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Gesundheit neu gedacht: Onvy bringt KI-gestützte Prävention in den Alltag

Gesundheit neu gedacht: Onvy bringt KI-gestützte Prävention in den Alltag

Credit: Foto: Onvy

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Regina Bruckschlögl

Regina Bruckschlögl

Onvy will Künstliche Intelligenz und Digital Health verschmelzen und so eine neue Art personalisierter und prädiktiver Gesundheitsversorgung ermöglichen. Das erste Ergebnis dieser Bemühungen ist die App „Onvy – AI Health Coach“. Sie soll mit Hilfe von KI das physische und mentale Gesundheitsmanagement optimieren. CEO Adrian Kochsiek erklärt, wie die Münchner Healthtech-Innovation aus KI, Prävention und smartem Alltag einen echten Gamechanger für Einzelpersonen und Unternehmen machen will – und warum Präzisions-Gesundheit weit mehr ist als bloßes Tracking.

14. Juli 2025

6 Min. Lesezeit

Munich Startup: Was macht Euer Startup? Welches Problem löst Ihr?

Adrian Kochsiek, CEO von Onvy: Onvy ist Dein KI-Health Coach für die Hosentasche – powered by real-time biometric data und personalisierter Prävention. Wir verwandeln Wearable-Daten in echte Lebensveränderung: konkrete Empfehlungen für mehr Energie, besseren Schlaf, Leistungsfähigkeit und langfristige Gesundheit.

Das Grundproblem, das wir lösen: Die meisten Menschen haben zwar Wearables, aber keinen Plan, was sie mit all den Daten anfangen sollen. Wir bringen Struktur in das Gesundheitschaos – intelligent, individuell, wirkungsvoll.

Gleichzeitig entwickeln wir für Unternehmen skalierbare technologische Lösungen, um präventive Gesundheitsförderung systematisch in bestehende Infrastrukturen zu integrieren. Das bedeutet: Onvy lässt sich in digitale Gesundheitsplattformen, Corporate-Health-Programme oder Wearable-Ökosysteme einbetten – mit modularer Technologie, wissenschaftlicher Tiefe und datenschutzkonformer Architektur. So schaffen wir nicht nur für Einzelpersonen, sondern auch für Organisationen einen echten Mehrwert im Gesundheitswesen von morgen.

Mehr als nur Tracking

Munich Startup: Aber das gibt’s doch schon längst!

Adrian Kochsiek: Gibt es? Nicht wirklich. Die meisten Lösungen tracken – wir hingegen übersetzen individuelle Gesundheitsdaten in hochgradig personalisierte Handlungsempfehlungen.

Menschen werden befähigt, ihre Gesundheit ganzheitlich und proaktiv zu steuern. Unternehmen verbessern schlagartig ihre wichtigsten KPIs in puncto Engagement, Retention und User Experience – durch echte Personalisierung im Gesundheitsbereich. Andere sagen Dir, wie viele Schritte du gegangen bist. Onvy zeigt dir, warum dein Energielevel heute bei 73 Prozent liegt – und was du tun kannst, um es auf 90  Prozent zu bringen. Basierend auf deinen Schlafdaten, deinem Stressverlauf, deiner Ernährung, Deinem hormonellen Zyklus, Daten aus Deiner Umwelt – und vielem mehr.

Onvy denkt Gesundheit proaktiv und ganzheitlich: von präziser Regeneration über mentale Fitness bis hin zur Echtzeit-Anpassung von Bewegung und Ernährung – abgestimmt auf Deinen individuellen Lebensrhythmus. Das ist kein Tracking. Das ist Präzisions-Gesundheit – ermöglicht durch hunderte Datenintegrationen und den gezielten Einsatz von KI zur Übersetzung dieser Daten in personalisierte Prävention und prädiktives Gesundheitsmanagement.

Munich Startup: Was ist Eure Gründungsstory?

Adrian Kochsiek: Dafür müsste ich weit ausholen. Die Kurzfassung: Nach einer Krebserkrankung in jungen Jahren habe ich früh erkannt, wie fundamental es ist, Gesundheit neu zu denken – nicht als Reaktion auf Krankheit, sondern als aktives, hochpersonalisiertes und präventives Selbstmanagement.

Nach fünf prägenden Jahren bei der UnternehmerTUM – Europas führendem Zentrum für Tech-Innovation und Startup-Entwicklung – habe ich mein erstes Unternehmen im Gesundheitsbereich hochgezogen. Wir kombinierten Diagnostik mit individualisierten Mikronährstoffpräparaten und haben innerhalb von drei Jahren ein sieben bis achtstelliges Business mit einem starken interdisziplinären Team aufgebaut. Trotz des Erfolgs war mir klar: Der nächste große Hebel für globalen Impact liegt nicht in Produkten, sondern in Technologie, insbesondere in KI. Ich habe die Marktbewegungen, technologischen Durchbrüche und gesellschaftlichen Veränderungen sehr genau verfolgt – und gewartet, bis KI nicht mehr nur Buzzword ist, sondern echten, alltagsnahen Mehrwert für Menschen schaffen kann.

