führungsverantwortung für über 600 Mitarbeitende, in Teilzeit: Die promovierte Informatikerin Stefanie Lämmle leitet das Kundenmanagement und das Team Data&Innovation im IT-Referat der Landeshauptstadt München. Und sie hat ein KI-Kompetenzzentrum aufgebaut. Auch Startups können von ihrer Arbeit profitieren.

8. Juli 2025

4 Min. Lesezeit

Munich Startup: Was für einen bisherigen Karriereweg hast Du?

Stefanie Lämmle: An der TU München habe ich Informatik studiert, dort am Lehrstuhl für Rechnertechnik und Rechnerorganisation promoviert. Anschließend war ich als IT-Consultant in der Schweiz für einen Schweizer IT-Dienstleister tätig. Als ich erfahren habe, dass die Stadt München ihre IT zentralisieren will, habe ich mich dort erfolgreich als IT-Architektin beworben. Für meine Heimatstadt München die Digitalisierung voranzubringen und den BürgerInnen etwas Gutes zu tun hat mich damals fasziniert und motiviert mich noch immer.

Innovation mit gesellschaftlichem Mehrwert

Munich Startup: Was hat Dich zur Gründung des KICC motiviert?

Stefanie Lämmle: Während Corona habe ich im IT-Referat die Leitung eines kleinen Teams mit jungen InformatikerInnen übernommen – das InnovationLab. Auf der Suche nach einem Schwerpunkt des Teams und gleichzeitig einer Lücke in unserem aktuellen IT-Betrieb bin ich auf das Thema Daten und maschinelles Lernen gestoßen. Die Stadtverwaltung hat so viele Daten – angefangen von den Einwohnermeldedaten, über Kita-Plätze bis hin zu den Bienenstöcken auf Hochhäusern oder angemeldeten Kampfhunden. Und zum damaligen Zeitpunkt gab es kein stadtinternes Team, das sich mit der ethisch-vertretbaren und datenschutzkonformen KI-gestützten Verarbeitung dieser Daten beschäftigt hat. Unsere ersten Anwendungsfälle: ein Showcase für die Bilderkennung von Corona-Schnelltests für Blinde und seheingeschränkte Menschen und die Zählung aller Baumkronen im Stadtgebiet Münchens haben gezeigt, dass unsere Arbeit und Erkenntnisse wertvoll sind und die Gründung eines eigenen KI Competence Centers sinnvoll ist.

Munich Startup: Wann und wo bekommst Du die besten Ideen?

Stefanie Lämmle: Ich überfliege gerne zum Start jedes Arbeitstages oder am Wochenende spannende Blog-Beiträge, lasse mich durch innovative Instagram-Posts inspirieren, habe eine Vielzahl an Newslettern abonniert und lese gerne (auch, aber nicht nur) fachspezifische Bücher. Viele Anregungen erhalte ich auch über Fachtagungen oder Meetups, sowie in Diskussionen mit meinen Teams. Auf meinem Arbeitsweg per Rad geistern mir dann häufig die gehörten oder gelesenen Ideen im Kopf herum und einige wenige setzen sich fest, so dass ich sie in den kommenden Tagen mit meinem Team vertiefend diskutieren kann.

Munich Startup: Was sind Deine 3 liebsten Arbeitstools?

Stefanie Lämmle: Zum Arbeiten benötige ich nur mein Notebook, mein Mailprogramm und einen Internetzugang. Neuerdings nutze ich auch gerne MUCGPT – unser stadtinternes GenAI-Tool, von dem ich mir häufig Inspirationen für Texte generieren lasse.

Gründen in schwierigen Zeiten – oder gerade jetzt?

Munich Startup: Erscheint es Dir gerade als eine gute Zeit für Startups? Warum?

Stefanie Lämmle: Ich weiß nicht genau, ob es gute oder schlechte Zeiten für Startups gibt. Wenn jemand eine gute Idee hat, die sie oder er für umsetzungswert hält, sollte er daran festhalten und sich dafür einsetzen, sie Realität werden zu lassen. Ich bewundere den Mut und die Resilienz aller GründerInnen und würde mir wünschen, dass wir auch trotz unserer deutschen Mentalität lernen das Scheitern von Ideen nicht als Fehler anzusehen. Nur wenn wir eine Vielzahl von Ideen ausprobieren, werden ein paar wenige dabei sein, die erfolgreich sind.

Munich Startup: Was könnte aus Deiner Sicht am Gründungsstandort München noch verbessert werden?

Stefanie Lämmle: Ich wünsche mir, dass das Scheitern von Startups in der Kommunikation mehr Raum bekommt. Wir können nicht nur von erfolgreichen GründerInnen lernen, sondern gerade auch von den Herausforderungen und Rückschlägen. Der Ausbau von Mentoring- und Beratungsprogrammen könnte GründerInnen wertvolle Unterstützung und Orientierung bieten, insbesondere in den frühen Phasen ihrer Unternehmensgründung. Obwohl München bereits eine lebendige Gründerszene hat, könnte die Vernetzung zwischen den verschiedenen Akteuren weiter gestärkt werden. Regelmäßige Netzwerkveranstaltungen, Meetups und Kooperationen können die Interaktion und den Austausch von Ideen fördern. Da seid Ihr mit Munich Startup schon mitten drin!

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