Als dieser Sweet Spot erreicht war, habe ich Onvy gegründet – mit dem klaren Ziel, den ersten echten AI Health Coach der Welt zu bauen. Lange bevor die großen Tech-Konzerne in diesem Feld aktiv wurden, sind wir mit Onvy angetreten, um ein neues Kapitel in der personalisierten Gesundheitsvorsorge zu schreiben.

„Wir befinden uns auf Expansionskurs“

Munich Startup: Was waren bisher Eure größten Herausforderungen?

Adrian Kochsiek: Gesundheit ist ein hochregulierter, hochsensibler Markt. Zwischen Datenschutz, wissenschaftlicher Verantwortung und technischer Komplexität balanciert man oft auf einem schmalen Grat. Unsere größte Herausforderung war es, ein Produkt zu entwickeln, das sowohl wissenschaftlich belastbar als auch nutzerzentriert ist. Den Datenschutz entsprechend nach den höchsten EU-Richtlinien aufzusetzen, war dabei ein Mammutprojekt.

Eine zentrale Herausforderung war es, Investoren zu finden, die nicht nur Kapital, sondern auch ein tiefes Verständnis für Healthtech & die Macro Trends in diesem Bereich verstehen in unserem hoch innovativen Segment und Marktzugang zur Verfügung stellen können. Unser Modell liegt an der Schnittstelle von B2C und B2B – das braucht oft etwas mehr Erklärung, birgt aber enormes Potenzial. Ein konkreter Aha-Moment war, als wir merkten, dass die größte Innovation oft nicht in einer neuen Funktion liegt, sondern darin, wie einfach sie sich ins Leben der Nutzer integrieren lässt. Dafür mussten wir tiefer gehen, mehr testen, noch enger mit den Nutzern zusammenarbeiten.

Munich Startup: Wo möchtet Ihr in einem Jahr stehen, wo in fünf Jahren?

Adrian Kochsiek: In einem Jahr haben wir international erfolgreich Fuß gefasst. Nach dem Einstieg eines großen US-Investors und den ersten Enterprise-Kunden in Nordamerika befinden wir uns auf Expansionskurs. Parallel dazu treiben wir gezielt den Ausbau unserer B2B-Sparte voran – mit Fokus auf tiefere Produktintegrationen, intelligenter API-Nutzung und neuen Anwendungsszenarien. Noch in diesem Jahr werden wir in diesem Bereich größere Durchbrüche verkünden können.

In fünf Jahren ist Onvy als Schlüsseltechnologie tief im Alltag von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt verankert. Unser größter Hebel liegt dabei in der Befähigung unserer Unternehmenskunden – durch die nahtlose Integration unserer Gesundheits-KI in bestehende Produkte, Plattformen und Service-Ökosysteme. Fünf Jahre sind ein riesiger Spielraum in der Welt von KI – wir werden ihn nutzen, um ein neues globales Gesundheitsverständnis zu prägen: proaktiv, prädiktiv & hyper-personalisiert.

„München könnte mutiger sein“

Munich Startup: Wie habt Ihr den Startup-Standort München bisher erlebt?

Adrian Kochsiek: München ist ein starker Standort für Deep Tech – mit exzellenten Hochschulen, solider Infrastruktur und einem zunehmend lebendigen Ökosystem. Hier trifft technologischer Tiefgang auf ein wachsendes Bewusstsein für Innovation. Gleichzeitig spüren wir aber auch: Der Standort könnte mutiger sein. Was ich mir wünsche, ist eine Szene, die auch unkonventionelle Ideen frühzeitig unterstützt – statt erst dann einzusteigen, wenn andere Märkte wie die USA oder Asien es bereits vorgemacht haben. Visionäre Ideen brauchen nicht nur Kapital, sondern vor allem Vertrauen, Tempo und Risikobereitschaft.

Gerade an der Schnittstelle von künstlicher Intelligenz und Gesundheitstechnologie sind in Europa die regulatorischen Hürden hoch – während in anderen Regionen schneller umgesetzt wird, weil das Mindset agiler und zukunftsorientierter ist. Trotzdem: München ist meine Heimat. Und ich bin dankbar, was wir hier aufbauen konnten. Der Standort hat uns alles geboten, um Onvy dorthin zu bringen, wo wir heute stehen – inklusive der Startrampe für unsere Internationalisierung.

Munich Startup: Öffis oder Fahrrad?

Adrian Kochsiek: Fahrrad – mit Wearable am Handgelenk und dem guten Gefühl eines bereits abgehakten Workouts in meiner Onvy App. Es spart Zeit, bringt frische Luft und natürliches Sonnenlicht.

Onvy trackt dabei nicht nur meine Bewegung, sondern auch Umweltfaktoren wie Licht, Luftqualität und Temperatur – und zeigt mir, wie sie mein Energielevel und Wohlbefinden beeinflussen. Genau solche Alltagsmomente machen sichtbar, wie smartes Gesundheitsmanagement funktionieren kann: einfach, integriert, effektiv.

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